Spirig Pharma AG
Das Pharmaunternehmen Galderma Spirig baut den Standort Egerkingen aus

Fünf Monate nach dem Kauf der Spirig Pharma durch die Nestlé/L'Oréal-Tochter Galderma konkretisiert sich die Zukunft des Werks. Drei Einheiten der neuen Galderma Spirig sollen künftig in Egerkingen operativ tätig sein.

Franz Schaible
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Spirig bleibt auch nach dem Besitzerwechsel in Egerkingen.

Spirig bleibt auch nach dem Besitzerwechsel in Egerkingen.

HR Aeschbacher

«Es wird sich am Standort Egerkingen ziemlich viel ändern», antwortet Beat Sägesser, Standort- und Werksleiter der Spirig Pharma in Egerkingen, auf die Frage nach der Zukunft des Gäuer Standortes. Dies, nachdem die Lausanner Galderma Pharma AG im vergangenen Dezember die Spirig-Gruppe übernommen hatte (wir berichteten). Aber in positivem Sinne, schiebt Sägesser gleich nach, um Befürchtungen vor einem Stellenabbau oder Teilschliessungen zu entkräften.

3 Einheiten in Egerkingen

Demnach werden künftig in Egerkingen drei Einheiten der neuen Galderma Spirig operativ tätig sein. Erstens wird die Verkaufsorganisation für den Schweizer Markt für alle Galderma-Spirig-Produkte aufgebaut. Zweitens wird die globale Geschäftseinheit für den Bereich «Self medication», also für alle rezeptfreie Produkte, angesiedelt. Das Kompetenzzentrum mit Spezialisten für das Marketing, für Forschung und Entwicklung sowie für Fragen rund um gesetzliche Verordnungen werde die Sparte «Self medication» innerhalb des Konzerns weltweit betreuen. Und drittens verbleibt der Herstellbetrieb wie bisher im Gäu.

Phase der Unsicherheit vorbei

Für Beat Sägesser ist deshalb klar: «Der Standort Egerkingen wird durch die Übernahme durch Galderma gestärkt und keinesfalls infrage gestellt.» Für die Beschäftigten im Gäu gehe eine längere Phase der Unsicherheit vorbei. So werden im Moment rund 20 neue Arbeitsplätze, vorab im Bereich Marketing, Vertrieb und weiteren Dienstleistungsabteilungen geschaffen. Teilweise handle es sich um Verlagerungen von Stellen ins Gäu, aber auch um zusätzliche Arbeitsplätze, für die nun das entsprechende Personal gesucht werde.

Fehlende Technologie

Ebenso soll die Fertigung mittelfristig erweitert werden. So sollen künftig auch Produkte aus der Galderma-Pipeline in Egerkingen produziert werden. Welche genau, sei im Moment Gegenstand der Planung. Denn Galderma verfüge bislang über keine eigenen Fertigungsstätten in der Schweiz. Heute arbeiten in der Produktion von Spirig rund 150 Angestellte. Insgesamt beschäftigt Spirig am Standort Egerkingen 230 Mitarbeitende. Produziert werden sogenannt halbfeste Formen, das heisst primär das Sonnenschutzmittel Daylong sowie Excipial für die Behandlung trockener Haut. Im Ausland produziert werden Medikamente gegen den weissen Hautkrebs. Für diese Produkte – der Wirkstoff wird über ein Pflaster abgegeben – fehle die entsprechende Technologie in Egerkingen.

Auslandtöchter teilweise integriert

Die sechs Spirig-Tochtergesellschaften im Ausland mit rund 120 Beschäftigten werden alle in Galderma oder Galderma Spirig umbenannt und teilweise in bestehende Töchter von Galderma integriert oder unverändert weitergeführt. Zwar gebe es, so Sägesser, Überschneidungen, aber dank dem raschen Wachstum sollte es mit Ausnahme in Deutschland zu keinem Personalabbau kommen.

Der Start ins Geschäftsjahr 2013 sei geglückt, man habe in der Schweiz Marktanteile gewinnen können, sagt Sägesser. Grösster Absatzmarkt für die Spirig-Produkte bleibe die Schweiz. Die Aussichten für das ganze Jahr seien intakt. Nicht zuletzt soll der neue Marktauftritt für die Marke Daylong zusätzlichen Schub bringen.

Im vergangenen Geschäftsjahr erwirtschaftete Spirig – bereinigt um den Verkauf der Generikasparte sowie des Pharmagrosshandels- und Handelswarengeschäftes an die deutsche Spada – einen Umsatz von 97,1 Millionen Franken. Dies entspricht gegenüber dem Vorjahr einem Rückgang von 1,3 Prozent. Galderma steigerte ihren Umsatz 2012 um fast 13 Prozent auf rund 1,6 Milliarden Euro. Galderma mit Hauptsitz in Lausanne beschäftigt über 4000 Angestellte und betreibt 31 Tochterfirmen in mehr als 70 Ländern. Das Unternehmen gilt nach Angaben anlässlich der Übernahme von Spirig mit einem Marktanteil von 7,6 Prozent als globaler Marktführer im Bereich Dermatologie (Produkte zur Hautbehandlung). Der Konzern gehört zu je 50 Prozent dem Nahrungsmittelmulti Nestlé und dem französischen Kosmetikriesen L’Oréal.