Jahresrückblick
Das Jahr 2013 war von Wachstum und Stolpersteinen geprägt

In den Regionen Thal, Gäu und Olten wurde im Jahr 2013 viel gestritten, beispielsweise um das Arealverbot auf dem Oensinger Schulhausplatz. Doch es wurde auch viel investiert: In Neuendorf entstand die schweizweit grösste Solaranlage.

Alois Winiger
Merken
Drucken
Teilen
Der «Hag» des Anstosses beim Oensinger Schulhaus Oberdorf. wak

Der «Hag» des Anstosses beim Oensinger Schulhaus Oberdorf. wak

Nicht immer haben jene Ereignisse, denen im Vorfeld grosse Beachtung geschenkt wird, auch eine sichtbare Wirkung. Und sie lösen auch nicht die grosse Betroffenheit in der Bevölkerung aus, wie zum Beispiel bei den Gemeindewahlen dieses Jahres.

Obwohl es zu markanten Verschiebungen kam, so in Neuendorf und Kestenholz, wo die CVP ihre jahrzehntelange Dominanz verloren hat. Oder in Olten, wo im Stadtrat die Bürgerlichen von Rot-Grün abgelöst wurden.

Wo die Bevölkerung mitbestimmte

Es sind die an sich kleinen Ereignisse, die grosse mediale Wellen auslösen können. Das zeigte sich im Juni in Oensingen. Dort spielten drei Buben auf dem Schulhausareal Oberdorf Fussball. Weil sie dies jedoch zu gerichtlich verbotener Zeit taten – die Umzäunung war geschlossen –, bekamen sie Arealverbot. Was dann grosse Entrüstung auslöste, schweizweit sogar. Die Wirkung davon: Oensingen hat die Verbote gelockert.

Als Stolperstein erwies sich der Entscheid der Gemeinde Oensingen, beim Ersatz einer Wasserleitung kein Produkt der ortsansässigen von Roll hydro (suisse) AG einzubauen. Die Mehrheit der Gemeindeversammlung akzeptierte dies nicht und verweigerte einen 700 000 Franken-Kredit. Ohne eine Wortmeldung hingegen wurde im März Ja gesagt zu einem Kredit von fast 10 Mio. Franken für den Bau einer Sportstätte. Und Oensingen wächst weiter: 2014 werden dort bereits mehr als 6000 Personen wohnen.

Für den Standort im Gäu

Wachstum herrscht nach wie vor im Gäu. Die Migros investiert nahezu 80 Mio. Franken. Zwei Drittel davon für eine neue Lagerhalle, ein Drittel für eine Solaranlage – die aktuell grösste in der Schweiz – auf einem bestehenden Lagerhaus.

Die Anlage ist so gross wie 123 Tennisplätze.
6 Bilder
Sie produziert Strom für rund 1300 Haushalte.
Ein Arbeiter geht über die Solarpanels.
Solaranlage Neuendorf

Die Anlage ist so gross wie 123 Tennisplätze.

Keystone

Grossen Erfolg verbuchte die fünfte Auflage des Festivals St. Peter at Sunset in Kestenholz. Weltstars wie Patricia Kaas und Jamie Cullum halfen mit. Ein weitere Auflage ist in Planung, wobei die Organisatoren sagen, man sei an die Grenzen des Machbaren gestossen. (wak)

Patricia Kaas am St. Peter at Sunset
4 Bilder
Mit zwei langen Standing Ovations bedankte sich das Publikum bei Patricia Kaas.

Patricia Kaas am St. Peter at Sunset

HR Aeschbacher

Spitex Gäu muss aufräumen

Dass zwischen der Genossenschaft für Altersbetreuung und Pflege Gäu (GAG) und der Spitex Gäu Meinungsverschiedenheiten herrschen, ist Mitte des Jahres deutlich geworden. Weil die GAG einen eigenen Spitexbetrieb aufziehen will, zieht Spitex Gäu im Juli aus den Räumen des «Sunneparks» in Egerkingen aus und richtet sich in Oensingen ein.

Da Spitex Gäu finanziell durch die angeschlossenen Gemeinden mitgetragen wird, schaltet sich die Gemeindepräsidentenkonferenz Gäu ein und ordnet an, dass ein Strategie- und Organisationsentwicklungsprozess in Gang gesetzt wird. Denn ein Miteinander der beiden Spitexbetriebe müsse möglich sein. (wak)

Lehrer filmt in Garderoben

Rund anderthalb Jahre sind vergangen, seit ein Lehrer der Schulen Mümliswil-Ramiswil und Holderbank per sofort freigestellt worden ist. Was damals massive Kritik auslöste, denn der Mann war grundsätzlich als Lehrer geschätzt worden. Anfang November nun kommt die Bestätigung, dass die Freistellung gerechtfertigt ist, die Staatsanwaltschaft stellt Strafbefehl aus.

Der Mann hatte Buben in der Garderobe gefilmt mit der Begründung, er wolle herausfinden, warum es immer wieder Radau gebe. Die Absicht war aber eine andere. Es stellt sich ferner heraus, dass der Mann seit Mitte Jahr Fussballjunioren trainiert. Der Verein reagiert sofort und entlässt ihn. (wak)

Bergschule Brunnersberg wartet aufs Bundesgericht

Für die Bergschule Brunnersberg sowie für deren Trägergemeinden Aedermannsdorf, Laupersdorf, Matzendorf und Mümliswil-Ramiswil heisst es weiterhin warten. Grundsätzlich steht für Gemeinderäte fest, dass die Bergschule nicht mehr weitergeführt werden soll, weil diese den heutigen Anforderungen nicht mehr gerecht werden könne.

Doch die davon betroffenen Familien wehren sich, zuerst mit einer Einsprache beim Solothurner Regierungsrat. Dieser findet, es spreche nichts gegen den Entscheid der Trägergemeinden. Worauf die Familien im Oktober mit einer Beschwerde beim Bundesgericht reagieren. Was dieses entscheidet, ist bis heute nicht bekannt. (wak)

Von Aufwind bis Gegenwind

Kein Wind mehr weht durch einige Gaststätten und Dorfläden im Thal. In Ramiswil wurde der Käsereiladen geschlossen, in Herbetswil der Maxi-Laden; immerhin ist dort eine Variante als Treffpunkt in Aussicht. Vor wenigen Tagen war Austrinkete in der Mümliswiler «Limmernschlucht», einem Gasthaus, dessen Anfänge ins Jahr 1874 zurückreichen.

Es soll nun abgerissen und auf dem Areal Wohnungen gebaut werden. Hoffnungen bestehen noch für das Restaurant Alpenblick oben am Passwang in Ramiswil. Seit Ende Oktober ist es zu, man verfolgt nun die Idee, dass eine Genossenschaft das Gasthaus kauft und einem Pächter im Saisonbetrieb übergibt. Für das Restaurant Forelle in Holderbank jedoch ist das Ende definitiv gekommen.

Zwei Hausärzte weniger

An der Hausärztefront bröckelt es: Max Baur schliesst dieser Tage seine Praxis in Mümliswil, ebenso Ulrich Siegfried in Matzendorf. An beiden Orten ist keine Nachfolge in Sicht, bis jetzt jedenfalls nicht. Das dürfte Konsequenzen haben für das Balsthaler Ärztehaus, wo vier ortsansässige Mediziner im Juli eingezogen sind

Ein anderer Wind weht bei der Post: In Laupersdorf steht seit Mai eine Agentur im Denner-Dorfladen zur Verfügung. In Holderbank werden Kunden seit Mitte Juli mit Hausservice bedient. Und eigentlich wollte die Post ihre Filiale auch in Welschenrohr schliessen. Man einigte sich auf reduzierte Öffnungszeiten.

100 Wohnungen im Bau

Gegenwind aus dem Thal spürt der Kanton Bern: Er prüft, ob sich das Hellchöpfli als Standort für ein Windkraftwerk eignet. Dafür hat das Projekt Schwengimatt Aufwind bekommen; der Gemeinderat hat es im Juni zur Vorprüfung beim Kanton eingereicht. Aufwind geben will Balsthal dem örtlichen Wohnungsmarkt, sind doch aktuell gegen 100 Wohnungen im Bau. (wak)

Balsthal: Abschluss und Neubau für OeBB

Fast zwei Jahre lang hat ein Lokführer der Oensingen-Balsthal-Bahn auf das gerichtliche Urteil warten müssen, dass ihn keine Schuld treffe in Bezug auf den tragischen Unfall mit tödlichem Ausgang vom Januar 2012.

Eine 17-jährige Frau hatte beim Thalbrücke-Kreisel den wegfahrenden Zug nicht beachtet und war mit Kopfhörern in den Ohren auf die Gleise gelaufen. Auf die Zukunft des öffentlichen Verkehrs ausgerichtet ist der markante Ausbau des Bahnhofs in Balsthal, der seit Anfang November in Gang ist.

Härkingen: Spielleute müssen weiterziehen

Sieben Theaterprojekte konnten die Gäuer Spielleute auf der Heubühne in der Härkinger Lochmatte verwirklichen. In der Scheune stand ihnen ein aussergewöhnlicher Raum zur Verfügung, sogar eine Bühne mit zwei Ebenen.

Jetzt ist Schluss, die Spielleute müssen weiterziehen. Den Hausbesitzern ist es aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr möglich, den Raum zur Verfügung zu stellen.

Oberbuchsiten: «Rauber» wieder geschlossen

Zweieinhalb Jahre haben Yvonne und Rudolf Arnold im Restaurant Rauber in Oberbuchsiten gewirtet, seit Oktober ist die Wirtschaft nun geschlossen. Der Grund: Es sei ihnen finanziell nicht mehr aufgegangen.

Nicht mehr gerechnet hat sich insbesondere der Saalbau, der immer seltener genutzt wurde, und wenn, dann musste er zuerst beheizt werden, was unverhältnismässig teuer war.

Mümliswil: Gedenkstätte für Heimkinder

Einst war es ein Kinderheim, seit Juni ist es eine Gedenkstätte für Heim- und Verdingkinder. Fotos und Dokumente erinnern an düstere Zeiten und Schicksale.

Das Haus, entworfen vom Bauhausarchitekten Hannes Meyer, ist nun im Besitz der Guido-Fluri-Stiftung. Fluri, heute erfolgreicher Unternehmer und Immobilienbesitzer, hatte selbst kurze Zeit im damaligen Kinderheim verbracht.

Olten: Die Stadt kann umfahren werden

Seit 24. April ist die Entlastung Region Olten (ERO) offen. Allerdings sind zu diesem Zeitpunkt längst nicht alle Arbeiten dieses Mammutprojekts abgeschlossen. Kinderkrankheiten müssen geheilt werden.

Für die offizielle Eröffnung der ERO gings in den Tunnel
24 Bilder
Noch ist es ein Tunnel ohne Fahrzeuge.
Regierungsrat Walter Straumann hält die Ansprache.
Ralter Straumann am Rednerpult.
Die geladenen Gäste lauschen der Eröffnungsrede.
Fünf gedrückte «Buzzer» symbolisieren die Eröffnung.
ERO-Eröffnung
ERO-Eröffnung
Oltner Stadtpräsident Ernst Zingg und Walter Straumann (hinten) werden interviewt
Entlastung Region Olten wird eröffnet
Von links Thomas Jakob, Patrick Schmid, Edi Baumgartner, Beat Frey, Dominik Roppel, Matthias Bähler und Urs Müller
Von links Karl Metternich, Christian Angst und Theo Frei
Von links Roland Bänninger, René Buri, Jan Sutter, Reinhold Dörfliger und Cornelia Füeg
Von links Elsbeth Wirth, Rolf Bruckert und Anita Wüthrich
Karl Tanner und Peter Schafer
Von links Kurt Fluri, Ernst Zingg, Silvia Forster, Martin Wey und Daniel Thommen
Von links Franco Giori, Beat Gradwohl und Andreas Borner
Dieter Leu und Urs Müller
Von links Susanne Koch Hauser, Susanne Schaffner und Franziska Burkhalter-Rohner
Bernadette Rickenbacher und Bruder Kapuziner Josef Bründler
Peter Pfister (links) und Max Pfenninger
Über die Fussgängerbrücke
ERO-Eröffnung

Für die offizielle Eröffnung der ERO gings in den Tunnel

Bruno Kissling

Beim Knotenpunkt Usego etwa ist der Kurvenradius der ERO-Ausfahrt zu eng. Immerhin: Die Bauarbeiten, die im Juni 2008 begonnen hatten, dauerten grundsätzlich ein Dreivierteljahr weniger lang als angenommen. Und bei den Kosten liegt man um rund fünf Prozent unter Budget.

Kestenholz: Asylsuchende lehnen Unterkunft ab

Zehn Asylsuchende akzeptieren die Zivilschutzanlage Kestenholz nicht als Unterkunft und campieren deshalb Mitte August protestierenderweise auf dem Bahnhofplatz Solothurn. Die zehn Personen werden schliesslich auf andere Unterkünfte verteilt, worüber aber nicht alle glücklich sind. Einer meint gegenüber dem «Blick»: «Wäre ich doch in Kestenholz geblieben.» Dort sind später Asylsuchende aus dem Tibet eingezogen. (wak)

Die Personen machten von sich reden

Schweizer Meisterin im Sportkegeln ist Ursula Baumann aus Welschenrohr. Auch wenn sie nur mit einem Punkt Vorsprung gewonnen hat, schmälert das die Leistung nicht. Denn sie zeigt Konstanz in ihrer Laufbahn, hat sie doch den Titel bereits zum vierten Mal geholt nach 2001, 2003 und 2011.

Ursula Baumann

Ursula Baumann

AZ

Er gilt als ein Urgestein in Sachen Bürgergemeinde: Urs Berger. 36 Jahre lang war er Präsident der Bürgergemeinde Oensingen, zuvor bereits 16 Jahre Mitglied des Rats bzw. der Rechnungsprüfungskommission. Berger ist zum Ehrenbürger von Oensingen ernannt worden.

Urs Berger

Urs Berger

Bruno Kissling

Grosse Überraschung im April: der Wolfwiler Gemeindepräsident Christian Kühni (FDP) erklärt seinen Rücktritt. Zwar war er als Gemeinderat wiedergewählt worden, doch das Resultat sei zu enttäuschend, erklärte er. Das sei keine grosse Wertschätzung dafür, was er in zwölf Jahren als Gemeindepräsident geleistet habe. Insgesamt war Kühni 34 Jahre lang für die Einwohnergemeinde tätig.

Christian Kühni

Christian Kühni

AZ

Sie machte schweizweit - und darüber hinaus - die Schlagzeilen: Johanna Bartholdi, Gemeindepräsidentin von Egerkingen. Im Sommer stellte sie sechs besonders hartnäckige Steuersünder an den Pranger. Dafür wurde sie angezeigt und auch verurteilt. Bartholdi kämpft aber nicht nur gegen Steuersünder, sondern auch gegen das geplante Aylzentrum Fridau.

Johanna Bartholdi

Johanna Bartholdi

Hanspeter Bärtschi

Zuerst interessierte sich nur einer für das Gemeindepräsidium von Balsthal, dann waren es auf einmal deren vier. Als Sieger hervor ging dann aber nicht ein Kandidat der im Gemeinderat vertretenen Parteien, sondern der parteilose Roland Stampfli. Und dies erst noch mit deutlichem Vorsprung.

Roland Stampfli

Roland Stampfli

Alois Winiger

Nachdem sich Ernst Lanz, Gänsbrunnen, volle 32 Jahre lang für das Gemeinwesen eingesetzt hatte, trat er nun zurück. Er setzte sich aber nicht nur für seine Wohngemeinde ein, sondern quasi als Botschafter fürs ganze Thal, so im Kantonsrat, als Amtsrichter und Präsident des Vereins Naturpark Thal.

Ernst Lanz

Ernst Lanz

Alois Winiger

Als Botschafterin des Thals gilt auch Sandra Ledermann aus Welschenrohr. Vom «Silvesterstadl» sicherte sie sich den Stadlstern, die begehrte Trophäe für Nachwuchskünstler in der Volksmusikszene. Die 22-Jährige hat zudem eine CD herausgebracht. Beruflich ist sie Mitarbeiterin der Gemeindeverwaltung Balsthal und Stellvertreterin des Gemeindeschreibers. (wak)

Sandra Ledermann

Sandra Ledermann

Milenko Badzic