Balsthal
Das Sagi-Areal prägt die Ortsplanung

Am Info-Gipfel wurde auch ausführlich über die Entwicklung des Papieri-Areals orientiert.Am Samstag wurde in Balsthal über die Ortsplanung und die Zukunft des Sagi-Areals informiert. Die zukünftige Nutzung des Areals soll generationenübergreifendes Wohnen sowie die Ansiedlung von Gewerbe- und Dienstleistungsbetrieben ermöglichen.

Peter Wetzel
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Bis das Sagi-Areal in Balsthal überbaut wird, sollen auch Zwischennutzungen möglich sein.

Bis das Sagi-Areal in Balsthal überbaut wird, sollen auch Zwischennutzungen möglich sein.

Bruno Kissling

Am sehr gut besuchten Info-Gipfel im Kultursaal Haulismatt in Balsthal ging es hauptsächlich um den Stand der laufenden Ortsplanungsrevision und in diesem Zusammenhang um die beiden Schlüsselstellen Sagi-Areal und Papieri-Areal. Pierino Menna, Ressortleiter Planung im Balsthaler Gemeinderat, gab zu Beginn des Anlasses die «Kruggeschichte» zum Besten, eine Geschichte über das Zeitmanagement und das überlegte Handeln.

Die Arbeitsgemeinschaft Baukontext-Righetti Partner (Bern) wurde von der Eigentümerin des Sagi-Areals, der Rütti AG, mit der Umsetzung der Projektentwicklung beauftragt. Zur Erinnerung: Die Sagi, mitten in Balsthal, brannte in der letzten Silvesternacht fast vollständig nieder.

Dank dem Einsatz der Feuerwehr konnte noch Schlimmeres verhindert werden. Nach dem Brand wurde das Areal vollständig geräumt. Karin Gerber, Architektin des Planungsbüros, zeigte auf, wie es mit dem Sagi-Areal weitergehen soll und stellte das Vorgehen bei der Projektentwicklung vor.

Zwischennutzung des Areals

Das Sagi-Areal liege in der Kernzone. Diese soll im Rahmen der Ortsplanungsrevision in eine Zentrumszone überführt werden. Die Gemeinde fordere einen rechtsgültigen Gestaltungsplan. Die zukünftige Nutzung des Areals soll generationenübergreifendes Wohnen sowie die Ansiedlung von Gewerbe- und Dienstleistungsbetrieben ermöglichen.

Aus acht Bewerbungen würden drei Architekturbüros ausgewählt. Das Siegerprojekt werde zum Richtprojekt weiterentwickelt. Aus diesem soll der Gestaltungsplan hervorgehen. Gemäss vorgestelltem Terminplan ist eine Realisierung des Projektes in den Jahren 2021/2022 vorgesehen.

Die Eigentümerin habe sich Gedanken darüber gemacht, wie das brachliegende Areal bis zu einer Realisierung zwischengenutzt werden könne. Man denke dabei zum Beispiel an das Erstellen von Lagerhallen. Die Auftraggeber seien überzeugt, mit diesem Verfahren ein neues Areal zu schaffen, welches das Zentrum aufwertet und zur nachhaltigen Entwicklung des Dorfes beiträgt.

«Inselwirkung» beibehalten

Auch das Areal der Papierfabrik Balsthal (Swiss Quality Paper) soll als weitere Schlüsselstelle weiterentwickelt werden. Ein Richtprojekt mit städtebaulichen Richtlinien liege zurzeit beim Kanton zur Vorprüfung, wie Ueli Roth (Büro ur Zürich) ausführte. Lukas Gregor (citytecture) präsentierte vorgängig die historische Entwicklung des Papieri-Areals bis in die Neuzeit. Grosse Teile des etwas über fünf Hektaren umfassenden Areals würden heute brach liegen, führte Roth aus.

Die unmittelbare Nähe des historischen Ortskerns lege nahe, das grosse Areal für nichtindustrielle Nutzungen zu öffnen. Gleichzeitig soll die verbliebene Papierproduktion räumlich konzentriert werden. «Die Umnutzung eines Industrieareals mit langer Geschichte in der Nähe eines historischen Ortskerns ist eine wesentlich grössere Herausforderung als der Bau einer Siedlung im Grünen», stellte Roth fest. Die «Inselwirkung» des Papieri- Areals soll noch verstärkt werden.

Die vorgesehenen Baufelder würden verschiedenen Nutzungen zulassen: Wohnen, Dienstleistungen, Industrie/Gewerbe/Dienstleistungen. Die nichtindustrielle Nutzung des Papieri-Areals sei auch im neuen Leitbild der Gemeinde aufgeführt. Ziel der Arealentwicklung sei ein Gestaltungsplan mit Sonderbauvorschriften sowie ein Rahmenvertrag (Landabtretungen, Dienstbarkeiten, Infrastrukturfinanzierungen usw.).

Laufende Planungen einbetten

Monika Mennel (BSP+Partner) orientierte über den Stand der laufenden Ortsplanungsrevision, welche alle zehn Jahre vorzunehmen ist. Das Räumliche Leitbild sei bereits 2014 verabschiedet worden. Bis 2017 würden die Ortsplanungsunterlagen wie Bauzonenplan, Gesamtplan, Erschliessungspläne, Zonenvorschriften usw. erarbeitet.

2017 seien das Mitwirkungsverfahren und die Kantonale Vorprüfung vorgesehen. Bis zum Mitwirkungsverfahren würden die Nutzungspläne und Reglemente vorliegen. Alle grundeigentümerverbindlichen Nutzungspläne und Reglemente werden öffentlich aufgelegt. Die Öffentliche Auflage und die Genehmigung durch den Gemeinde- und Regierungsrat sollen 2018 stattfinden.

Laufende Planungen wie zum Beispiel diejenigen der beiden Schlüsselstellen Sagi-Areal und Papieri-Areal würden in die laufende Ortsplanung eingebettet, so Mennel.
Gemeindepräsident Roland Stampfli orientierte zum Schluss über die Unternehmenssteuerreform III und deren möglichen finanziellen Auswirkungen auf Kanton und Gemeinde.