Balsthal

Das Sagi-Areal soll im Dorf eine Zentrumsfunktion einnehmen

Das Sagi-Areal in Balsthal wie es sich heute präsentiert.

Das Sagi-Areal in Balsthal wie es sich heute präsentiert.

Am 31. Dezember 2015 brannte die Sagi in Balsthal vollständig ab. Was entsteht nun auf dem Areal? Nach langer Planung wurden dem Gemeinderat die Resultate eines Studienauftrags vorgestellt.

Das ganze Areal der ehemaligen Sagi in Balsthal wurde in der Silvesternacht des Jahres 2015 ein Opfer der Flammen. Gerettet werden konnten lediglich das Wohnhaus, ein angrenzender Bürotrakt, das längliche Gebäude der Alten Sagi sowie eine Lagerhalle. Diese Gebäude, ausser der inzwischen abgebrochenen Lagerhalle, sollen auch weiterhin erhalten bleiben.

Nach den Aufräumarbeiten fragte man sich in Balsthal: «Was geschieht nun mit dem Areal, welches mitten im Dorf liegt?» Die Eigentümer des Areals, Lisa und Max Rütti von der Rütti AG waren sich der Verantwortung bewusst, dass eine neue Nutzung des Areals von grosser Bedeutung für die Entwicklung des Dorfes bedeutet und lösten eine sorgfältige und aufwendige Planung aus. Die Eigentümerschaft führte unter Miteinbezug der Gemeinde und des Kantons eine Präqualifikation mit anschliessendem Studienauftrag nach SIA 143 durch.

Grossbrand in Balsthal: Die Fakten

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In der Silvesternacht entfachte in der Schreinerei Rütti im Dorfkern von Balsthal ein folgenschwerer Brand. Rund 200 Rettungskräfte standen beim Vollbrand im Einsatz.

Breit abgestützte Planung

Das Beurteilungsgremium mit Stimmrecht, welches die Siegerprojekte wählte und das weitere Vorgehen vorschlug, setzte sich wie folgt zusammen: Lisa und Max Rütti, Anton Wüthrich (Bauverwalter), Pierino Menna (Gemeindepräsident und Präsident der Ortsplanungskommission), Markus Schmid (Amt für Raumplanung Fachstelle Ortsbildschutz), Rolf Mühlethaler (Architekt Bern), Toni Weber (Landschaftsarchitekt Solothurn), Herbert Mössinger (Immobilienexperte) und Joël Maire (Righetti Partner, Ersatz). Weitere Experten ohne Stimmrecht waren: Karin Gerber (Architektin Baukontext GmbH), Thomas Ledermann (Ortsplaner BSB+Partner), Stefan Freiburghaus (Amt für Umwelt) und Daniel Zimmermann (Amt für Verkehr und Tiefbau). Mit der Verfahrensorganisation wurde die ARGE Baukontext-Righetti Partner (Karin Gerber und Joël Maire) betraut.

Zwei Siegerprojekte «verheiratet»: Die blau markierten Gebäude auf den Baufeldern A und B sollen als Grundlage für die weitere Planung der Sagi-Areals in Balsthal dienen.

Zwei Siegerprojekte «verheiratet»: Die blau markierten Gebäude auf den Baufeldern A und B sollen als Grundlage für die weitere Planung der Sagi-Areals in Balsthal dienen. 

Als Vision wurde formuliert, dass die historisch bedingte Prägnanz des Sagi-Areals in Balsthal mit einem neuen Gewand, das heisst mit einer neuen Nutzung erhalten bleiben soll. Das Areal soll unter Berücksichtigung des anschliessenden alten Dorfkerns neu eine Zentrumsfunktion einnehmen. Geplant ist eine Nutzungsdurchmischung mit Wohnen für Jung und Alt, begleitetes Wohnen im Alter sowie Dienstleistungen. Eine Belebung soll das Areal mit spannendem Aussenräumen sowie einer angemessenen öffentlichen Durchlässigkeit erfahren.

Acht Planungsbüros machten mit

Joël Maire und Karin Gerber erläuterten dem Gemeinderat das Verfahren sowie die Projekte. Es wurden insgesamt acht Planungsbüros angefragt, welche sich anhand eines Bewerbungsdossiers und mit Referenzprojekten beworben hatten. Danach wurden drei Teams durch das Begleitgremium zum Studienauftrag (Workshopverfahren) eingeladen.

Die Projekteingaben des Teams Flury und Rudolf Architekten, Solothurn, und des Teams Stücheli Architekten, Zürich, wussten bei der Auswahl am besten zu gefallen. Das Beurteilungsgremium empfiehlt den Grundeigentümern, respektive den künftigen Investoren, das Projekt Flury und Rudolf mit dem Projekt Stücheli zu «verheiraten», wie es Karin Gerber formulierte.

Flury und Rudolf sollen in die Parzelle A südlich Augstbachs, Stücheli die Parzelle B nördlich des Augstbachs in Zusammenarbeit weiterbearbeiten. Verschiedene Autoren pro Parzelle werden als Mehrwert angesehen, weil so eine Arealdifferenzierung erreicht werden könne.

Es wurde mehrmals betont, dass es bei der vorliegenden Planung nicht um fertige Projekte, sondern um Studien gehe, welche nun weiterverfolgt werden sollen. Die Resultate und gewonnenen Erkenntnisse werden zu einem Richtprojekt vertieft. Dieses gilt anschliessend als Grundlage für einen Gestaltungsplan.

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