Neben der schon fast traditionell – seit 17 darauffolgenden Jahren – positiv abschliessenden Gemeinderechnung 2013 hatten die 37 anwesenden Stimmberechtigten von Fulenbach über die neue Forstorganisation der Gemeinde zu entscheiden. Mit der Fusion von Bürger- und Einwohnergemeinde wurde das von den Bürgergemeinden Fulenbach, Boningen und Gunzgen gemeinsam betriebene Forstwesen in die neue Einheitsgemeinde eingegliedert. Nach Kündigung des damaligen Reviervertrags per Ende 2013 hat man für die Übergangsfrist bis zur Neuorganisation beziehungsweise bis zum 31. Dezember 2014 einen neuen, befristeten Vertrag ausgehandelt – «dies mit dem Ziel, dass per 1. Januar 2015 eine neue Forstorganisation Fulenbach steht», sagte der ressortverantwortliche Gemeinderat Thomas Blum.

Die regionale Arbeitsgruppe hat sich laut Blum bereits mehrheitlich für die Realisierung eines Grossreviers mit Gründung eines Zweckverbandes ausgesprochen. «Aufgrund der Erfahrungen der letzten 20 Jahre hat sich der Gemeinderat Fulenbach im Zuge der Zukunftsplanung dafür entschieden, zukünftig selbständig über den Forst zu entscheiden.» Forst- und Allmendkommission sowie Gemeinderat prüften die beiden möglichen Varianten «Grossrevier mit Zweckverband» und «Fulenbacher Forstmodell» auf Vor- und Nachteile. Beim Fulenbacher Modell mit Unternehmerlösung ist der Gemeinderat verantwortlich für den Forst. Rat beziehungsweise Forst- und Allmendkommission beauftragen ein Forstunternehmen mit der Waldbewirtschaftung und definieren dafür einen klaren Leistungsauftrag.

«Kosten selber bestimmen»

Beim zu gründenden Zweckverband müsste die Gemeinde Fulenbach 175000 Franken als Eigenkapital leisten und für weitergehende Investitionen allfällige Nachschusskredite bewilligen. Bei der Fulenbacher Lösung wäre dies nicht der Fall. Zudem wäre mit jenem Modell «das Personalwesen einfacher zu lösen», hielt Thomas Blum fest. «Wir sind überzeugt davon, dass wir die Forstorganisation zumindest zum Teil neu ausrichten können und das Fulenbacher Modell für uns die gesamtheitlich beste Lösung ist.» Der Gemeinderat zeigte sich «sicher, dass wir mit dem Fulenbacher Modell klar günstiger fahren als mit der Zweckverbandslösung und in den nächsten Jahren eine klar ausgeglichene Rechnung in herausschaut, weil wir die Kosten selber bestimmen können. Wir werden keine festen Betriebskosten haben, weil der Forstunternehmer sie trägt».

Kiesausbeutung frühestens ab 2025

Gemeindepräsident Hugo Kissling bestätigte aufgrund einer Frage aus der Bevölkerung, dass die Ausnützung von Fulenbacher Gemeindefläche zum Kiesabbau des Baustoffzentrums Olten-Zofingen mittelfristig zum Thema wird. «Wir haben bereits eine Anfrage des Kieswerks Gunzgen bekommen.» Wenn es nach dem bestehenden Plan gehe, werde «im 2025 auf unserem Gemeindegebiet mit der Kiesausbeutung begonnen». Ob dies aber zustande käme, entscheide «sicher nicht der Gemeinderat, sondern die Gemeindeversammlung», so Kissling.

Nach der Beantwortung einzelner weiterer grundsätzlicher Fragen sprach sich der Souverän mit 36 Ja-Stimmen und einer Gegenstimme für das Fulenbacher Modell aus.

Rechnung 2013 mit leichtem Gewinn

Laut Verwaltungsleiter Jörg Nützi fiel das Rechnungsergebnis 2013 positiv aus. Statt dem budgetierten Defizit von 25000 Franken wurde ein Gewinn von knapp 3000 Franken erwirtschaftet. Die Nettoinvestitionen betrugen knapp 598000 Franken; budgetiert waren 21000 Franken. In den Spezialfinanzierungen wurde ein Gewinn erwirtschaftet: bei der Wasserversorgung 3800, der Abwasserbeseitigung 103000 und bei der Abfallbeseitigung 10874 Franken. Ausnahme: Die Forstrechnung weist ein Defizit von 69000 Franken aus. Das Eigenkapital der Gemeinde beträgt 1.5 Mio. Franken. Die langfristigen Schulden konnten laut Nützi trotz hoher Investitionen um weitere 60000 auf 2.58 Mio. Franken reduziert werden. Wie immer seit Bestehen der Elektra Fulenbach, so Geschäftsführer Hansjörg Schaad, schliesst die EFU-Jahresrechnung 2013 mit einem Gewinn von rund 50000 Franken ab.