Kestenholz
«Dammbauten sind nicht akzeptabel»: Gemeinderat will Kulturland erhalten

Der im Rahmen der Revitalisierung vorgesehene Hochwasserschutz der Dünnern stösst beim Gemeinderat Kestenholz auf Widerstand.

Marco Bürgi
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Teile des Gebietes zwischen der St. Peter-Kapelle in Kestenholz und der Autobahn A1 in Hintergrund würden im Fall eines Hochwassers der Dünnern bei der Variante «Retention» überschwemmt. Zum Schutz des Siedlungsraums sollen hohe Dämme gebaut werden.

Teile des Gebietes zwischen der St. Peter-Kapelle in Kestenholz und der Autobahn A1 in Hintergrund würden im Fall eines Hochwassers der Dünnern bei der Variante «Retention» überschwemmt. Zum Schutz des Siedlungsraums sollen hohe Dämme gebaut werden.

Bruno Kissling

An zwei Sitzungen hat sich der Gemeinderat Kestenholz eingehend mit der vom Kanton in Auftrag gegebenen Vorstudie für die Revitalisierung und den Hochwasserschutz der Dünnern befasst. Die Studie zeigt Varianten auf, wie die bestehenden Hochwasserschutzdefizite und die ökologischen Defizite behoben werden könnten und wo allfällige Schnittstellen zum 6-Spurausbau der Autobahn A1 bestehen.

Auch A1-Ausbau kostet Kulturland

Der Gemeinderat spricht sich klar gegen die geplante Variante «Retention» im Raum Oensingen, Kestenholz und Niederbuchsiten aus. Mit den bei dieser Variante geplanten Dämmen würde wertvolles Kulturland verloren gehen und die bestehende, unverbaute, zusammenhängende Kulturlandschaft würde sich massiv verändern. Die Gemeinde Kestenholz wird mit dem Ausbau der Autobahn A1 und dem geplanten Wildtierkorridor schon wertvolles Kulturland verlieren. Ein weiterer Verlust von wertvollem Kulturland im Rahmen des Projekts Hochwasserschutz Dünnern ist nicht akzeptabel, hält der Gemeinderat fest.

Im Weiteren unterstützt der Gemeinderat die Stellungnahme der Gemeindepräsidentenkonferenz Gäu (GPG). Für den GPG ist von den vorgestellten Varianten nur die Variante «Durchleiten» zielführend. Das Dünnernbauwerk ist im Rahmen des ordentlichen Unterhalts instand zu halten. Dort wo Revitalisierungen möglich sind, ist der entsprechende Spielraum zu nutzen. Diese sind aber auf wenige Massnahmen zu beschränken, die weder wertvolles Kulturland beanspruchen noch das Landschaftsbild des Gäus nachhaltig verändern. Der Gemeinderat teilt die Meinung des GPG.

Neue Überbauung Usserrain

Das südlich der Wolfwilerstrasse liegende Areal «Usserrain» (Niggli-Hostet) ist eine der letzten grösseren zusammenhängenden freien Bauzonenflächen in Kestenholz. Im Rahmen der Zonenplanrevision wurde das Areal der zweigeschossigen Wohnzone mit Gestaltungsplanpflicht zugeordnet.

Die Eigentümerschaft hat inzwischen einen Gestaltungsplan für das erwähnte Gebiet ausgearbeitet. An einer Informationsveranstaltung wurde der erarbeitete Gestaltungsplan und das Bauprojekt der interessierten Bevölkerung vorgestellt.

6 Mehrfamilienhäuser in Planung

Das Projekt sieht sechs Mehrfamilienhäuser vor, welche als Ensemble um einen zentralen gemeinschaftlichen Bereich mit Mehrzweckbau gruppiert sind. Die Wohnbauten werden zwei Vollgeschosse und ein Attikageschoss aufweisen. In den sechs Mehrfamilienhäusern werden zirka 60 Wohnungen in unterschiedlicher Grösse entstehen. Die Erschliessung wird über die Winkelstrasse erfolgen.

Der Gemeinderat hat die öffentliche Auflage des Gestaltungsplans beschlossen. Die Auflage wird in nächster Zeit zusammen mit dem Bauprojekt erfolgen.

Mehr LED-Leuchten für Höhle

Im letzten Jahr wurden die Nostalgieleuchten in der Gemeinde Kestenholz durch LED-Leuchten ersetzt. Die Höhle hatte bereits mit den Nostalgieleuchten eine schlechte Ausleuchtung, weil die Abstände der Leuchten zu gross sind. Dies hat sich mit den LED-Leuchten nicht verbessert. Der Strassenzug wird mit drei zusätzlichen Kandelabern ergänzt, so kann eine optimale Ausleuchtung erreicht werden. Der Gemeinderat hat dem Kredit von 12'000 Franken zugestimmt und den Auftrag an die Firmen AEK Elektro AG, Kestenholz und Studer Bautechnik, Härkingen erteilt.

Weiter hat der Rat den Auftrag für den Unterhalt der gemeindeeigenen Bäume an die Astwerk Baumpflege in Roggwil vergeben. Zudem hat er der Verlängerung der Nutzungsvereinbarung mit dem Turn- und Sportverein für das bestehende Beachvolleyballfeld zugestimmt.

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