Oensingen

Das «Bad Klus» wechselt die Pächter

Das «Bad Klus»: Zum Betrieb gehört ein Saal im oberen Geschoss des Anbaus, die Bar darunter wird separat geführt.

Das «Bad Klus»: Zum Betrieb gehört ein Saal im oberen Geschoss des Anbaus, die Bar darunter wird separat geführt.

Das Restaurant «Bad Klus» in Oensingen ist vorübergehend geschlossen, die Führung wird ausgewechselt. Neu werden dann Massimo und Monika Santucci dort wirten.

Wer dieser Tage ins Restaurant Bad Klus will, steht vor verschlossenen Türen. Aber sie sollen bald wieder aufgehen – unter neuer Leitung. Die bisherigen Pächter Elisabete und Fernando Diogo haben nach knapp fünf Jahren das Handtuch geworfen. «Der Betrieb lief so weit gut», sagt Fernando Diogo, schränkt aber ein, dass es in den letzten Monaten nicht mehr so lief wie früher. Die Lastwagenchauffeure hätten ihnen nach wie vor die Treue gehalten, aber von den Einheimischen sei eine Zurückhaltung spürbar geworden. «Es hatte wohl damit zu tun, dass die Leute nicht sicher waren, ob wir weitermachen», vermutet Diogo.

«Nur immer versprochen»

Was bewog sie denn, aufzuhören? «Wir haben schon vor einiger Zeit überlegt, ob wir aufhören sollen. Denn es ist einiges nicht in Ordnung in diesem Haus», antwortet Fernando Diogo. «Der Hausbesitzer Thomas Bühler hat immer nur versprochen, etwas zu renovieren oder zu reparieren, aber nichts gemacht.» In der Küche zum Beispiel habe es Probleme gegeben mit der Lüftung, was wiederum zu Problemen mit dem Lebensmittelinspektor geführt habe. Die Heizung funktioniere nicht richtig und die Fassade sei noch immer nicht renoviert.

Ferner sei das Unbehagen wegen der Bar im nördlichen Anbau des Hauses, die aber nicht von den Diogos geführt wird, immer grösser geworden. Man sei oft nicht sicher gewesen, ob sie nun offen sei oder nicht. Und auf dem Parkplatz seien jeweils Autos mit Nummernschildern aus der ganzen Schweiz zu sehen. «Wer weiss, was da in der Bar alles läuft.»

Vertrag regulär gekündigt

Hausbesitzer Thomas Bühler (Sursee) mag nicht auf die Vorwürfe eingehen. «Für mich wurde es zu mühsam, der Betrieb lief nicht so, wie er laufen könnte», sagt er. «Ich hatte kein Vertrauen mehr, darum habe ich den Vertrag gekündigt, und zwar ganz regulär.» Die Planung der Fassadenrenovation habe sich als zeitaufwendiger herausgestellt, weil das Haus unter Denkmalschutz steht. «Und was die Bar angeht, so ist das ein separates Geschäft.»

Die Liegenschaft hat seit dem Jahr 2007 einige Wechsel erlebt. Von Peter Lässer ging sie in den Besitz von Bruno Steinmann (Schötz) und Jasmin Brunner über, 2010 dann an Thomas Bühler aus Sursee. Geführt wurde das Restaurant Bad Klus von 1994 bis 2009 mit dem Beinamen Pizzeria Bingo-Bongo von Antonio di Gloria aus Balsthal, ab 2010 folgten Elisabete und Fernando Diogo.

Vom «Stampfeli» Richtung Klus

Weiter gehen wird es mit Massimo und Monika Santucci; die beiden sind keine Unbekannten in der regionalen Gastronomie, führen sie doch seit neun Jahren das etwa 500 Meter vom «Bad Klus» entfernte Ristorante dal Toscano Stampfeli in Oensingen. «Ja, wir werden mit allen unseren zehn Angestellten wechseln», erklärt Massimo Santucci. Er hofft, dass die Renovationen, die der Hausbesitzer Thomas Bühler angekündigt hat, zügig ausgeführt werden.

«Unser Wunsch wäre, etwa Mitte September zu eröffnen. Wir werden übrigens täglich geöffnet haben.» Die Küche werde aber nicht mehr wie bisher hauptsächlich auf italienische, sondern auf regionale und mediterrane Kost ausgerichtet sein. Santucci betont, das «Stampfeli» sei ein «tipptoppes Lokal», aber er und seine Frau hätten sich schon seit längerem gewünscht, einen grösseren Betrieb führen zu können. «Wir haben immer wieder Anfragen bekommen für grössere Bankette und mussten aber absagen.» Im «Bad Klus» steht ihnen dafür ein respektabler Saal zur Verfügung.

Wie es nun im Restaurant Stampfeli an der Solothurnstrasse weitergeht, weiss dessen Besitzer Viktor Ackermann (Oensingen). Einen Namen will er nicht nennen, verspricht aber: «Es ist eine Familie und ich bin sicher, die wird ihre Sache bestens machen.»

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