Klus-Balsthal
Das Schmelzi-Theater war ausverkauft – und schliesst doch im Defizit

Sämtliche Vorstellungen des Theaterstückes «Die Schmelzi» waren ausverkauft. Trotzdem schliesst der Theaterverein DLG im Minus. Das Stück bringt dem DLG aber auch neue Impulse.

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Auf dem ehemaligen Von-Roll-Areal in der Klus wurde von Mitte August bis September das Freilicht-Theater «Die Schmelzi» durchgeführt, welches die Geschichte der einflussreichen Firma erzählt.

Auf dem ehemaligen Von-Roll-Areal in der Klus wurde von Mitte August bis September das Freilicht-Theater «Die Schmelzi» durchgeführt, welches die Geschichte der einflussreichen Firma erzählt.

Bruno Kissling

Es ist der Traum jedes Theaterveranstalters, dass bereits vor der Premiere alle Vorstellungen ausverkauft sind. So geschah es diesen Sommer in der Klus. Das Stück «Die Schmelzi» unter der Regie von Christoph Schwager war ein wahrer Publikumsmagnet. Es handelt sich um die bislang erfolgreichste Theaterproduktion der Dramatisch Literarischen Gesellschaft Balsthal (DLG), und ist somit ein schönes Geschenk zu ihrem 75-Jahr-Jubiläum.

Das Theaterstück handelte von der Geschichte der Firma von Roll, genannt «Schmelzi». Praktisch jeder aus der Region kennt jemanden, der einst dort gearbeitet hatte. Und natürlich gibt es auch viele, die selbst in der «Schmelzi» tätig waren. Autor und Regisseur Schwager ist laut eigenen Angaben berührt von den Emotionen, die dieses Stück ausgelöst hat. «Sogar einige Wochen nach der letzten Vorstellung sprechen mich fast täglich Menschen auf das Stück an», betont er, und sinniert: «Oft, weil sie das Stück gesehen haben und es ihnen gefallen hat. Aber manchmal auch, weil sie es gerne gesehen hätten, jedoch keine Tickets mehr ergattern konnten.»

«So war es damals wirklich»

Dass die Aufführungen auf dem ehemaligen Fabrikgelände stattfinden konnten, war laut Organisatoren ein grosser Gewinn. Dies habe viel zur Authentizität beigetragen. Es war, als ob der Geist des Eisenwerks noch immer über der Klus schweben würde. Viele der ehemaligen Arbeiter, die das Stück gesehen haben, fühlten sich zurückversetzt: «Ja, so war es damals wirklich», hörte man oft. Dies freut Autor und Regisseur Schwager, dem es gelungen ist, die Stimmung aus einer anderen Zeit gemeinsam mit dem Ensemble auf die Bühne zu bringen.

Budget-Posten nicht erreicht

Einen Wermutstropfen hat der Abschluss des Projektes aber doch noch: Die budgetierten Sponsoring-Einnahmen wurden nicht erreicht, und dies trotz ausverkauften Vorstellungen. Die zahlreichen Partner-Sponsoren und Spender vermochten das Einnahme-Loch nicht zu stopfen, wie es aus internen Kreisen hiess. Eine Produktion in diesem Ausmass trage sich nicht ausschliesslich durch die Ticket-Einnahmen, sondern sei auch auf grosse Sponsoren angewiesen. Weitere Gross-Sponsoren hätten leider nicht an Bord geholt werden können. Deshalb sei ein grosser Budget-Posten nicht erreicht worden. «Dank der zugesagten Defizitgarantie der Kulturförderung des Kantons Solothurns darf auf eine schwarze Null gehofft werden», heisst es.

Schwung für die Zukunft

Dennoch bekam die Dramatisch-literarische-Gesellschaft Balsthal DLG mit diesem Projekt neuen Schwung. «Dieser Theatersommer brachte in der Region Thal-Gäu neue Menschen zusammen», teilen die Organisatoren mit. Es seien einige theaterbegeisterte, dynamische und anpackende Leute, die sich entschieden haben, beim Verein DLG mitzumachen. Der Schluss des Projektes «Schmelzi» in der Klus, ist somit der Anfang einer neuen Theatergeneration. Bereits jetzt ist geplant, dass die DLG abwechselnd mit den Gäuer Spielleuten, jedes zweite Jahr eine neue Theaterproduktion realisieren will. 2019 steht im Gäu das Stück «Titanic» auf dem Programm, dessen Premiere im August geplant ist. (mfl)

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