Weil er gegen den von der Gemeinde verfügten Rückschnitt seiner Hecke Einsprache erhob, geriet SVP-Ortsparteipräsident Rolf Joachim Mitte Juni dieses Jahres in die Schlagzeilen. Insbesondere seine Nachbarin beschwerte sich darüber, dass im Dorf offenbar nicht bei allen dieselben Massstäbe angelegt würden.

Dass er damals von einigen Leuten im Dorf und von der Presse an den Pranger gestellt worden sei, habe ihn gestört, zumal er nur seine rechtlichen Möglichkeiten ausgeschöpft habe, sagt Rolf Joachim. «Jedermann, der eine solche Verfügung von der Gemeinde bekommt, kann dagegen Einsprache erheben, daran ist nichts Anrüchiges.» Auf die Nachfrage dieser Zeitung und den dazu erschienenen Pressebericht habe er nicht reagiert, weil er sich in den Ferien befunden habe.

Hecke über Jahre geduldet

Seine Einsprache beründet der 49-Jährige damit, dass die Hecke an der stark befahrenen Fulenbacherstrasse auch als Sicht- und Lärmschutz diene. «Wenn ich sie wie von den Behörden verlangt auf eine Höhe von 60 Zentimetern zurückschneide, dann ist es vorbei mit der Ruhe und mit der ohnehin schon eingeschränkten Lebensqualität.» Das findet auch Ehefrau Tanja Joachim, die zudem moniert, dass die Hecke bei der Einmündung Aeschlimatt in die Fulenbacher schon seit Jahrzehnten entlang der Strasse verlaufe. «Wir wohnen nun seit 14 Jahren hier und nun kommt die Gemeinde plötzlich auf die Idee, die Hecke radikal zu stutzen.» Für sie sei das unverständlich.

Inzwischen haben Verhandlungen mit dem Kanton und der Gemeinde satt gefunden. «Wir konnten uns im Gespräch auf eine Lösung einigen, die aus Tannengehölz bestehende Hecke bei der Einmündung so zurückzuschneiden, dass neu etwa 60 Meter der Fulenbacherstrasse für die Verkehrsteilnehmer einsehbar sind», berichtet Joachim. Allerdings müsse er nun einen Teil der Hecke neu pflanzen. «Das werden wir wohl noch dieses Jahr anpacken, damit sich die durch der Rückschnitt entstandene Lücke möglichst bald schliesst».

Joachim akzeptiert Entscheid

Schade findet Joachim, dass seine Lösungsvorschläge wie die Einrichtung einer Einbahnstrasse oder die Installation eines Spiegels nicht aufgenommen worden sind. «Dann hätte die Hecke gar nicht gestutzt werden müssen.» Die getroffene Lösung als solche akzeptiere er aber, auch wenn er den Eindruck nicht los werde, dass es in Härkingen beim Zurückschneiden von Sträuchern noch viel Handlungsbedarf gebe, auch bei Behördenmitgliedern.

Im Dorf gebe es sicher noch Fälle, wo die Gemeinde aktiv werden müsse, bestätigt Daniel Bloch von der zuständigen Werk- und Umweltkommission. Die Frist, Sträucher entlang von Strassen und Einmündungen zurückzuschneiden, sei am 11. Oktober abgelaufen. «Wir werden nun überprüfen, ob die dieses Jahr angeschriebenen Liegenschaftsbesitzer ihrer Pflicht nachgekommen sind und diesen wenn nötig zuerst eine Nachfrist einräumen.» Wenn das nicht fruchte, werde wie vor einem Jahr bei Rolf Joachim der Rückschnitt von Amtes wegen verfügt.

Gemeinde schaut genauer hin

Bloch räumt in diesem Zusammenhang ein, dass die Gemeinde die bei Joachim beanstandete Hecke über Jahre geduldet habe. «Seit etwa zwei Jahren gehen wir solchen Fällen mit Hecken entlang von Strassen und bei Ausfahrten aktiv nach und verlangen von den Hausbesitzern sicherheitstechnische Anpassungen. Da gibt es noch einiges zu tun», so der Präsident der der Werk-und Umweltkommission.