Laupersdorf

Das Experiment ist geglückt — das Publikum entzückt

Der KTV Laupersdorf entführte am Wochenende sein Publikum in die Welt des Experimentellen. Eine spritzige Turnshow und das Stück «Bodeguet» sorgten für begeisterten Applaus.

Heuer begann das Theater schon am Anfang. Im besten Sinne des Wortes. Der umtriebige Professor (Hans Koch) will eine Maschine erfinden, die aus alten Sachen etwas Neues entstehen lässt. Er steht kurz vor dem Durchbruch. Seine schusselige Assistentin (Claudia Meier) steht ihm treu zur Seite. Doch noch fehlt zum entscheidenden Durchbruch allerlei: Werkzeug-Kenntnis, Strom oder halt auch das liebe Geld. Das ungleiche Paar lieferte sich ein frisch-freches Wortgefecht nach dem andern.

Hippies und sexy Hüftschwünge

Untermalt wurde das Ganze von den fröhlichen Darbietungen der einzelnen Riegen. Die Jugi-Jungs zeigten, wie man richtig mit Werkzeug umgeht, die Männer und Frauen des Vereins veranschaulichten, wie aus Alt Neu wird. Und dass auch im Thal erste Anzeichen für einen sexy Hüftschwung zu erkennen sind. Wie das Leben als Hippie aussehen könnte, erfuhr das Publikum von den Kleinsten des Vereins. Auch wenn die Choreografie bei den Mini-Hippies noch nicht ganz verinnerlicht war, sorgten sie für herzerwärmende Augenblicke.

Für Trommelwirbel und viel Dynamik sorgte die Nobelpreisverleihung an den Professor. Nach einem verpatzten Banküberfall erinnerte er sich an seine Jugend als wilder Rock’n’Roller. Wie bei den Showteilen zuvor klatschte das Publikum auch hier begeistert mit. Und als dann noch zwei Kamele, einige Scheiche, zwei Bauchtänzerinnen (da war schon wieder ein Hüftschwung zu erkennen) auf der Bühne standen, war das Publikum definitiv aus dem Häuschen. Das humorvolle Schluss-Licht setzte die Putzfrau (Hedi Büttler) des Professors. Sie setzte die Maschine wieder in Gang und demonstrierte, dass da aus Altem sehr wohl Neues entsteht.

Lachsalven dank Glanzleistung

Der KTV zeigte eine Turnshow, die das Publikum restlos begeisterte. Mit Fug und Recht kann behauptet werden: Experiment gelungen! Mit der Bauernkomödie «Bodeguet» feierte Hugo Marti sein gelungenes Regie-Debüt in Laupersdorf. Sein Erfolgsrezept? Vielleicht: Kenne deine Spieler, wähle ein passendes Stück, teile die Rollen richtig zu, gib Anweisungen, wecke die Lust am Spielen und lasse dein Ensemble über sich hinauswachsen.

Stotternder Publikumsliebling

Denn so macht es dem Publikum richtig Spass, der verrückten Komödie um einen vergesslichen Grossvater (heimlifeiss und überzeugend: Fredy Ackermann) und seinen Enkel (Tango tanzend und stets kurz vor dem Durchdrehen: Adrian Dummermuth) beizuwohnen. In einem echten Bauernschwank darf die rabiate Nachbarin (über sich selbst herausgewachsen: Claudia Müller) und ein herziges Engeli (mit süssem Rehaugenblick: Melanie Fluri) nicht fehlen. Wenn dann auch noch eine sexy Escort-Lady (frech-kokett: Anett Müller) auftaucht, dann ist klar, dass der stotternde Nachbar (herausragender Publikumsliebling: Fabian Sommer) nicht mehr aus dem Zittern kommt. Eine Stellensuchende sorgt für politische Unkorrektheit (gekonnt: Andrea Bläsi). Nur gut, dass der Freund des Hauses (erfrischend natürlich: Adrian Stettler) die ganze Truppe ab und zu wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholt.

Dem gesamten Ensemble mitsamt Souffleuse Melanie Meister ist eine hervorragende Leistung gelungen. Diese wurde zu Recht mit vielen Lachern und herzlichem Applaus belohnt. Man darf sich freuen auf den nächsten Unterhaltungsabend in zwei Jahren. Gerne wieder in dieser wahnsinnig-genialen Form.

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