Schönenwerd
Der Aufwandüberschuss ist «nur» halb so gross wie budgetiert

Die Schönenewerder Verwaltungsrechnung 2013 schliesst mit einem Defizit von 1,417 Millionen Franken ab - budgetiert war ein Defizit von 2,880 Millionen Franken.

Markus Lüscher
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Im Gemeindehaus durfte man eine etwas weniger schlechte Rechnung zur Kenntnis nehmen, als budgetiert worden war.

Im Gemeindehaus durfte man eine etwas weniger schlechte Rechnung zur Kenntnis nehmen, als budgetiert worden war.

Bruno Kissling

Die Laufende Rechnung 2013 der Einwohnergemeinde Schönenwerd schliesst im operativen Bereich bei einem Aufwand von 29,8 Millionen Franken und Ertrag von 28,4 Millionen Franken mit einem Mehraufwand von 1 417 183 Franken ab. Budgetiert war ein Mehraufwand von 2 880 377 Franken. Die Nettoinvestitionen von 812 954 Franken konnten dieses Jahr noch vollständig mit eigenen Mitteln bezahlt werden.

Der Grossteil der Sanierung Hallenbad findet erst im Jahr 2014 statt. Dadurch fallen die Nettoinvestitionen gegenüber dem ursprünglichen Budget um 4,8 Mio. Franken tiefer aus. Diese Tatsache hat auch Auswirkungen auf die Laufende Rechnung.Der Aufwand der Laufenden Rechnung liegt rund 300 000 Franken unter dem Budget.

Tiefere Lehrer-Lohnkosten

Der Personalaufwand fällt um 330 000 Franken tiefer aus als budgetiert. Die Abweichung liegt hauptsächlich bei der Sekundarschule Unteres Niederamt. Dort haben zwar die Ausgaben für die AHV-Ersatzrenten zugenommen, dafür sind aber die Lohnkosten für die neuen Lehrer tiefer als vorgesehen. Leichte Mehrausgaben von rund 20 000 Franken ergaben sich bei der Sonderpädagogik.

Beim baulichen Unterhalt mussten unvorhergesehene Investitionen vorgenommen werden. Ins Gewicht fallen dabei die Sanierung der Bühltreppe, der Ersatz des Salzsilos im Werkhof, die Entwässerung des Friedhofes, aber auch die Kosten für die Behebung diverser Wasserleitungsbrüche. Beim übrigen Sachaufwand resultieren Einsparungen im Bereich der Reinigung im Freibad, bei den Betriebskosten des Pumpwerkes Spitzacker sowie bei der Sekundarschule Unteres Niederamt und Sekundarschule P.

Tiefere Zinsen

Infolge der Verschiebung der Sanierung des Hallenbades entfiel die Aufnahme von neuen Krediten. Die Passivzinsen sind um die Zinsen der Neuverschuldung von 120 000 Franken tiefer. Bei den Abschreibungen fielen die Steuerabschreibungen um rund 75 000 Franken tiefer aus als budgetiert. Dafür musste das Delkredere für gefährdete Steuerguthaben um 625 000 Franken erhöht werden. Der Grund für diese enorme Höhe ist eine offene Einsprache gegen eine Steuerveranlagung bei den juristischen Personen.

Beim Verwaltungsvermögen wurden 200 000 Franken weniger als der budgetierte Betrag abgeschrieben. Dies, da die Sanierung des Hallenbades nicht abgeschlossen ist. Die Beiträge an Gemeinden und Gemeindeverbände sind ebenfalls tiefer; dies bei der Sekundarschule Unteres Niederamt, der Sekundarschule P, den Betriebskosten des Zweckverbandes ARA Schönenwerd und der Zivilschutzorganisation.

Mehr Kosten für die Sozialhilfe

Die Kantonsbeiträge für die Soziale Wohlfahrt sind um 68 000 Franken höher als budgetiert. Durch die Mehrbeteiligung des Kantons an den Ergänzungsleistungen resultiert eine Einsparung von 193 000 Franken. Hingegen mussten bei der Sozialhilfe rund 261 000 Franken mehr bezahlt werden. Weniger Kosten, insgesamt 30 000 Franken, werden beim öffentlichen Verkehr verzeichnet.

Der Ertrag der Laufenden Rechnung liegt um 1,163 Mio. Franken über dem Budget. Der Löwenanteil davon entfällt auf den Steuerertrag, welcher 2,374 Mio. Franken über dem Budget liegt. Dazu trugen die juristischen Personen mit 1,189 Mio. Franken bei. Diese Mehreinnahmen sind auf einmalige Gewinne aus Liegenschaftsverkäufen zurückzuführen.

Bei den natürlichen Personen gab es Nachzahlungen aus den Vorjahren von rund 797 000 Franken sowie Mehrfakturierungen beim Vorbezug 2013 von 330 000 Franken. Die Mindereinnahmen resultieren aufgrund der Verrechnung von tieferen Kosten bei der Sekundarschule Unteres Niederamt sowie der Sekundarschule P und weniger Subventionen von rund einer Mio. Franken.

Gewinne bei Spezialfinanzierungen

Die vorgesehenen Entnahmen aus Spezialfinanzierungen von 64 000 Franken entfallen, da bei der Spezialfinanzierung Wasserversorgung ein Gewinn von 5873 Franken, bei der Abwasserbeseitigung von 33 950 Franken und bei der Abfallbeseitigung von 21 375 Franken erwirtschaftet wurden.

Die Bestandesrechnung zeigt infolge der tieferen Nettoinvestitionen noch ein gesundes Bild. Das Fremdkapital beträgt 6,6 Mio. Franken, davon sind noch 3,5 Mio. Franken verzinsliche Darlehen. Dem steht ein Finanzvermögen von 12,9 Mio. Franken gegenüber, was ein Nettovermögen von 6,2 Mio. Franken oder 1284 Franken pro Einwohner ergibt. Aufgrund des Investitionsbedarfs werden sich die verzinslichen Schulden in den nächsten Jahren aber wieder erhöhen und damit das Vermögen entsprechend kleiner werden.