Balsthal

Demenzzentrum ist in den Startlöchern: Bis 2022 soll es bezugsbereit sein

Links die beiden Wohngebäude - rechts das Mehrzweckgebäude, umgeben von einem mit Obstbäumen begrünten Park.

Links die beiden Wohngebäude - rechts das Mehrzweckgebäude, umgeben von einem mit Obstbäumen begrünten Park.

Mit dem Lindenpark plant die regionale Genossenschaft in Balsthal eine Siedlung, die als Vorzeigeprojekt national ausstrahlen soll.

Bereits im Sommer könnten auf der Hunzikerwiese in Balsthal die Bagger auffahren. Bis am Donnerstag waren die Pläne für das geplante Demenzzentrum aufgelegt. Kurz vor Ende der Frist waren noch keine Einsprachen eingegangen. Der Weg für das 35-Millionen-Franken Projekt dürfte somit frei sein.

«Dadurch, dass alle betroffenen Kreise stark in den Prozess eingebunden waren, konnten wir alle Ecken und Kanten vorgängig eliminieren», sagt Andre Grolimund, Vizepräsident des Verwaltungsrats der Genossenschaft für Altersbetreuung und Pflege Gäu (GAG). Vor rund zwei Jahren hatte das Demenzzentrum-Projekt mit der Standortevaluation begonnen. In dieser entschied sich die GAG für die Hunzikerwiese auf Balsthaler Gemeindegrund; ursprünglich standen 15 potenzielle Bauflächen im Thal und Gäu zur Auswahl. Nur ein Müsterchen dafür, dass die Genossenschaft für sein Demenzzentrum nichts dem Zufall überliess. Die Struktur der künftigen Wohngemeinschaften entwarfen Pflege- und Betreuungsfachkräfte. «Für die räumliche Aufteilung wurde bis zur Schleppkurve der Betten alles berücksichtigt», sagt Johanna Bartholdi, Präsidentin der Genossenschaft. Für den Entwurf der Wohnungen lehnten sich die Experten an das bestehende Demenzzentrum Stapfenmatt in Niederbuchsiten an. Dieses wird anfangs 2022 durch den Lindenpark in Balsthal abgelöst.

Mit der Stapfenmatt stiess die Genossenschaft an ihre Kapazitätsgrenzen, weshalb sie in Niederbuchsiten in einem angrenzenden Wohnblock eine Wohnung dazumietete. Im neuen Demenzzentrum in Balsthal steigt die Zahl der Betten für an Demenz erkrankte Menschen von aktuell 36 auf deren 56 an. «Wir gehen davon aus, dass diese Plätze rasch belegt sein werden», sagt Bartholdi. Statistisch rechnet man mit 120 Demenz-Fällen in der Amtei Thal/Gäu. Der Bund prognostiziert, dass sich die Zahl der Menschen mit Demenz bis 2030 nahezu verdoppeln könnte. Für ein Wachstum hätte die Genossenschaft vorgesorgt: Im südlichen Teil des Areals respektive wo nun ein oberirdischer Parkplatz entsteht, bliebe Platz für eine zweite oder gar dritte Bauetappe.

Ein Park, der auch der Bevölkerung offensteht

In den drei Gebäuden entstehen in einer ersten Etappe acht Wohngemeinschaften à sieben Betten für Demenz-Patienten. Drei weitere Wohngemeinschaften mit ebenfalls je sieben Betten sind für Menschen mit Behinderung vorgesehen. In erster Linie wolle die Genossenschaft in diesem Bereich Menschen mit dem Trisomie-21-Syndrom aufnehmen. «Menschen mit diesem Syndrom werden immer älter», sagt Bartholdi. Viele mit Trisomie 21 hätten bislang mit ihren Eltern gelebt, die aber irgendwann ihre Kinder nicht mehr betreuen könnten. Entsprechend seien sie auf betreute Wohnmöglichkeiten angewiesen. «Es ist ein Feld, das bisher niemand in dieser Form abdeckt», so Bartholdi.

Die insgesamt 11 Wohnungen sind so aufgebaut, dass sie auch demenzkranken Menschen ein möglichst «normales» Leben ermöglichen sollen. So verfügen Sie über eine Küche und einen grosszügigen Aufenthaltsraum. Prioritär behandelte die Genossenschaft den Aussenbereich. «Die Parklandschaft ist im Demenzbereich essenziell», sagt Andre Grolimund. Zusätzliche Freiräume schuf die GAG, indem sie die Wohngebäude rundum mit Balkonen versah. Die Parkanlage wird auch der Bevölkerung offenstehen. Im Zusammenspiel mit dem Bistro im Mehrzweckgebäude will die Genossenschaft ein kleines «Dorf» schaffen. Das Demenzzentrum soll Anfang 2022 bezugsbereit sein.

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