Kirche, Kirchenmusik bedingt Zusammenarbeit verschiedenster Menschen und Institutionen. Dies betonte Elisabeth Regner, Präsidentin des Kirchenmusikverbands Olten-Gösgen, in ihrer Begrüssung zum Kirchenmusiktag. «Die entstehenden Pastoralräume bringen Veränderungen mit sich, und damit auch grosse Umbrüche», so Stadtpräsident Martin Wey in seinem Grusswort. Gerade das gemeinsame Singen trage viel zum Erfolg bei, es vernetze und verbinde.

Ein Stück Himmel

Festredner Konstantin Keiser, seit 2011 Leiter Bereich Kirchenmusik des vor zwei Jahren errichteten Pastoralraums Kriens, konnte aus Erfahrung sprechen. «Kirchenmusik ist integrierter Bestandteil des kirchlichen Lebens und nicht nur Umrahmung», ist in den Leitlinien der Kirchgemeinde Kriens festgehalten. In Filmen spielt die Musik eine wichtige dramaturgische Rolle, dies gilt auch für Kirchenmusik, man denke nur an Mozarts Krönungsmesse. Passend dazu trugen Chöre aus dem projektierten Pastoralraum 11 (Olten und Umgebung), Lieder aus «Porgy and Bess» oder «Shrek» vor. In den Pastoralräumen treffen sich unterschiedlichste Kulturen und Geschichten, aber alle haben den gleichen Hintergrund den christlichen Glauben. Und alle vereinen sich wie Schnipsel zu einer Collage, vielfältig und bunt. Diesem Umstand trug der bereits bestehende Pastoralraum Gösgen Rechnung. «Lobe den Herren», eines der wohl bekanntesten Kirchenlieder wurde in verschiedenen Sprachen und Interpretationen vorgetragen.

Schritte auf den Nachbarn zu

Sich auf Fremdes einlassen, offen sein für Unbekanntes. Einen Schritt auf den Nachbarn zugehen, wenn man ihn vielleicht auch nicht so gut mag. Auch das ist eine Herausforderung, der sich die noch projektierten Pastoralräume stellen müssen. Unter diesen Aspekt kann man das Thema des dritten Teils des Kirchenmusiktages stellen. Mit «Bun dí Poschiavo» sorgten Chöre aus Wangen, Hägendorf-Rickenbach und Kappel-Boningen für Begeisterung.

Würziger Eintopf

Festredner Konstantin Keiser stellte in seinem Referat unter anderem fest, dass in Kriens eine «Vielzahl von Chören und Ensembles mit vielfältiger musikalischer Ausrichtung» zusammengekommen sei. Dieser Vielfalt solle in einem Pastoralraum Rechnung getragen werden. Alle Mitwirkenden, Einzelpersonen wie Gruppierungen, sollten ihre Individualität bewahren können. Nicht Einheitsbrei sollen sie werden, sondern zu einem guten Eintopf werden, in dem jedes Gemüse- oder Fleischstück noch zu erkennen ist.

So bot der Pastoralraum «Niederamt Süd» in seinem Konzert «Chrut und Gmües – volkstümlicher europäischer Eintopf» Lieder aus verschiedensten Ländern. Bärndütsch, ungarisch oder französisch: Im Konzert ergaben sie eine Harmonie, einen würzigen, bunten Eintopf. Etwas, was zu wünschen ist, für die zwei bestehenden und die zwei projektierten Pastoralräume.

Festlicher Abschluss

Im Festgottesdienst wies Dekanatsleiter Jörg Schmied auf die Parallelen zwischen Konzert und Pastoralem Entwicklungsplan hin. Ein Dirigent lese die Partitur, Leitungsgremien läsen Dokumente. Beide denken über die Umsetzung nach. Diese erfolge aber durch Menschen: beim Konzert durch Sänger oder Instrumentalisten, beim Projekt durch die Gläubigen. Dass die Kirchenmusik eine wesentliche Rolle spielt, hat sich am Samstag klar gezeigt. Das Projekt «Pastoraler Entwicklungsplan» mag noch nicht im Himmel angekommen sein, immerhin konnte man am Samstag eine Hörprobe davon nehmen.