Heute in zwei Wochen feiern die Gäuer Spielleute gleich in zweifacher Hinsicht Premiere. Einerseits mit der Uraufführung des Theaters «Adam Zeltner – ein Leben zwischen Mühlen», sowie andererseits mit der Inszenierung des im 17. Jahrhundert spielenden Stücks als Freilichttheater. Als Fassade dient das Adam-Zeltner-Haus, in welchem der Solothurner Bauernführer lebte, bevor die Obrigkeit ihn 1653 köpfen liess.

Wie es dazu kommen konnte und was sich sonst noch um den Schälismüller von Oberbuchsiten und den damaligen Untervogt abspielte, hat Autor und Regisseur Christoph Schwager in eine spannende und ebenso dramatische Geschichte verpackt.

Gedeckte Sitzplätze fürs Publikum

Natürlich hoffen die Gäuer Spielleute auf Wetterglück für die vom 21. August bis 12. September dauernden Aufführungen unter freiem Himmel. Und wenn wirklich einmal ein paar Tropfen Regen fallen sollten, würden «nur» die 25 Laienschauspielerinnen und -schauspieler etwas Nässe abbekommen. Die Zuschauer sitzen hingegen auf einer überdachten Tribüne.

Den Aufbau der 200 Personen fassenden Zuschauertribüne hat Bruno Winiger durch eine spezialisierte Unternehmung ausführen lassen. Der 67-jährige Kestenholzer hat für den Verein Gäuer Spielleute erstmals das Amt des Bauchefs übernommen. Diese Aufgabe umfasst die gesamte bauliche und technische Einrichtung, welche für die zwölf geplanten Vorstellungen benötigt wird.

Bruno Winiger macht seinen Job gerne.

Bruno Winiger macht seinen Job gerne.

Ganz unerfahren sei er aber nicht, bemerkt Winiger. «Ich bin für dieses Amt angefragt worden, weil ich schon einige Erfahrung im Organisieren und Bauen von Festanlässen mitbringe.» Dazu gekommen sei er, weil seine Frau Kläri von Anfang an, also seit 2001, bei den Gäuer Spielleuten als Laienschauspielerin mitwirke.

Ein gefragter «Technikfreak»

Er selbst könne mit dem Schauspielern nichts anfangen, erwähnt Winiger. Er sei eher der «Technikfreak», sagt der einstige Inhaber eines Telefon- und Computernetzwerkunternehmens. Nicht zuletzt deshalb steht er jeweils auch beim Festival St. Peter at Sunset oder bei Anlässen im Dorf regelmässig im Einsatz, das nächste Mal an der St-Ursen-Chilbi, die in der letzten Septemberwoche in Kestenholz stattfindet.

Seit rund zwei Wochen ist Winiger mit den Vorbereitungen bei der Schälismühle beschäftigt. Unter anderem hat er zusammen mit einigen Vereinsmitgliedern auf der Westseite des Adam-Zelter-Hauses einen drei Meter langen Anbau aus Holz und Blachen realisiert. Darin ist eine von Regisseur Christoph Schwager gewünschte Requisite versteckt, «quasi ein Spezialeffekt», wie Winiger verrät.

Beim Anbau wurde übrigens kein Nagel in die angrenzende Veranda oder das Unterdach des unter Denkmalschutz stehenden Hauses geschlagen. Das habe er mit Schraubzwingen bewerkstelligt. Ebenfalls auf Anweisung des Regisseurs hat Winiger sechs Grabeinfassungen samt Kreuzen zusammengezimmert für die Leute, die im Stück das Zeitliche segnen.

Erster Probelauf steht bevor

Bevor sich diese Szenen auf dem Vorplatz des Adam-Zeltner-Hauses vor Publikum abspielen werden, haben Bruno Winiger und die Mitglieder der Gäuer Spielleute noch viel zu tun. Unter anderem müssen noch eine Umzäunung um das Gelände angebracht und neben der Tribüne Bauten für die technischen Geräte und die Eingangskasse erstellt werden.

In den nächsten Tagen steigt bei der Schälismühle der erste Probelauf mit sämtlichen Akteuren und dem kompletten Equipment. «Die Infrastruktur wird dann auf jeden Fall stehen und funktionieren», zeigt sich Winiger überzeugt.