Bei einer Kirche würde man von zwei Seitenschiffen sprechen, welche auf West- und auf der Ostseite an den Haupttrakt des Bienkensaals in Oensingen angegliedert wurden. Der 1995 erbaute Bienkensaal selbst wurde mit einem kuppelförmigen Dach aus Kupfer versehen, die beiden Seitentrakte, in welchen Küche und Bibliothek untergebracht sind, mit einem Flachdach.

Durch dieses Flachdach drang in der Vergangenheit vermehrt Feuchtigkeit in die Küche und in die Bibliothek ein. Bemerkt wurde dies erstmals im letzten Jahr nach entsprechenden Rückmeldungen aus der Bibliothek. «Das Wasser tropfte auf die Bücher», erinnert sich der Leiter Bau Andreas Affolter.

Grössere Schäden als erwartet

Um weitergehende Schäden durch die eindringende Feuchtigkeit zu verhindern, hatte der Gemeinderat im Budget 2018 einen Betrag von 75'000 Franken für die Sanierung des östlichen Seitentrakts bereitgestellt. Bei der Aufnahme der Sanierungsarbeiten zeigte sich das wahre Ausmass der Schäden am mittlerweile 23 Jahre alten Flachdach.

Als zusätzliche Schwachstellen stellten sich die an das Hauptgebäude anschliessenden Oblichter heraus, welche nun wegen Undichtheit komplett ersetzt werden müssen. Erneuert werden müssen auch diverse Kittfugen. Um die Sanierungsarbeiten ordnungsgemäss auszuführen, braucht es weitere Mittel in der Höhe von 35'000 Franken, womit sich die Gesamtkosten für die Sanierungsarbeiten des östlichen Seitentrakts auf insgesamt 110'000 Franken erhöhen.

Der dafür nötige Nachtragskredit wurde vom Gemeinderat bewilligt. Im Hinblick auf die geplante Sanierung des westlichen Seitentrakts, bei welchem mit denselben Mängeln zu rechnen ist, wird der Rat über die Höhe derselben Sanierungskosten in gleichen Grössenordnung zu befinden haben.

Straffere Parkplatzbewirtschaftung

Verabschiedet wurde vom Rat ferner die Teilrevision des Parkierungsreglements mit Gebührentarif zuhanden der ausserordentlichen Gemeindeversammlung vom 29. Oktober. Dabei ging es um die konsequentere Umsetzung der Parkplatzbewirtschaftung der gemeindeeigenen Parkplätze in Oensingen. So sollen künftig vermehrt Parkplatzkontrollen durchgeführt und Verstösse gegen richterliche Verbote pro Fall mit einer Umtriebs-Entschädigung von 50 Franken geahndet werden.

Mit der Teilrevision gibt es auch Änderungen bei den Parkgebühren und Ergänzungen beim Angebot. So sollen künftig auch Monats-Parkkarten gekauft werden können. Bisher wurden nur Tageskarten, Wochenkarten und Jahreskarten angeboten. Gemäss Reglement kostet eine Parkkarte für eine Woche 25 Franken, für einen Monat 35 Franken und für ein Jahr 350 Franken. Die Teilrevision des Gebührentarifs soll vorbehaltlich der Zustimmung durch die Gemeindeversammlung per 1. November 2018 in Kraft treten.

Grüngut-Vignetten werden teuer

Eine weitere Teilrevision betrifft die Gebührenordnung zum Abfallreglement. Nötig wird diese, weil der Ertragsüberschuss von 25 627 Franken aus dem Jahr 2017 nicht ausreichte, um den Negativsaldo dieser Spezialfinanzierung von 165 264 Franken per 31. Dezember 2017 zu amortisieren. Mit der Erhöhung der Preise für Grüngut-Jahres- und Einzelvignetten und dem Belassen der Gebühren beim Siedlungsabfall soll auch dem Verursacherprinzip Rechnung getragen werden, wie im Rat erwähnt wurde. Die neuen Verkaufspreise für Grüngut sollen wie folgt festgelegt werden:

  • Jahresvignetten: 140 Liter: Fr. 153,60 (bisher Fr. 120); 240 Liter: Fr. 236,50 (bisher
  • Fr. 185): 800 Liter: Fr. 760 (bisher Fr. 590).
  • Einzelvignetten: 140 Liter: Fr. 8,35 (bisher Fr. 6,50), 240 Liter: Fr. 12,50 (bisher Fr. 9,50), 800 Liter: Fr. 38,20 (bisher Fr. 30).

Diese Preise verstehen sich mit Mehrwertsteuer und werden in der Gebührenordnung aber exklusive Mehrwertsteuer aufgeführt, damit das Reglement nicht bei jedem Wechsel des Steuersatzes angepasst werden muss. Inkrafttreten soll die Teilrevision der Gebührenordnung zum Abfallreglement per 1. Januar 2019, vorbehaltlich der Zustimmung durch die Gemeindeversammlung.

Abwassergebühren sinken

Zu einer finanziellen Entlastung soll es bei Abwasserpreisen kommen. Der Grund dafür liegt beim hohen Eigenkapital dieser Selbstfinanzierung. Dieses hat mit 20,455 Mio. Franken per Ende 2016 einen Stand erreicht, welcher gemäss HRM2 keine weiteren Rücklagen mehr erlaubt. Deshalb sollen diese Gebühren von bisher Fr. 1,60 auf neu Fr. 0,60 pro Kubikmeter Wasserverbrauch gesenkt werden.

Weil die Betriebsrechnung Wasser hingegen seit Jahren deutliche Defizite ausweist, sollen hier die Grundgebühren erhöht werden. Für Privathaushalte soll die jährliche Grundgebühr von 60 neu auf 115 Franken angehoben werden, für Gewerbebetriebe von 105 auf 205 Franken und für Industriebetriebe von 160 auf 360 Franken. Alle neuen Preise werden im Reglement ohne Mehrwertsteuer ausgewiesen.

Gebühren für Nutzung Sportzentrum

Gebühren sollen künftig auch für die Benutzung des Sportzentrums Bechburg von den einheimischen Vereinen erhoben werden. Die vom Gemeinderat überarbeitete Gebührenordnung sieht vor, dass Vereine, die über das Wochenende im Sportzentrum Meisterschaftsspiele und dergleichen durchführen, ab 1. Januar 2019 eine Gebühr zu entrichten haben.

Diese beträgt jeweils für einen halben Tag 100 Franken und für einen ganzen Tag 200 Franken. Erhoben werden diese Tarife jeweils am Samstag und am Sonntag. Auch über diese Gebühren wird der Souverän an der ausserordentlichen Gemeindeversammlung vom 29. Oktober befinden können.