Mümliswil
Das Herz sagt Ja, der Kopf sagt Nein zur Weiterführung der Bergschule

Der Mümliswiler Gemeinderat entschied sich schweren Herzens für die Schliessung der Bergschule Brunnersberg. Als vierte und letzte Trägergemeinde muss nun noch Laupersdorf darüber befinden, ob sie die Schule allein weiter betreiben will. Daran glaubt aber niemand wirklich.

Alois Winiger
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Noch werden die Unterrichtszimmer der Bergschule genutzt. Bruno Kissling

Noch werden die Unterrichtszimmer der Bergschule genutzt. Bruno Kissling

Bruno Kissling

Mit dem Gemeinderat Mümliswil-Ramiswil hat nun – nach jenen in Aedermannsdorf und Matzendorf – die dritte von vier Exekutiven entschieden, dass die Bergschule Brunnersberg nicht mehr weitergeführt werden soll (wir berichteten kurz). Die Szenarien in den Sitzungen der drei Gemeinden glichen sich grundsätzlich, alle Ratsmitglieder hatten reichlich Entscheidungsgrundlagen vor sich. Der Verlauf hingegen war anders am vergangenen Donnerstagabend in Mümliswil.

Der Beschluss wurde nicht einstimmig, sondern mit sieben gegen zwei Stimmen gefällt. Und es lag mehr Spannung in der Luft. Was wohl auch damit zu tun hat, dass man sich in besonderem Mass für die Bergschule mitverantwortlich fühlt, weil Mümliswil-Ramiswil Leitgemeinde ist. Jedenfalls war die Schulleiterin Cécile Kamer zugegen sowie ein halbes Dutzend Befürworter der Bergschule.

Es gehe hier nicht um Personen oder deren Befindlichkeiten, sondern um die Bildung, schickte Gemeindepräsident Kurt Bloch voraus. «Es geht darum, ob die Schule auf dem Berg dieselben Voraussetzungen erfüllen kann wie jene im Tal.» Laut den Gutachten sei klar, dass die Schule auf dem Brunnersberg diesen Anforderungen nicht mehr genügen könne. Darum sei es überflüssig geworden, überhaupt eine neue Vereinbarung auszuarbeiten.

So wie das die Absicht war, bevor das dritte Gutachten von Schulleiterin Cécile Kamer vorgelegen hatte. Rein technisch sehe er das auch so, bestätigte Gemeinderat Josef Fluri. Von daher sei er einverstanden, dass die Schule nicht weitergeführt wird. Nicht einverstanden war Fluri hingegen, dass der Entscheid nun nicht vor die Gemeindeversammlung kommt, wie seinerzeit im Gemeinderat beschlossen. Er stellte daher diesbezüglich einen Antrag. Dieser wurde mit sieben zu zwei Stimmen abgelehnt.

Die Entscheidung der Gemeindeversammlung zu überlassen, sei gar keine gute Idee, warfen mehrere Ratsmitglieder ein. Da werde die Angelegenheit noch viel emotionaler als sie schon ist, die Sachlichkeit würde auf der Strecke bleiben. Es waren dann vor allem die beiden Frauen im Gemeinderat, die sich dafür einsetzten, endlich einen Entscheid zu fällen. Es wäre eine schwache Haltung, würde sich der Gemeinderat zurücknehmen und sich hinter dem Entscheid der Gemeindeversammlung verstecken.

Nicht gerade versteckt, aber doch um eine klare Haltung gedrückt hätten sich die Verantwortlichen im kantonalen Erziehungsdepartement. Darüber ärgerten sich mehrere Ratsmitglieder und auch Gemeindepräsident Kurt Bloch. «Man gab uns zur Antwort: Ihr wollt doch immer Autonomie in den Gemeinden, also nutzt sie auch.» Bevor Bloch zur Schlussabstimmung schritt, gaben verschiedene Ratsmitglieder ihrem Bedauern Ausdruck, sich gegen die Weiterführung der Bergschule aussprechen zu müssen. «Im Herzen tuts weh», lautete stellvertretend ein Satz. Und wieder waren es die Frauen, die mahnten, die Energie jetzt für die Zukunft der Kinder einzusetzen.

Mit diesem dritten Beschluss zur Schliessung dürfte das Ende der Bergschule besiegelt sein. «Es ist kaum anzunehmen», meinte Bloch, «dass Laupersdorf als vierte Trägergemeinde, wo der Entscheid noch aussteht, die Schule alleine betreiben wird.»