Boningen
Das Wirten im Blut und die Schweiz im Herzen

Nach fünfmonatiger Pause wurde das Restaurant St. Urs in Boningen vor einigen Tagen wiedereröffnet. Der neue Pächter Samir Rhouma wirtete vorher 14 Jahre lang in Strengelbach.

Karin Schmid
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Seit einigen Tagen empfängt im «St. Urs» in Boningen Wirt Samir Rhouma die Gäste (Foto unten im Saal).

Seit einigen Tagen empfängt im «St. Urs» in Boningen Wirt Samir Rhouma die Gäste (Foto unten im Saal).

BRUNO KISSLING

Zweieinhalb Jahre führten Bruno und Heidi Schnyder das Traditionsrestaurant St. Urs in Boningen. Im Mai verliessen sie die 1644 erbaute Gaststätte. Seit letztem Wochenende herrscht dort wieder reger Betrieb. Der neue Wirt Samir Rhouma hat seine ersten Arbeitstage im «St. Urs» hinter sich. «Sie waren super», zeigt sich der 48-Jährige erfreut. «Wir hatten laufend Gäste. Die Leute hatten Freude, dass das Restaurant wieder offen ist. Wir wurden gut aufgenommen in Boningen. Ich hoffe, dass es so bleibt.»

«Wir» sind neben dem Wirt drei Festangestellte und zwei Aushilfen, darunter die bisherige «St. Urs»-Köchin sowie vier Servicepersonen. «Das ‹St. Urs› ist ein Name, eine Adresse», hält Rhouma fest. Er und sein Team wollen die bisherige, regionale Kundschaft (weiter-)pflegen und der zu den ältesten des Kantons gehörenden Gaststätte zu neuem Ansehen und Glanz verhelfen.

Seit 17 Jahren Wirt

Samir Rhouma ist gelernter Koch und hat die Hotelfachschule im französischen Nizza absolviert. Als er dort seine spätere Ehefrau, eine Rothristerin, kennenlernte, zog der gebürtige Tunesier vor 21 Jahren in ihr Heimatland. Nachdem er je sieben Jahre lang im Gasthof Hirschen sowie im Restaurant Castello in Strengelbach gewirtet hatte, legte er im Frühjahr 2014 eine Pause ein. «Ich hatte einfach genug vom Wirten», erinnert sich der Vater von drei Kindern im Alter zwischen zwölf und 18 Jahren. Doch nach acht Monaten, in denen er im Casino Baden als Koch arbeitete, juckte es ihn wieder. «Seit 17 Jahren hatte ich gewirtet und vermisste es. Ich kann nicht aufhören damit; ich habe es im Blut.» Ihn fasziniert dabei «der Kontakt zu den Menschen» sowie «die Fantasie und neuen Ideen, die man als Koch einbringen kann». Und: «In diesem Beruf ist jeder Tag anders, jeder Tag ist ein neuer Tag. Das ist schön.»

«St. Urs» war schon bekannt

Anfang September meldete sich der nach wie vor privat in Strengelbach wohnhafte Samir Rhouma auf ein Inserat der Bürgergemeinde Boningen, der das «St. Urs» gehört. «Ich hatte das Restaurant schon einige Male besucht und kannte es. Ich kannte auch die Wirte-Vorgänger meiner Vorgänger, fand das Restaurant schön und die Möglichkeiten mit dem Parkplatz und dem 80 Personen fassenden Saal.» Schon wenige Wochen später, am 10.10., feierte er (Wieder-)Eröffnung im «St. Urs».

Baulich hat und will er das Gasthaus belassen, wie es ist. Auf Rhoumas Speisekarte des «St. Urs» steht gutbürgerliche Küche – «eigentlich wie bisher». Dazu kommen «eine italienische Ecke mit südländischen Spezialitäten wie Fisch und Pizza» sowie eine auf die Saison abgestimmte Spezialkarte. Die aktuelle enthält Wildgerichte.

Samir Rhoumas Pachtvertrag in Boningen läuft über fünf Jahre. «Mal schauen, wie es kommt.» Das «St. Urs» ist von Dienstag bis Sonntag von 8.30 bis 0.15 Uhr geöffnet (warme Küche bis 22 Uhr). Am Montag ist Ruhetag.

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