Reitsport

Das Thal ist ein Paradies für Pferdefans

In den letzten Jahren sind im Thal in mehreren Gemeinden grössere Reitställe entstanden. Die Pferde kommen sich aber nicht in den Weg. Auch von den Gemeinden wird die hohe Dichte an Reitställen positiv aufgenommen.

Das Thal mag auf den ersten Blick abgelegen erscheinen. Dabei geht vergessen, wie schnell die ländliche Gegend von der Autobahn aus erreichbar ist. Dies ist wohl einer der Grundpfeiler für eine Entwicklung, die im Thal schon länger zu beobachten ist: Das Thal ist zum Mekka für Pferdefans geworden.

So auch in Balsthal, Aedermannsdorf und in Matzendorf: In diesen drei benachbarten Ortschaften sind in den letzten Jahren gleich mehrere grosse Reitställe entstanden. Zusammen mit vielen Einzelhöfen, in denen Pferde untergebracht sind, ergibt sich eine überdurchschnittlich hohe Anzahl von Pferden. Kommen die sich nicht in den Weg, fragt sich manch Aussenstehender. Beim Nachhaken fällt die die Antwort unisono aus: «Nein. Jedenfalls bis jetzt nicht», so der Tenor.

Betriebe sind spezialisiert

«Wir kommen gut aneinander vorbei im Thal», erklärt Patrick Winkler, der Inhaber des Sport- und Handelsstalles in Aedermannsdorf. Dies deshalb, weil die grossen Reitställe auf ein anderes Zielpublikum ausgerichtet sind. Bei ihm gehen vor allem Fans des Springreitens ein und aus. In der grossen Halle in Aedermannsdorf trainieren Talente wie etwa Anja Sanchez und Ariane Muff regelmässig mit verschiedenen Pferden. Die Anlage biete ihnen hervorragende Trainingsmöglichkeiten, berichten die beiden. «Die Bedingungen hier sind hervorragend. Und auch für entspannte Ausritte ist die Gegend geeignet», sagt Ariane Muff. Sie hat sich deshalb dazu entschieden, in Aedermannsdorf einen eigenen Turnier- und Ausbildungsstall einzurichten. Dabei komme man schon ab und zu in Kontakt mit anderen Reitern. Zum Beispiel solchen, die in der Westernanlage «Sport and Horses» in Matzendorf trainieren.

Auch dort hat sich Besitzer Sven Friesecke bemüht, einen Betrieb mit idealen Trainingsbedingungen für diejenigen aufzubauen, wie wettkampfmässig Westernreiten betreiben. Sein Betrieb habe weit und breit das beste Angebot für Westernreiter, sagt Friesecke mit Blick etwa auf den speziellen Sandboden in der Halle. Für die Königsdisziplin im Westernreiten, dem «Reining», sei eine solche Unterlage unerlässlich. «Ein ähnliches Angebot gibt es nur noch in der Westschweiz», weiss Friesecke.

Auch Freizeitsportler haben Platz

Auch Reiter ohne Wettkampfambitionen sind im Thal gut vertreten. Das weiss Roland Nussbaumer, der Präsident des Kavallerie-Reitvereins Balsthal-Thal. In diesem Verein ist ein grosser Teil der Reiter im Thal zusammengeschlossen. «Die Zahl der Reiter hat in den letzten Jahren zugenommen», stellt er fest. Für ihn sei das eine positive Entwicklung, auch wenn es Herausforderungen mit sich bringe. Etwa im Moos in Balsthal, wo viele Leute unterwegs sind. «Jogger, Fahrradfahrer, Reiter und Hunde – alle müssen aneinander vorbeikommen». Besonders die Entsorgung von Pferdemist gebe manchmal Anlass zu Diskussionen.

Die Jugend kann nur profitieren

Für die Förderung von Pferdesport im Thal gibt es auch pädagogische Argumente. Das sagt Sandra Ritter, die in Matzendorf den Reit- und Fahrstall Dörfli betreibt. «Kinder können von der Arbeit mit Pferden profitieren», ist sie überzeugt. «Sie lernen früh, Verantwortung zu übernehmen». Viele Kinder würden auch im Teenageralter zu ihr in die Reitstunde kommen. «Gerade bei Ausritten bekomme ich einiges davon mit, was bei den Jugendlichen abgeht», so Ritter. In der schwierigen Phase könne sie die Teenager so begleiten.

Bis jetzt gibt es keine Probleme

Auch die Gemeinden im Thal stehen dem zunehmenden Angebot positiv gegenüber. In Balsthal freut man sich etwa, dass die vom Kavallerie-Reitverein organisierten Pferdesporttage jedes Jahr viel Publikum anziehen. Und Matzendorf will auch in Zukunft die Ansiedelung von Einrichtungen für den Pferdesport fördern. Gemeindepräsident Marcel Allemann hat ambitionierte Pläne: «Wir könnten uns vorstellen, dass in Matzendorf eine Galoppstrecke entsteht». Andere Gemeinden sind etwas zurückhaltender. In Welschenrohr etwa gibt es kein Interesse nach grossen Reitställen. «Diese Betriebe brauchen viel Land und bringen uns als Gemeinde wenig», so Gemeindepräsident Stefan Schneider. Auch in Herbetswil gibt es keine Bemühungen, grosse Betriebe anzusiedeln. «Dafür haben wir keinen Platz», so Präsident Stefan Müller-Altermatt.

Die Gemeinde mit den meisten Tieren im ganzen Kanton ist Mümliswil. 195 Pferde sind dort registriert. Das habe man nicht gezielt gefördert, sagt Gemeindepräsident Kurt Bloch. «Unsere Gemeinde im Grünen ist wohl einfach attraktiv für Pferdehalter.» Und bei rund 35,5 Quadratkilometern Fläche komme man einander nicht so schnell in den Weg, so Bloch entspannt.

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