Kolumne
Da war doch schon mal was

Kuno Blaser
Kuno Blaser
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Anzeigen aus der «Solothurner Zeitung» im Jahre 1918.

Anzeigen aus der «Solothurner Zeitung» im Jahre 1918.

zvg

Das Jahr 1918 ist eine geschichtsträchtige Zahl: Der 1. Weltkrieg neigte sich dem Ende zu, ein Generalstreik und eine Grippeepidemie, genannt «Spanische Grippe» erschütterten die Schweiz. Man muss sich deren Tragweite erst einmal vorstellen: Diese Grippe forderte hierzulande zwischen Juli 1918 und Mai 1919 sage und schreibe 25000 Todesopfer, weltweit waren es gegen 50 Millionen Menschen, die ihr Leben verloren. Beim Militär zählte man beim Höchststand im November 2018 unglaublich anmutende 14023 infizierte Wehrmänner. Allein in jenem Monat verstarben 837 Soldaten.

Ein wirklich wirksames Mittel gegen diese heimtückische Krankheit wusste niemand anzubieten. Jedenfalls halfen die «Heimschwitz-Geräte», die ein geschäftstüchtiger Fabrikant aus Ettingen anbot (siehe Inserat zur Grippe) nicht weiter. Helfen musste sich demnach jeder selber.

Die Angst, angesteckt zu werden, veranlasste manchen, sein Gegenüber zu meiden. Diese Situation kennen wird doch ...

Korporal Bernhard Bichsel und Füsilier Ernst Schenker gedachten in der Solothurner Zeitung vom 20. November 1918 ihrer Angehörigen.

Allein diesen hätten sie das Überleben zu verdanken, sandten diese den beiden doch Bienenhonig in den Aktivdienst. Ja, Honiglecken war zu diesen Zeiten ein seltenes Privileg. Wenn doch heute Honiglecken hälfe, hätten wir heute unser Problem schnell gelöst. Honig stünde uns genügend zur Verfügung ...

Schlechter erging es übrigens dem Balsthaler Jakob Sägesser, der mit dem Solothurner Füsilierbataillon 90 Dienst leistete.

Wie elf andere seiner Einheit verstarb er an den Folgen der Spanischen Grippe.