Thal

Das «Paradestück» des Naturparks Thal braucht gezielte Pflege

Der Lionsclub Balsthal baut die von einem Unwetter zerstörte Skulptur Nummer 20 komplett neu auf.

Der Lionsclub Balsthal baut die von einem Unwetter zerstörte Skulptur Nummer 20 komplett neu auf.

Derzeit wird auf dem Holzweg die von einem Unwetter zerstörte Nr. 20 «Holzwelten» wieder aufgebaut. Doch wie werden generell der Erhalt der Skulpturen und der Unterhalt des Holzweges gewährleistet?

«Dieser Schadenfall an der Holzwelt-Skulptur ist ein Versicherungsfall», sagt Initiant und Künstler des Holzweges, Sammy Deichmann. Für Schäden, die durch Naturereignisse entstünden, sei eine Versicherung vom Naturpark abgeschlossen worden.

Er sei froh, dass die Mitglieder des Lions Club den Wiederaufbau dieser Skulptur bewerkstelligen. «Es ist eigentlich bei jeder Skulptur so: Jeder Sponsor betrachtet sie ein wenig als sein Kind. Deshalb ist auch in diesem Fall die Motivation der Club-Mitglieder da, dafür zu sorgen, dass die Skulptur intakt bleibt.»

Hugo Roth ist freiwillig auf Tour

Doch für den Unterhalt des Holzweges selbst wurde in der Person von Hugo Roth ein Freiwilliger gefunden, der wöchentlich eine Runde durch den Weg absolviert und nach dem Rechten sieht. «Ich bin jede Woche zwei bis drei Stunden auf dem Rundgang», erzählt Roth. Er fülle die Prospekt-Spender wieder auf, schaue, ob etwas kaputt sei, lese Abfall zusammen und melde dem Naturpark, wenn es etwas Gröberes zu tun gebe.

«Es ist eine schöne Arbeit, denn ich bin gerne draussen», sagt Roth und er findet, dass es eigentlich nur wenig zu beanstanden gibt. «Die Besucher sind anständig und machen nichts kaputt», berichtet er. «Nur an einem Ort, beim Abfallkübel an der Holderbankerstrasse wird mehr entsorgt, als gewöhnlicher Abfall von Zwischenverpflegungen.» Hier findet Roth immer wieder ganze Säcke mit Haushaltsmüll.

Auch Künstler Sammy Deichmann weiss von diesem Problem. «Zunächst hatten wir ja das Konzept, gar keine Abfalleimer auf dem Holzweg aufzustellen, denn wir waren der Auffassung, wer in den Wald geht, nimmt seinen Abfall wieder mit nach Hause.» Doch das habe nicht gut funktioniert und daher wurden Kübel aufgestellt mit dem Resultat, dass sie gefüllt werden.

Auch Schulen und Forst helfen mit

Unterhaltsarbeiten wie ausasten oder wieder instand stellen von Brücken und Wegen werden unter anderem auch von den Oberstufenschülern der Kreisschule Thal erledigt; natürlich unter Anleitung. «Wir arbeiten nach Vorgaben eines Naturpark-Mitarbeiters jeweils pro Jahr drei Tage mit Balsthaler Schülern und drei Tage mit Matzendörfer Schülern auf dem Holzweg», erklärt Eva Davanzo, Schulleiterin der Kreisschule Thal. «Die Schüler machen es gerne und auch die Eltern finden diesen Einsatz gut», sagt sie. Allerdings sei es für viele Schüler das erste Mal, dass sie während einer so langen Zeit eine körperliche Arbeit leisten müssen. «Das bringt vielen wertvolle Erfahrungen.»

Auch der Forst Thal ist ständig im Einsatz für den Holzweg. «Der Forst hat die Aufgabe, die Feuerstellen immer mit ausreichendem Brennholz zu bestücken», sagt Roth. «Und das gibt auch einiges zu tun. Letztes Jahre wurden beispielsweise 21 Kubikmeter Brennholz verbraucht.»

Die Holzskulpturen auf dem Holzweg sollten rund zehn Jahre halten, sagt Künstler Deichmann. Er stelle fest, dass die älteste Skulptur, der Holzgarten, doch schon einige Spuren der Verwitterung aufweise. Doch er habe noch weitere Ideen, was man auf dem Holzweg noch installieren könnte. «Mir schweben noch Landart-Werke vor», also Arbeiten, die aus Natur- und Waldmaterialien erstellt werden und dann auch verwittern dürfen. «Das würde ich gerne mit anderen Künstlern bewerkstelligen. Doch bis jetzt bin ich noch nicht weiter gekommen.»

Kaum Schäden, positive Feedbacks

Mutwillige Beschädigungen an den Skulpturen gibt es nicht. Ausser – ganz am Anfang des Bestehens des Holzweges, wurde der gelbe Tatzelwurm einmal von einer übermütigen Horde junger Männer auseinandergerissen. Seither sei nichts mehr passiert, so Deichmann.

Insgesamt sei das Feedback auf den Holzweg sehr erfreulich, bestätigen Deichmann und Roth. Und auch die Geschäftsleiterin des Naturparks, Ines Kreinacke bestätigt in der Öffentlichkeit immer wieder: «Der Holzweg ist unser Paradestück». Einen Wermutstropfen gibt es laut Deichmann: «Nur der Parkplatz beim Forsthof, St. Wolfgangstrasse in Balsthal wird nicht gut angenommen. Man muss halt doch ein paar Minuten bis zum Holzweg gehen.»

Lieber werde an der Holderbanker Strasse parkiert, wo man quer durch den Wald gleich bei einigen Skulpturen vorbeikommt. «Doch hier muss man gut aufpassen», meint Deichmann, da der Parkplatz in einer Kurve liegt. «Eine Geschwindigkeitsbeschränkung würde ich mir in diesem Bereich wünschen», sagt der Künstler.

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