Wolfwil
Dank einem Überschuss von 1,5 Millionen Franken raus aus den Schulden

Die Rechnung 2016 der Einwohnergemeinde schliesst mit einem Ertragsüberschuss von sage und schreibe 1,5 Mio. Franken. Finanziell weniger erfolgreich verlief jedoch das Dorffest zum 750-Jahr-Jubiläum der Gemeinde, was einen Nachtragskredit von 74 149 Franken nötig machte.

Erwin von Arb
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Die Gemeinde Wolfwil konnte ihre Schulden dank gezielter Sparpolitik und Steuererhöhungen abbauen.

Die Gemeinde Wolfwil konnte ihre Schulden dank gezielter Sparpolitik und Steuererhöhungen abbauen.

Bruno Kissling

«Als ich das Ergebnis der Rechnung 2016 zu erstem Mal vor Augen hatte, glaubte ich zuerst an einen Fehler in der Buchhaltung», erklärte der Wolfwiler Finanzverwalter Beat Wyss den 71 zur Gemeindeversammlung erschienenen Stimmberechtigten. Bei der Überprüfung der Zahlen habe sich dann aber bestätigt, dass die Erfolgsrechnung der Einwohnergemeinde nach ordentlichen Abschreibungen von 500 000 Franken einen Ertragsüberschuss von 1,536 Mio. Franken aufweist. Mit dem Ertragsüberschuss könne die Nettoschuld abgetragen und erstmals wieder ein Nettovermögen über 709 824 Franken ausgewiesen werden. «Wir sind damit wieder schuldenfrei», stellte Wyss erfreut fest.

Mehrere Faktoren

Positiv beeinflusst worden sei die Rechnung durch verschiedene Faktoren. Wyss erwähnte unter anderem den um 41 000 Franken unter dem Budget gebliebenen Beitrag an die Kreisschule Gäu sowie 42 000 Franken, die weniger für die Soziale Sicherheit ausgegeben werden mussten. Auf der Einnahmenseite schlugen die um 960 000 Franken höher ausgefallenen Steuererträge sowie die Einnahmen von 292 000 Franken aus dem Verkauf von Grundstücken (Gerstenacker) positiv zu Buche. Dazu kam der nicht budgetierte Beitrag von 47 000 Franken vom Kanton für den Musikschulunterricht 2015 sowie aufgelöste Reserven für die Spitex im Betrag von 45 000 Franken.

In der Rechnung enthalten sind auch vier Nachtragskredite im Gesamtbetrag von 359 635 Franken. 107 018 Franken davon sind für die Fertigstellung der Teilrevision Ortsplanung/Zonenplan nötig, 93 623 Franken für Wertberichtigung aus Forderungen für ausstehende Steuereinnahmen sowie 84 845 Franken als Einlage ins Eigenkapital in die Spezialfinanzierung Wasser.

OK-Präsident erklärt Dorffest-Defizit

Genauer erörtert wurde der vierte Nachtragskredit von 74 149 Franken für die letzjährige Ausrichtung des Dorffestes «750 Jahre Wolfwil». Dies übernahm OK-Präsident Bruno A. Wirth. Er erklärte der Versammlung einleitend, dass dem Fest-OK auch drei Mitglieder des Gemeinderates angehört haben und das von der Gemeinde bewilligte Budget für die Infrastruktur des Festes 20 000 Franken betragen habe. Dass nach der Abrechnung des Festes nun ein Mehraufwand von 74 149 Franken resultierte, begründete Wirth mit den zu optimistischen Erwartungen beim Besucheraufmarsch und den teils widrigen Wetterbedingungen. Nicht zuletzt deshalb seien auch die Bruttokosten gegenüber der Gemeinde von 20 000 Franken auf 94 149 Franken angewachsen. Insbesondere die an der Schulhausstrasse eingerichtete Festmeile habe hohe Kosten generiert. Aus dem Festbetrieb sei zwar ein Bruttogewinn von rund 80 000 Franken erzielt worden, aber auch Nettokosten von 68 526 Franken. Die Kosten für die Administration wurden mit 5623 Franken beziffert.

Nach Bruno A. Wirths Ausführungen wollte Alt-Gemeindepräsident Christian Kühni vom Gemeinderat wissen, ob seitens der Gemeinde eine Defizitgarantie abgegeben wurde und ob die Festabrechnung einer Prüfung unterzogen wurde. Gemeindepräsident Georg Lindemann räumte Fehler ein. Die Planung des Festes sei ohne Defizitgarantie erfolgt und das Budget laufend angepasst worden. «Wir hätten es natürlich gern gesehen, wenn am Schluss eine schwarze Null herausgeschaut hätte», so der Gemeindepräsident. Bezüglich der Festabrechnung erwähnte Lindemann, dass diese von einem externen Treuhandbüro geprüft und für gut befunden worden sei. Deshalb, und weil der Gemeinderat der Auffassung sei, dass die gesamte Bevölkerung während des Jubiläumsjahres in die Feierlichkeiten einbezogen wurde, habe der Rat die Abrechnung einstimmig genehmigt. Zu Wort meldete sich auch Ruedi Nützi, der die Meinung des Rates bezüglich des gelungenen Festjahres teilte, aber anmerkte, dass er vom Gemeinderat mehr Transparenz erwartet hätte.

Alle Spezialfinanzierungen im Plus

Die in einer Abstimmung zusammengefassten Nachtragskredite wurden ohne weitere Wortmeldungen mit einer Gegenstimme gutgeheissen. Die Rechnung 2016 mit einem Ertragsüberschuss von 1,536 Mio. Franken wurde einstimmig verabschiedet.

Gleiches gilt für die Spezialfinanzierungen, die alle Ertragsüberschüsse ausweisen: Beim Wasser sind es 194 995 Franken, bei der Abwasserbeseitigung 54 601 Franken, bei der Abfallbeseitigung 10 878 Franken.

Genehmigt wurde auch die Jahresrechnung des Nahwärmeverbundes Wolfwil, die nach zusätzlichen Abschreibungen von 8094 Franken einen Ertragsüberschuss von Franken 10 503 ausweist.

Finanzkommissionspräsident Rolf Kissling wollte nach dem guten Jahresabschluss noch nicht von einer Steuersenkung sprechen. Zuerst müsse die Situation genau analysiert werden.