Trimbach
Damian Basler: «So was muss man machen, wenn man jung ist»

Als einziger Chorsänger aus dem Kanton Solothurn wirkt der 22-jährige Damian Basler aus Trimbach beim Musical «Der Besuch der alten Dame» in Thun mit. Er besetzt die Position des Ersten Basses. In gut zwei Wochen gilt es ernst.

Beat Wyttenbach
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Damian Basler studiert zu Hause die Musicalparts.

Damian Basler studiert zu Hause die Musicalparts.

bw

Am Dienstag, 16. Juli, hat das Musical «Der Besuch der alten Dame» nach dem gleichnamigen Roman von Friedrich Dürrenmatt im Rahmen der Thuner Seespiele Première. Komponiert hat die Musik der Berner Moritz Schneider zusammen mit Michael Reed und Wolfgang Hofer. Als einziger Sänger im 30-köpfigen Laienchor wurde der Trimbacher Damian Basler gecastet. In diesem Chor, der die Berufsschauspieler begleitet, besetzt er die Position des Ersten Basses, der tiefsten Stimmlage also. Das Casting, so Basler, habe im vergangenen Herbst stattgefunden, und schon bald habe festgestanden, dass er zu den auserwählten 15 Frauen und 15 Männern gehört.

Der 22-Jährige ist in Trimbach zusammen mit zwei jüngeren Geschwistern aufgewachsen. Dort besuchte er auch die Schulen. Danach absolvierte er die Fachmittelschule in Solothurn, bevor er seinen einjährigen Zivildienst versah, je ein halbes Jahr in einer Kindertagesstätte und im Kinderheim Bachtelen in Grenchen. Derzeit ist er noch an der Heilpädagogischen Sonderschule in Olten tätig, bevor er im Herbst sein Studium an der FHNW in Olten im Bereich Sozialpädagogik beginnt. Basler hat schon Erfahrung im Chorgesang und war bereits vor einem Jahr bei den Thuner Seespielen dabei, als «Titanic» inszeniert wurde. Der ausgebildete Klavierspieler zählt auch Badminton zu seinen Hobbys.

Zu besagtem Casting sei er gekommen, weil er die entsprechende Ausschreibung gelesen habe. Er habe zwei Musical-Songs einstudieren und dann vor einer Jury mit Dirigent und Produzent vortragen müssen. Dort seien auch schon bei allen Bewerbern die Körpermasse genommen worden für die Kostüme. Ende letztes Jahr habe er dann positiven Bescheid bekommen, und im März habe man zusammen mit dem Chorleiter mit den Proben begonnen. Im Mai seien dann auch noch die Profis dazu gestossen, und seither übe man gemeinsam in einer grossen Halle in Thun. 31 Aufführungen seien bis zur Dernière am Donnerstag, 5. September vorgesehen.

Obschon er bereits Erfahrung in Sachen Thuner Seespiele aufweist, gibt sich Basler nüchtern: Man könne «Titanic» und «Der Besuch der alten Dame» nicht miteinander vergleichen. Es sei teilweise ein anderes Team mit anderen Chormitgliedern. «Was mich stark reizte, war der Umstand, dass es sich um eine Uraufführung handelt. Ich wollte unbedingt mithelfen, etwas Neues zu entwickeln und ein Teil davon zu sein», hält er begeistert fest. Da es sich bei den Leitern um dieselben Macher handelt, die vor drei Jahren den «Dällebach-Kari» inszenierten, was ihm sehr gut gefallen habe, habe er sich gedacht: «Das kann nur gut werden».

Dennoch räumt er ein, dass er am Anfang etwas skeptisch gewesen sei: Textlich sei man zwar nahe am bekannten Dürrenmatt-Stil, die Liedtexte dagegen seien aber zeitgenössisch und kämen modern und spritzig daher. Den dazu gehörenden Musikstil bezeichnet er als «eher rockig und groovig, aber auch gefühlvoll, mit balladenartigen Einspielungen versehen». Es finde sich auch viel Komik in der ganzen Tragik. «Die Musik ist einfach fantastisch», lobt Basler. Und anspruchsvoll. Ein Blick in die Partitur verrät, dass sich Tonarten- und Rhythmuswechsel laufend die Hand reichen. Das Melodiethema weist viele Variationen auf; «es entwickelt sich so buchstäblich ein Ohrwurm», kommentiert der junge Mann den musikalischen Teil des «Besuchs der alten Dame».

Er betont auch, dass das Ganze sehr zeitintensiv sei. Einmal pro Woche werde abends in Thun für zweieinhalb bis drei Stunden geübt. Die Hin- und Rückfahrt nach und von Thun sei anstrengend; vor allem, wenn man am Folgetag morgens um 7 Uhr wieder aus den Federn müsse. «So etwas muss man machen, wenn man jung ist. Wenn ich bereits eine eigene Familie hätte, würde ich mir das wohl nicht antun», glaubt er. Dennoch macht Damian Basler keinen Hehl daraus, dass er sich auf die bevorstehenden Aufführungen sehr freut.