Schon im Treppenhaus ist Gedudel zu hören. Schüler der 5. Klasse in Laupersdorf wollen erst gar nicht abwarten, bis die Stunde beginnt, sondern blasen frisch und fröhlich in Instrumente wie Trompete, Cornet, Es-Horn, Bariton, Posaune oder Saxofon.

Die Töne, die sie hervorbringen, verleiten einen zwar nicht in Schwelgerei, ein Anfang ist es allemal. Erstaunlich schnell ruhig wird es in der Klasse, als Hans Burkhalter, Leiter der Bläserklasse, zu sprechen beginnt. Auf dem heutigen Programm stehen die Stammtöne.

Sofort ist klar, dass im Zentrum dieses Projekts Bläserklasse nicht Theorie, sondern Praxis steht: Die Schüler sollen den ersten Ton, das G, spielen. Den Ton an gibt hier definitiv ein Junge mit der Trompete, der wie auch sein Kollege nur so vor Elan strotzt, aber sie müssen erst noch lernen, die Luft zu dosieren.

Die Mädchen an den Cornets hingegen kämpfen mit den Tönen. Burkhalter ermuntert sie, kräftig reinzublasen. Klassenlehrer Ruedi Berger lässt mit der Posaune gleich drei Töne nacheinander erklingen, nur: Welcher ist der Richtige?

Irgendeinmal ist dann im ganzen Gewirr von Klängen der gewünschte gemeinsame Ton zu erahnen. Kurz danach scheint sich der Musikraum in ein Bienenhaus verwandelt zu haben. Es ist von einem Summen erfüllt, hervorgerufen von Übungen alleine mit dem Mundstück. «Ihr seid alle locker, das ist tipptop», lässt Burkhalter verlauten, der die Klasse mit viel Geduld im Zaum hält.

Die Frage «Was geschieht, wenn ein Bleistift in den Trichter fällt? Kann man ihn dann wieder herausblasen?» bringt ihn nicht aus der Fassung. Mit den Stammtönen kommen die Schüler einigermassen gut voran, sodass sie gegen Ende der Stunde die Noten von «Alle meine Entchen» beisammen haben.

Nach dieser ersten Stunde fällt Hans Burkhalters Bilanz durchwegs positiv aus. Die Schüler zeigen Interesse und reagieren auf seine Zeichen. Aus seiner Erfahrung mit der Bläserklasse in Zuchwil weiss Burkhalter, dass die Klasse einen grossen Zusammenhalt entwickeln wird. Zudem biete das Projekt den Schülern die Möglichkeit, Musik auf andere Art zu erleben und Freude daran zu gewinnen.

Obwohl die Lippen surren, sind die Schüler glücklich mit ihren ausgewählten Instrumenten. «Sie haben noch bis zu den Herbstferien Zeit, um zu wechseln», erklärt Burkhalter. Spätestens dann werden sie sicherlich selbstbewusst hinter ihren Instrumenten sitzen und «Alle meine Entchen» spielen, was einige Schüler zum grossen Ziel erklärt haben.