Mümliswil
Das Museum Haarundkamm hat eine neue Kammwerkstatt

Das Museum Haarundkamm in Mümliswil ist mit Maschinen um einen Bereich erweitert worden. Die zahlreichen Besucher an der Eröffnung zeigten sich begeistert über die gelungene Werkstatt-Atmosphäre.

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Projektleiter Josef C. Haefely im Gespräch mit Christina Fankhauser, der früheren Kuratorin des Museums. Fotos: Hans Weber

Projektleiter Josef C. Haefely im Gespräch mit Christina Fankhauser, der früheren Kuratorin des Museums. Fotos: Hans Weber

Eine grosse Anzahl an Interessierten waren zur Eröffnung der neuen Kammwerkstatt im Museum Haarundkamm in Mümliswil gekommen. Elvira Bader, Präsidentin des Museumvereins, zeigte sich darob sehr erfreut bei der Begrüssung. Sie wand den vielen freiwilligen Helfern ein dickes Kränzlein, welche diese Erweiterung ermöglicht hatten, sei es bei der Beschaffung, dem Transport und der Einrichtung der Container oder bei der Wiederherstellung alter Maschinen. Unter der Gästeschar waren Lukas Walter, Präsident des Kantonalen Museumsverbundes, sowie die vormalige Kuratorin Christina Fankhauser, welche im Jahr 2007 auch Geburtshelferin des Museums Haarundkamm war.

Nicht im ersten Anlauf gelungen

Die Begeisterung über die gelungene Werkstatt-Atmosphäre war einhellig. In einem Rückblick betonte Projektleiter Josef C. Haefely, dass mit der Eröffnung die ursprüngliche Vision erfüllt wurde, ein Museum zu schaffen, das auf der einen Seite nach Parfüm dufte und auf der anderen Seite nach Maschinenöl rieche. Eine Bilderfolge zeichnete die Stationen der Realisierung nach. Erste Abklärungen hatten sich zerschlagen, die Werkstatt in ehemaligen Gebäuden des OWO-Presswerks oder der Kammfabrik «Kroko» zu realisieren. Über Jahre sei die Containerlösung als vorzüglichste und praktischste aller Varianten herangereift. Vertretbare Investitions- und Betriebskosten wie die nahe Anbindung an die bestehende Ausstellung erwiesen sich bereits während der Realisierung als Vorteil.

In einem grossen Puzzlespiel seien Maschinen und Gerätschaften aus dem Depot als Leihgaben des Kantonsmuseums Baselland und Erinnerungsstücke von ehemaligen Kammarbeiterfamilien zu einem neuen stimmungsvollen Ganzen vereinigt worden. Gegliedert in thematische Zusammenhänge können nun wichtige Arbeitsgänge wie das Zahnschneiden, Durchbrechen oder Polieren nachvollzogen werden. Statt des obligaten Schlüssels übergab Josef Haefely der Museumspräsidentin ein originales Emailschild aus der ehemaligen Kammfabrik. Die Aufschrift: «Verbotener Eingang» habe ihre einstige Bedeutung verloren, denn die neue Werkstatt stehe allen Interessierten offen. Projektleiter Haefely bereicherte die Feier mit nostalgischen Harmoniumklängen, dabei erklang auch die einstige Kammfabrik-Hymne «Kroko Rey» aus Buenos Aires, wo die Firma vor 100 Jahren eine Filiale betrieben hatte.

Für verschiedene Bedürfnisse

Der neu eröffnete Raum gliedert sich in einen Ausstellungs- und einen Werkstattbereich. Damit lassen sich darin die Bedürfnisse von industriegeschichtlichen Führungen und Kammmacher-Workshops gleichermassen abdecken. Während des Apéros war Gelegenheit, in der Kammwerkstatt die historischen Fotowände auf sich wirken zu lassen. Oder selber Hand anzulegen und sich durch die Vermittlerinnen zeigen zu lassen, wie Kämme bearbeitet oder mit Glitzersteinchen verziert werden. (mgt)

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