Ein Augenschein vor Ort zeigte am Donnerstagmorgen - einen Tag nach das Elektromobil von Nationalrätin Bea Heim anfing zu brennen und die Flammen auf das Haus übergingen - folgendes Bild: Der Eingangsbereich im Parterre ist weitgehend zerstört, jedoch blieben Peter Heims Bastelraum dahinter weitestgehend sowie die Waschküche und der Luftschutzkeller komplett unversehrt. Und das wichtigste für den ehemaligen Kantonsschullehrer und Oltner Stadtarchivar: Seine private Archivsammlung hat ebenfalls keinen Schaden genommen.

Etwas anders präsentierte sich die Situation im ersten Stock, dem Wohnbereich. Der Teil oberhalb des Eingangsbereichs wurde zwar ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen, und dort, wo einst eine Fensterfront war, halten provisorische Bretterwände Wind und Wetter ab. Dennoch ist der Wohnbereich betroffen. Nicht Brandschäden sind dafür verantwortlich, sondern eine feine, eklige, klebrige Russschicht, die sich überall ausgebreitet hat, verbunden mit entsprechenden Geruchsimmissionen.

Nur die Laptops gerettet

Ausser ihren Laptops haben Bea und Peter Heim nichts mitnehmen können. Derzeit residieren sie in einem Hotel in der Region, anschliessend möchten sie übergangsweise eine kleine Wohnung beziehen, bis ihr Haus wieder hergerichtet ist, wobei wohl erst nach dem Beizug eines Baustatikers feststehen wird, wie umfangreich die Sanierungsmassnahmen sein werden.

Bea Heim schilderte, wie sie den Nachmittag erlebt hatte. Wie schon berichtet, habe sie zuerst versucht, das Feuer selber zu löschen, habe aber bald eingesehen, dass sie alleine nichts würde ausrichten können. Dann habe sie die Feuerwehr alarmiert. «Es haben sich viele Feuerwehrleute eingesetzt, es war fantastisch. Auch die Polizei ist rasch vor Ort gewesen und hat uns über unsere Rechte aufgeklärt». Alle Nachbarn hätten Anteilnahme gezeigt und Hilfe angeboten. «Da habe ich gemerkt, in welch guter Nachbarschaft wir leben», zeigte sich die Nationalrätin erfreut. Auch Gemeindepräsident Daniel Thommen habe sich gemeldet und die Hilfe der Einwohnergemeinde angeboten.

«Wir sind nicht allein»

Währenddem Ehemann Peter in der Nacht nach dem Brand kein Auge habe schliessen können, habe sie tief und ruhig geschlafen, bemerkte Bea Heim. «Wir sind nicht allein und werden fachlich begleitet, das ist ein gutes Gefühl», bekannte sie, jenen Optimismus und jene Zuversicht ausstrahlend, die man an ihr kennt – selbst in diesen schwierigen Momenten.

«Mein Mann und ich leben und haben keinen Schaden genommen, das ist das Wichtigste. Die materiellen Werte kann man ersetzen». Dennoch macht sie sich keine Illusionen, dass die Renovation ihres Hauses lange dauern dürfte. «Vorläufig gilt es, Tag für Tag zu nehmen, wie er kommt. Etwas Anderes hilft da gar nicht. Es wartet viel Arbeit auf uns», zeigte sie sich realistisch.

Betreffend der Brandursache sind die Untersuchungen derzeit am Laufen. Laut Peter Heim wird aber ein Defekt am Stecker des Kabels, mit dem Bea Heim ihr Elektromobil an die Ladestation angeschlossen hatte, vom Hersteller in Betracht gezogen.

Übrigens: Die Liegenschaft von Bea und Peter Heim wird in den kommenden Wochen rund um die Uhr im Dreischicht-Betrieb bewacht, wie Kundenbetreuerin Manuela Kappeler von der Securitas vor Ort in Aussicht stellte. Die Liegenschaft Untere Kohliweidstrasse 27 dürfte also auf Wochen hinaus für potenzielle Einbrecher das am wenigsten lohnenswerte Objekt in der ganzen Region sein.