«Ja, das ist so. Auf Ende Jahr werden wir aufhören.» So bestätigt Andy Haefeli die Gerüchte, die in jüngster Zeit die Runde machten. Im Jahr 2003 haben er und seine Frau Marion den traditionsreichen Gasthof Limmernschlucht in Mümliswil – die Wurzeln reichen ins Jahr 1874 zurück – von Vater Andreas Haefeli übernommen. Auf die Gründe für das Ende will Andy Haefeli im Moment nicht näher eintreten. Er sagt nur so viel: «Es ist jetzt einfach so.»

«Gravierend» fürs Dorf

Nicht von ungefähr war die Schliessung Thema an der Nominationsversammlung CVP Mümliswil-Ramiswil (siehe Artikel unten) von Bedeutung. Der Anlass fand nämlich in eben dieser «Limmernschlucht» statt, weil das Haus und die Partei eine enge Verbindung haben. «Es hat mir fast das Herz gebrochen, als ich erfuhr, dass der Gasthof Ende Jahr geschlossen und abgebrochen wird», tat Urs Bader der Versammlung kund. Er forderte den Parteivorstand auf, die Initiative zu ergreifen und mit dem künftigen Besitzer zu sprechen. Und Gemeindepräsident Kurt Bloch fügte bei, die Schliessung sei für das Dorf tatsächlich gravierender, als wenn ein anderes Geschäft dicht-mache. «Immerhin geht ein Stück Kultur verloren und vielen Vereinen werde ihr Stammlokal entzogen.»

«Ewig schade dafür»

Als künftiger Besitzer der Parzelle und des Gasthauses – im Dorf auch «Reschterant» genannt – wird der Ramiswiler Bauunternehmer Paul Fluri genannt. Doch er sagt: «Bevor der Handel nicht unterschrieben ist, bin ich nicht der Besitzer.» Allerdings habe er mit Andy Haefeli einen Vorvertrag abgeschlossen. «Eine gewisse Sicherheit wollen wir beide schon haben.» Und Vorstellungen, was auf dem Grundstück geschehen soll, hat Fluri natürlich auch. Er findet zwar ebenfalls, es sei im Grund «ewig schade» um die «Limmernschlucht». Trotzdem sei es für ihn kein Thema, das Restaurant zu erhalten. «Ich bin nun wirklich kein Wirt.»

Abgesehen davon sei die Bausubstanz beim älteren Teil des Gebäudes sehr schlecht. Da lasse sich mit vernünftigem Aufwand nichts mehr machen. «Meine Idee ist, das gesamte Gebäude abzubrechen und auf dem Areal sechzehn Wohnungen zu bauen, die altersgerecht sind.» So in der Art, wie sie Fluri am Brüggliweg, wenige Meter vom Gasthof Limmernschlucht entfernt, vor einigen Jahren erstellt hat. «Das Haus dort war schnell voll belegt. Das zeigt mir, dass der Bedarf vorhanden ist, und zwar nicht nur für grosse Wohnungen, sondern auch solche mit zweieinhalb Zimmern.»

Und die Leerwohnungen?

Nun gibt es in Mümliswil nicht wenige Wohnungen, die leer stehen. Die Zahl schwankt in den letzten Jahren zwischen dreissig und fünfzig. «Man muss diese näher ansehen», sagt Fluri. «Diese sind halt nicht so attraktiv, wie das heute gewünscht wird.» Der Unternehmer ist sich sicher: Falls er sein Vorhaben umsetzen kann, so werden die Wohnungen schnell besetzt sein. (Mitarbeit: jtm)