Niedergösgens Gemeindepräsident Kurt Henzmann konnte am Dienstagabend 40 der 2273 Stimmberechtigten zur Rechnungsgemeindeversammlung pro 2013 in der Aula des Schulhauses 1970 willkommen heissen. Der grösste Brocken bei den traktandierten Kreditbegehren umfasste 380 000 Franken für die Sanierung der Schlossackerstrasse: Die Wasserleitung muss laut Wasserkommissionspräsident Benno Spielmann komplett auf einer Länge von 215 Metern für 265 000 Franken ersetzt werden.

Sie stammt aus dem Jahr 1945 und erhält mit 125 Millimetern gegenüber heute 75 Millimetern ein grösseres Kaliber sowie zwei zusätzliche Hydranten. Grund für die Sanierung seien Synergienutzungen mit der a.en. Das Geschäft wurde einstimmig angenommen. Auch einstimmig stimmte der Souverän der von Werkkommissionspräsident Klaus Loos beantragten Belagssanierung auf der Schlossackerstrasse für 115 000 Franken zu.

Sanierung und Verlängerung

Die weiteren Geschäfte betrafen zum einen die Kanalsanierung in der Schachenstrasse, der hinteren Schachenstrasse und in der Quartierstrasse für 295 000 Franken. Laut Loos wird die 300 Millimeter-Leitung in der Quartierstrasse auf 54 Metern durch eine 400 Millimeter-Leitung ersetzt und jene mit einem Kaliber von 350 Millimetern in der Schachenstrasse auf 64 Metern Länge durch eine mit einem Kaliber von 400 Millimetern. Ferner wird in der Schachenstrasse der Belag ersetzt. Dem Geschäft wurde einstimmig zugestimmt.

Zum anderen war erneut die Rebenstrasse ein Thema. Der vor einem Jahr, am 4. Juni 2013, an der Gemeindeversammlung getroffene Entscheid zum Ausbau des Wendeplatzes für 70 000 Franken am Ende der Strasse wurde am Dienstagabend wieder rückgängig gemacht; der Platz bleibt vorerst unangetastet. Hier stimmte der Souverän mit zwei Gegenstimmen und drei Enthaltungen zu.

Hingegen bewilligte der Souverän zusätzlich 75 000 Franken für die Verlängerung der Rebenstrasse im Bereich Wendeplatz in nordöstlicher Richtung bis hin zur Fussgängertreppe auf einer Breite von fünf Metern einstimmig. Grund für den Zusatzkredit sind laut dem Gemeindepräsidenten Ausböschungen auf der ganzen Länge sowie höhere Landerwerbskosten.

Defizit kleiner als geplant

Finanzverwalter Beat Fuchs führte durch die Verwaltungsrechnung 2013, welche mit einem Defizit von 712 370 Franken abschliesst. Dies sei zwar eine Verbesserung gegenüber dem Voranschlag um 374 861 Franken. «Trotzdem muss festgestellt werden, dass sich der Trend zur Verschlechterung der Rechnungsergebnisse nicht geändert hat», so Fuchs. Der Hauptgrund liege einmal mehr in der ungebremsten Zunahme im Bereich der Sozialen Wohlfahrt. Dass das Ergebnis dennoch besser ausgefallen sei als geplant liege bei Mehreinnahmen bei den Steuererträgen (plus 134 000 Franken) und an tieferen Nettoaufwänden in fast allen Bereichen (rund 223 000 Franken).

Die Rechnung weist einen Cash loss von 84 950 Franken aus, dies bei Nettoinvestitionen von 65 461 Franken, was einen Finanzierungsfehlbetrag von 150 411 Franken ergibt. Der Aufwandüberschuss von genau Fr. 712 370.40 wird durch das Eigenkapital gedeckt. Dieses schrumpfte entsprechend von Fr. 6 436 696.58 am 1. Januar 2013 auf Fr. 5 724 326.18 am 31. Dezember 2013.

Zu den Spezialfinanzierungen: Diese schliessen mit Ausnahme der Feuerwehr (Aufwandüberschuss von 17 397 Franken, Verschuldung bei der Gemeinde am 31. Dezember 2013: 283 567 Franken) positiv ab: Der Ertragsüberschuss bei der Wasserversorgung beträgt 114 158 Franken (Verschuldung bei der Gemeinde am 31. Dezember 2013: 408 904 Franken). Die Abwasserentsorgung weist ein Plus von 339 419 Franken aus (Nettovermögen gegenüber der Gemeinde am 31. Dezember 2013: rund 2,54 Mio. Franken). Und auch die Abfallbeseitigung fiel mit 32 065 Franken positiv aus (Nettovermögen am 31. Dezember 2013: 327 314 Franken). Der Souverän stimmte der Rechnung 2013 einstimmig zu. – Die Budgetgemeindeversammlung pro 2015 findet am Dienstag, 9. Dezember statt.