Baustelle
Das Gelände fordert die Bauleute heraus – Arbeiten an der Scheltenstrasse verzögern sich

Die Schutz- und Strassenverlegungsarbeiten bei der Scheltenstrasse schreiten voran, doch es gibt Verzögerungen. Die Betonsockel müssen tiefer als erwartet ins Gestein gebohrt werden.

Fränzi Zwahlen-Saner
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Scheltenpassstrasse
18 Bilder
 Betonsockel befestigt mit Mikropfählen.
 Vorrichtung an der die Auffangnetze befestigt werden.
Mit Maschendrahtgeflecht wurde ein Felsabschnitt komplett «eingekleidet».
 Die Auffangnetze
 Mikropfähle mit denen die Betonsockel verankert sind
 Vorrichtung an der die Auffangnetze befestigt werden.
 Betonsockel auf schwierigem Untergrund
 Hier werden die Betonsockel vorbereitet
 Netz für die Felsabdeckung
 Sanierung Scheltenpassstrasse: Mikropfähle mit denen die Betonsockel verankert sind
 Neuer Strasseverlauf Richtung der 2 Menschen in der Bildmitte
 Sanierungsbedarf der Strasse bei Abhang zum Bach
 Sanierungsbedarf der Strasse bei Abhang zum Bach
 Max Schödler (Bauleiter)
 v. l.: Ernst Maurer, Bauführer, Roman Kohler, Baustellenchef, Max Schödler, Bauleiter, Daniel Zimmermann, Projektleiter, Thomas Nägelin, Projektverfasser.
 Daniel Zimmermann (Amt für Verkehr)

Scheltenpassstrasse

Hanspeter Bärtschi

Eigentlich hätten bis Ende Juni die Schutzverbauungen oberhalb der Scheltenstrasse vollendet sein müssen, und damit wäre die Strasse vorerst wieder geöffnet gewesen. Doch diese Arbeiten verzögern sich um rund drei Wochen. Voraussichtlich ist die Strasse am 20. Juli wieder frei gegeben.

Daniel Zimmermann, Leiter Projektmanagement Kreisbauamt II des Amtes für Tiefbau Kanton Solothurn – der Bauherr – begründet, warum es zu dieser Verzögerung kam: «Der Fels war nicht überall so kompakt, wie wir das angenommen haben. Das bedeutete, dass die Betonsockel für die zwei bis drei Meter hohen Stahlträger, welche künftig die Schutznetze halten werden, tiefer ins Gestein hineingebohrt werden mussten.» «Und das beanspruchte einfach mehr Zeit», ergänzt Max Schödler, der Bauleiter vor Ort.

Er schildert, wie das genaue Prozedere ist. «Jeder Sockel wird mit zwei Mikropfählen von drei bis sechs Meter Länge – je nach Beschaffenheit des Untergrundes – ins Gestein gebohrt.» Sind diese Sockel dann mit ihren Stahlträgern erstellt, können die Schutznetze gespannt werden.

Die Schutznetze sollen den Schnee sowie allfällige Lawinen aufhalten und zudem vor gröberem Steinschlag aus dem teilweise 45 Grad steilen Hang schützen. «Die Netze können im unteren Bereich durch einen Kran von der Strasse aus installiert werden. Diejenigen im oberen Teil des Steilhanges müssen aber durch den Helikopter an Ort und Stelle gebracht werden.» Die Fachleute rechnen voraussichtlich übernächste Woche mit diesen Flügen. Insgesamt werden bis zu 400 Laufmeter an Netzmaterial verbaut. Die Schutzinstallationen sind überlappend angeordnet, damit sich Wildtiere ohne Einschränkungen auf dem Terrain bewegen können.

«Ogiböcke»

Zusätzlich zu diesen Netzen wurden neu in zwei Bereichen sogenannte «Ogiböcke» installiert. Es handelt sich hier um eine Dreibein-Holzkonstruktion, welche ebenfalls als Lawinenschutz dient. Es ist geplant, in deren Schutzbereich junge Bäume oder Sträucher zu pflanzen.

«Ogiböcke» wurden vor Jahren vom Vater des ehemaligen Bundesrates Adolf Ogi, von Adolf Ogi senior, Förster und Bergführer aus Kandersteg, erfunden. Sie werden überall als Lawinen- und Schneeschutz eingesetzt. «Für diese günstigen aber effizienten Holzkonstruktionen wird Kastanienholz verwendet, welches besonders witterungsbeständig ist», erklärt Schödler weiter. Ein weiterer wichtiger Abschnitt ist die Felsabdeckung mittels Maschendrahtnetz. «Der Maschendraht wird wie Stoff in Bahnen um den Fels gelegt», erklärt Zimmermann.

Nach diesen Arbeiten werden Vor- und Kleinarbeiten rund um die geplante neue Streckenführung der Scheltenstrasse durchgeführt. «Sodass wir im kommenden Frühling mit den Strassenverlegungsarbeiten starten können», ist Zimmermann sicher.