22 Stimmberechtigte verfolgten am vergangenen Montagabend im Mehrzweckgebäude Dünnerehof in Welschenrohr die letzte Gemeindeversammlung unter der Leitung von Gemeindepräsident Stefan Schneider. Bekanntlich wird er Ende Juli sein Amt an Theres Brunner übergeben. Sie, die derzeit noch das Vizepräsidium innehat, dankte denn auch am Schluss der zügig durchgezogenen Versammlung und Stefan Schneider für seine langjährigen Verdienste für die Gemeinde. «22 Jahre war Schneider Gemeinderat, davon 11 Jahre Gemeindepräsident – eine grosse Arbeit, welche der Gemeinderat und die ganze Bevölkerung herzlich verdankt.»

Brunner erwähnte ein paar Meilensteine, die seit Schneiders Wahl am 1. Juni 2008 realisiert wurden. «Noch gibt er nicht alle Chargen ab», so Brunner. «Als Präsident der zuständigen Arbeitsgruppe leitet er die Fusionsverhandlungen mit Gänsbrunnen.» Schneider seinerseits bedankte sich gerührt bei seiner Nachfolgerin und überreichte den beiden Mitarbeiterinnen auf der Gemeindeverwaltung, Finanzverwalterin Daniela Altermatt und Gemeindeschreiberin Beatrice Fink, einen Blumenstrauss als Dank für die stets erfreuliche Zusammenarbeit.

Gute Ausgabendisziplin

Vorher genehmigten die Stimmbürger die Rechnung 2018 mit einen Ertragsüberschuss von 507'000 Franken. Budgetiert war ein Überschuss von 35'000 Franken. Der Ertragsüberschuss wird dem Eigenkapital zugewiesen. Der gute Abschluss sei auf bessere Steuererträge, aber auch auf die grosse Budgetdisziplin bei allen Posten zurückzuführen, erklärte Ressortleiter Finanzen Beat Allemann. «Ausser bei der Sozialen Wohlfahrt und beim Verkehr schlossen alle Posten unter Budget ab.» Genehmigt wurden auch die positiv schliessenden Spezialfinanzierungen sowie ein Nachtragskredit von 130'000 Franken für die Steuerung der Wasserversorgung, die durch einen Sturm im Dezember 2018 beschädigt wurde. Dieser Ersatz war eigentlich erst für 2020 geplant.

Beat Allemann stellte den Finanzplan von 2020–2024 vor. Grundsätzlich könne gesagt werden, dass die Zukunft für Welschenrohr gut aussehe. «Wichtig ist aber, dass wir den Finanzausgleich von rund 1,6 Millionen Franken weiterhin erhalten», so Allemann. Als grössere Ausgabe wird ein neues Tanklöschfahrzeug im Jahr 2022 aufgelistet. Entsprechen die Berechnungen den Tatsachen, wäre es sogar möglich, im Jahr 2020 die Steuern nochmals zu senken. «Für den Finanzausgleich spielt der Steuersatz keine Rolle. Dieser richtet sich nach der Finanzkraft einer Gemeinde», erklärt Allemann.

Als Zeichen des Service publice beantragt der Gemeinderat dem Souverän die teilweise Streichung oder Senkung von etlichen Posten im Gebührenregelement. Man wolle eine bürgerfreundliche Gemeinde sein, wurde gesagt. Die Versammlungsteilnehmer sagten einstimmig Ja zu dieser Änderung, ebenso wie zum Vertrag der Bevölkerungsschutzregion Thal-Gäu, zur Statutenänderung des Zweckverbandes ARA Falkenstein und zu einer kleinen Änderung im Wasserreglement Welschenrohr. Neu haben die Gemeindearbeiter die Möglichkeit, nicht bloss von Dezember bis Januar den Wasserstand abzulesen, sondern können dies nun gemäss ihrem Arbeitsaufwand flexibel tun.