Egerkingen

Daylong-Erfinder ist erschüttert über Firmen-Schliessung

Die Produktion der Galderma Spirig wird nach Frankreich und Kanada ausgelagert. Christian Pflugshaupt war langjähriger CEO der Spirig Pharma.

Die Produktion der Galderma Spirig wird nach Frankreich und Kanada ausgelagert. Christian Pflugshaupt war langjähriger CEO der Spirig Pharma.

Dem langjährigem Spirig-CEO Christian Pflugshaupt blutet nach Schliessungs-Entscheid das Herz.

Die bekannte Daylong-Sonnencreme wird nur noch bis Ende 2018 in Egerkingen hergestellt. Am Donnerstag hat der Mutterkonzern Nestlé verkündet, dass der Produktionsbetrieb der Galderma Spirig nach Frankreich und Kanada ausgelagert wird und im Gäu bis zu 190 Stellen gestrichen werden.

Einer, dem ob dieser Nachricht das Herz blutet, ist Christian Pflugshaupt. Der Hägendörfer war bis Ende 2009 knapp 30 Jahre lang CEO der Spirig Pharma AG. «Eine solche Nachricht erschüttert einen in den Grundfesten», sagt Pflugshaupt. Am Telefon muss er kurz innehalten, bis er weitersprechen kann. «Ein bis vor kurzem patronal geführtes Unternehmen löst sich einfach in nichts auf.» Das sei «wahnsinnig emotional» für ihn. Wie wenn einem die eigenen Kinder weggenommen würden.

Vom Verlagerungsentscheid erfuhr Pflugshaupt direkt aus der Krisensitzung von seinem Sohn, der bei der Nestlé Skin Health tätig ist. Wenig später wurde die Öffentlichkeit informiert. Selbst hat der ehemalige CEO keinen Kontakt mehr in die Führungsspitze des Unternehmens, seit er 2012 aus dem Verwaltungsrat der Spirig Pharma AG ausgeschieden ist.

Vor fünf Jahren hat der heute 73-Jährige den Entscheid im Verwaltungsrat noch mitgetragen, die Spirig an Galderma zu verkaufen. «Wir wollten in kürzester Zeit mit unseren zwei Spitzenprodukten Daylong und Excipial möglichst rasch neue Märkte erschliessen, um unsere Produktionsstätte auch künftig auslasten zu können», sagt Pflugshaupt im Rückblick. Das wäre im Alleingang nicht möglich gewesen. Was zuerst nach einer Kooperation aussah, wurde später eine Übernahme durch die in Lausanne domizilierte Galderma, die ein Vertriebsnetz in 80 Ländern besitzt. Er stehe auch heute noch hinter dem Verkauf. «Die Strategie von Galderma hat uns zu 100 Prozent überzeugt.» Da Galderma keine eigene Produktion besass, konnte das Unternehmen so fortan Produkte selbst herstellen. Zudem sicherten die damaligen Verantwortlichen zu, den Standort Egerkingen zu erhalten.

In seinen Augen die «entscheidende Änderung», die nun zum Verlagerungsentscheid führte, gab es mit der vollständigen Übernahme der Galderma-Aktien durch Nestlé. «Dieser Konzern denkt in ganz anderen Dimensionen, da zählen regionale Besonderheiten nichts mehr», sagt Pflugshaupt.

Der Ostschweizer aus Weinfelden TG hat sein ganzes Berufsleben bei der Spirig verbracht. 1976 fing er als Industriepraktikant an, daraus ergab sich eine Festanstellung. 1984 übernahm er zusammen mit Mitstreitern in einem Management-Buy-out von Gründer Hugo Spirig die Firma, die damals rund 40 Mitarbeiter zählte. Nach seinem Austritt als CEO 2009 waren es rund 400. «Wir haben einen Musterbetrieb aufgebaut», sagt er.

Pflugshaupt war es auch, der den Verkaufsrenner Daylong lancierte: Anfang der 1990er-Jahre stiess er in Amerika auf ein Verfahren, welches die Wasserfestigkeit von Sonnencremen massiv erhöhte. Als Biochemiker und studierter Betriebswirt erkannte er das Potenzial und brachte die Technologie in die Schweiz. Damals war ein Sonnenschutzfaktor von 16 eine Neuheit, heute bietet Daylong Sonnenschutzmittel mit Faktor 50+ an, das heisst, die Eigenschutzzeit wird um die entsprechende Zahl multipliziert.Die bekannte Daylong-Sonnencreme wird nur noch bis Ende 2018 in Egerkingen hergestellt. Am Donnerstag hat der Mutterkonzern Nestlé verkündet, dass der Produktionsbetrieb der Galderma Spirig nach Frankreich und Kanada ausgelagert wird und im Gäu bis zu 190 Stellen gestrichen werden (wir berichteten).

Einer, dem ob dieser Nachricht das Herz blutet, ist Christian Pflugshaupt. Der Hägendörfer war bis Ende 2009 knapp 30 Jahre lang CEO der Spirig Pharma AG. «Eine solche Nachricht erschüttert einen in den Grundfesten», sagt Pflugshaupt. Am Telefon muss er kurz innehalten, bis er weitersprechen kann. «Ein bis vor kurzem patronal geführtes Unternehmen löst sich einfach in nichts auf.» Das sei «wahnsinnig emotional» für ihn. Wie wenn einem die eigenen Kinder weggenommen würden.

Vom Verlagerungsentscheid erfuhr Pflugshaupt direkt aus der Krisensitzung von seinem Sohn, der bei der Nestlé Skin Health tätig ist. Wenig später wurde die Öffentlichkeit informiert. Selbst hat der ehemalige CEO keinen Kontakt mehr in die Führungsspitze des Unternehmens, seit er 2012 aus dem Verwaltungsrat der Spirig Pharma AG ausgeschieden ist.
Vor fünf Jahren hat der heute 73-Jährige den Entscheid im Verwaltungsrat noch mitgetragen, die Spirig an Galderma zu verkaufen. «Wir wollten in kürzester Zeit mit unseren zwei Spitzenprodukten Daylong und Excipial möglichst rasch neue Märkte erschliessen, um unsere Produktionsstätte auch künftig auslasten zu können», sagt Pflugshaupt im Rückblick. Das wäre im Alleingang nicht möglich gewesen. Was zuerst nach einer Kooperation aussah, wurde später eine Übernahme durch die in Lausanne domizilierte Galderma, die ein Vertriebsnetz in 80 Ländern besitzt. Er stehe auch heute noch hinter dem Verkauf. «Die Strategie von Galderma hat uns zu 100 Prozent überzeugt.» Da Galderma keine eigene Produktion besass, konnte das Unternehmen so fortan Produkte selbst herstellen. Zudem sicherten die damaligen Verantwortlichen zu, den Standort Egerkingen zu erhalten.

Die Erklärung von Regierungsrätin Brigit Wyss zur Schliessung der Galderma Spirig AG: «Für uns alle kam die Nachricht sehr überraschend.»

Die Erklärung von Regierungsrätin Brigit Wyss zur Schliessung der Galderma Spirig AG: «Für uns alle kam die Nachricht sehr überraschend.»

In seinen Augen die «entscheidende Änderung», die nun zum Verlagerungsentscheid führte, gab es mit der vollständigen Übernahme der Galderma-Aktien durch Nestlé. «Dieser Konzern denkt in ganz anderen Dimensionen, da zählen regionale Besonderheiten nichts mehr», sagt Pflugshaupt.

Der Ostschweizer aus Weinfelden TG hat sein ganzes Berufsleben bei der Spirig verbracht. 1976 fing er als Industriepraktikant an, daraus ergab sich eine Festanstellung. 1984 übernahm er zusammen mit Mitstreitern in einem Management-Buy-out von Gründer Hugo Spirig die Firma, die damals rund 40 Mitarbeiter zählte. Nach seinem Austritt als CEO 2009 waren es rund 400. «Wir haben einen Musterbetrieb aufgebaut», sagt er.

Pflugshaupt war es auch, der den Verkaufsrenner Daylong lancierte: Anfang der 1990er-Jahre stiess er in Amerika auf ein Verfahren, welches die Wasserfestigkeit von Sonnencremen massiv erhöhte. Als Biochemiker und studierter Betriebswirt erkannte er das Potenzial und brachte die Technologie in die Schweiz. Damals war ein Sonnenschutzfaktor von 16 eine Neuheit, heute bietet Daylong Sonnenschutzmittel mit Faktor 50+ an, das heisst, die Eigenschutzzeit wird um die entsprechende Zahl multipliziert.

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