Ramiswil
Das Guldental präsentierte sich als Züchterzentrum

Die Pferdezuchtgenossenschaft Falkenstein präsentierte ihre Freiberger-Fohlen. Die Rassen-Richter prüften die Fohlen. «Es ist eine Freude, die schön zurechtgemachten Stut- und Hengstfohlen zu sehen», so einer von ihnen.

Karin Rohrer
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Zuchthengst Leon, von L'Artiste, der PZG Falkenstein
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Zuchthengst Holympe, Besitzer Christoph Saner aus Ramiswil
Freiberger Schau
Die Ränge 1 bis 3 im Stutenrappel der Züchter Anita Gisler, Erwin Lisser und Samuel Müller
Zuchthengst Hiro, von Hâtif, Besitzer Heinz Mägli
Die Ränge 1 bis 3 im Hengstrappel der Züchter Stefan Bader, Peter Lisser und Markus Walser

Zuchthengst Leon, von L'Artiste, der PZG Falkenstein

Karin Rohrer

Knapp 60 Fohlen zeigten sich an der Schau der Pferdezuchtgenossenschaft Falkenstein von ihrer schönsten Seite. Immer wieder ertönte anstelle der Notenbekanntgabe ein lautes «Rappel», das heisst, das präsentierte Tier ist dafür selektioniert, um noch einmal dem Richtergremium vorgestellt zu werden. In Ramiswil war das bei der stattlichen Anzahl von 25 Fohlen der Fall.

Das züchterische Zentrum der Genossenschaft ist rund um die Gemeinde Mümliswil-Ramiswil zu finden und so erstaunt es nicht, dass an der Fohlenschau so viele Züchter mit ihrem vierbeinigen Nachwuchs angereist sind. «Wir freuen uns sehr über den hervorragenden Fohlenjahrgang von Genossenschafts-Hengst Leon», äusserte sich Geschäftsführer Stefan Bader. Die Rasse-Richter Hugo Piller und Vincent Monin prüften die Fohlen auf «Herz und Nieren», sprich Typ, Bau und Gänge. «Es ist eine Freude, die schön zurechtgemachten Stut- und Hengstfohlen zu sehen und den Falkensteinern kann nur gratuliert werden zu ihrem Zuchterfolg», erklärte Helmut Piller.

«Wir züchten die Fohlen sicher nicht zum Schlachten»

«Unser Ziel ist es, die schöne Rasse der Freibergerpferde zu erhalten. Wir züchten die Fohlen sicher nicht zum Schlachten», erklärt Stefan Bader, Geschäftsführer der Pferdezuchtgenossenschaft Falkenstein. Bader nimmt damit Stellung zur kritisierten Subventionspraxis des Bundes, wonach pro Fohlen und Stute jeweils 400 Franken ausgerichtet werden. Pro Jahr macht dies in der Schweiz gegen eine Million Franken aus. Die Unterstützung ist für die Erhaltung der Freiberger-Pferderasse gedacht. Das Thema wurde jüngst im Zusammenhang mit Subventionen vom Schweizer Fernsehen aufgegriffen. Der Vorwurf: Die Freiberger-Züchter würden nur wegen des Bundesbeitrags Fohlen produzieren, um sie dann schlachten zu lassen. «Ausschliessen kann man das natürlich nie ganz, auch nicht in unserer Genossenschaft», räumt Stefan Bader ein. Aber in der Genossenschaft Falkensein sei schon die Grundhaltung unter den Mitgliedern eine andere, als einfach Fleisch produzieren zu wollen. Dass nicht alle Fohlen am Leben bleiben, sei nicht zu vermeiden, schliesslich sei ja beste Qualität das Ziel. «Zwei Drittel der Fohlen bleiben am Leben und werden ausgebildet bis zum Reitpferd.» Der Erfolg, den die Genossenschaft mit ihren Pferden habe – auch international –, spreche für sich. «Klar spielt das Geld eine Rolle, aber es ist nicht unser Hauptantrieb, sondern das ist die Freude an den Pferden.» Die vierhundert Franken Subvention seien nämlich ein relativ bescheidener Beitrag. Gut sechs- bis siebentausend Franken müsse ein Züchter insgesamt investieren, um es dann als Freizeitreitpferd verkaufen zu können. (wak)

Nicht leichtfertig benotet

Dennoch wurden die guten Noten nicht leichtfertig vergeben und wenn ein Fohlen nur wenige Meter Trab zeigte, dann wurde es entsprechend tief benotet. Lascana vom Hagli hat jedoch genau so agiert, wie sich das ihre Züchterin, Anita Gisler-Fluri aus Ramiswil vorgestellt hatte. Die hübsche Stute zeigte ihr spektakuläres Gangwerk und führte schliesslich den Stuten-Rappel an und zwar mit den Noten 8, 8, 9. Aber nicht nur ihre schwungvollen Gänge gefielen, auch ihr wunderschöner Kopf, die gute Behalsung und das saubere Fundament wurden hervorgehoben.

Eine Doppelfunktion hatte Geschäftsführer Stefan Bader aus Mümliswil inne. Einerseits amtete er als Speaker und hatte anderseits das Büro mit Pferdepässen und Startnummern im Griff. Anderseits ist er auch Pferdezüchter und präsentierte zwei Fohlen aus seinem Stall, von denen Hengstfohlen Lauro B.B. letztlich den Rappel anführte. Lauro überzeugte mit seinem sehr schönen Körperbau, einem bestechenden Typ und korrekten Gängen. Nebst einigen anderthalb- und zweieinhalbjährigen Fohlen wurden natürlich auch die Zuchthengste an der Hand vorgeführt.

Genossenschaftshengst Leon, der viele Rappel-Fohlen stellte, und Hiro von Heinz Mägli, der wie immer mit einem fulminanten Gangwerk imponierte. Der Dritte im Bunde war Holympe, ein fünfjähriger Beschäler im Besitz von Christoph Saner.