Neuendorf

Das Restaurant Hardeck steht zum Verkauf

«Hardeck»-Wirtin Maria Lütolf möchte in absehbarer Zeit die Liegenschaft verkaufen und in Pension gehen.

«Hardeck»-Wirtin Maria Lütolf möchte in absehbarer Zeit die Liegenschaft verkaufen und in Pension gehen.

Wirtin Maria Lütolf von der «Hardeck» in Neuendorf möchte ihren Beruf an den Nagel hängen und in Pension gehen. Die Suche nach einem möglichen Käufer der Liegenschaft gestaltet sich allerdings als schwierig.

Beim Restaurant Hardeck in Neuendorf zeichnet sich eine Veränderung ab, wie ein Blick in das Internetportal ImmoScout24 zeigt. Dort wird das 1964 erbaute Restaurant an der Dorfstrasse 22 zum Verkauf angeboten. Wirtin Maria Lütolf will sich vom Restaurant samt Gebäude trennen, weil sie in Pension gehen möchte, wie die 63-Jährige erklärt. «Ich möchte frei sein und meine Pension geniessen», sagt die «Hardeck»-Wirtin zu ihren Beweggründen.

Schwierige Startphase

Maria Lütolf hatte die Liegenschaft im Januar 2009 übernommen und das Restaurant anfänglich mit ihrer Tochter Pia Lütolf geführt. Der Start gestaltete sich allerdings sehr schwierig, zumal das Restaurant am Anfang nicht auf die erwarteten Umsatzzahlen kam und dann auch noch völlig unerwartet ihr Mann verstarb. Maria Lütolf liess sich aber nicht unterkriegen und sorgte mit regelmässig in der «Hardeck» durchgeführten musikalischen Anlässen dafür, dass das Restaurant im Gespräch blieb.

Die Wirtin erklärt denn auch nicht ohne Stolz, dass sie nicht aufhören denke, weil das Restaurant schlecht laufe. Mit ihrer Neuausrichtung als Steakhaus mit Schweizer Fleisch habe sie sich in den letzten Jahren einen gewissen Bekanntheitsgrad erarbeiten können. Inzwischen habe Sie auch immer mehr junge Gäste, die wegen ihrer Steaks in die «Hardeck» kämen.

Und über die Mittagszeit verkaufe sie jeweils 15 bis 20 Menus. «Ich könnte das sicher noch einige Jahre so durchziehen, möchte aber den richtigen Moment für den Ausstieg nicht verpassen.» Deshalb habe sie schon vor rund zwei Jahren damit begonnen, sich nach einem allfälligen Käufer für die Liegenschaft umzusehen.

Bisher nur Spekulanten

Allerdings bisher nur mit mässigem Erfolg. Bei den meisten Anfragen habe es sich bislang um Spekulanten gehandelt, die gar kein Interesse an der Weiterführung des Restaurants gehabt hätten. «Die wollten das Haus einfach abreissen und an seiner Stelle ein Mehrfamilienhaus bauen», empört sich Maria Lütolf. Dafür liege ihr die «Hardeck» aber zu sehr am Herzen. Zudem gebe es im Dorf bereits genug leere Wohnungen in Mehrfamilienhäusern.

Maria Lütolf ist überzeugt, dass sie einen Käufer findet, der das Restaurant weiter führen wird. Mit den rund 70 Sitzplätzen in der Gaststube und im angegliederten Saal sowie einer modernen Küche, Gartenterrasse und 30 Parkplätzen verfüge das Haus über eine gute Infrastruktur.

Dazu kommen sieben vermietete Zimmer im Obergeschoss, welche mit Küche und drei Nasszellen als Wohngemeinschaft genutzt werden. Ihr grosses Kapital ortet Maria Lütolf im Aussenbereich des rund 1800 m2 grossen Areals. Der unbebaute westliche Teil des Landstücks würde sich aus ihrer Sicht für den Bau eines Gästehauses mit Zimmern oder Studios eignen. Und solche Zimmer seien im Gäu gefragt, sagt Lütolf.

Gemeindepräsident Rolf Kissling würde es begrüssen, wenn die «Hardeck» dem Dorf als Restaurant erhalten bleibt. «Eine Einstellung des Gastrobetriebes wäre aus meiner Sicht sehr schade», sagt Kissling. Allerdings gelte es zu bedenken, dass es immer schwieriger werde, ein Restaurant erfolgreich zuführen. Eine vor drei Jahren veröffentlichte Studie habe gezeigt, dass 62 Prozent aller Restaurants Verluste schrieben, bei den kleineren Betrieben seien es sogar 70 Prozent.

Das sei ein sehr bedauerlicher Trend, aber offenbar entspreche diese Entwicklung dem stark veränderten Konsumverhalten der Gesellschaft. Dies zeige auch ein Blick in die Nachbargemeinden, in welchen in den letzten Jahren mehrere Traditionsrestaurants geschlossen worden seien. Ganz ohne Restaurant steht im Moment die Gemeinde Härkingen da.

«Kreuz» vor ungewisser Zukunft

In Neuendorf scheint die Situation mit vier Restaurants noch nicht so dramatisch zu sein. Neben der «Hardeck» steht aber auch das «Kreuz» vor einer ungewissen Zukunft. Die langjährige Wirtin Marlis Marbet ist inzwischen 76 Jahre alt, denkt aber noch nicht ans Aufhören. «So lange es mir gut geht, werde ich weitermachen», sagt die noch immer sehr aktive «Kreuz»-Wirtin. Weil es aber keine Nachfolgeregelung gibt, ist es alles andere als sicher, dass das Restaurant nach ihrem Abgang weitergeführt wird. Wünschen würde sie sich das aber schon, so Marlis Marbet.

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Autor

Erwin von Arb

Erwin von Arb

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