An der von nur gerade elf Stimmberechtigten besuchten Bürgergemeindeversammlung informierte Bürgergemeindepräsidentin Johanna Bartholdi über den Stand der geplanten Neuerschliessung für den Steinbruch Vorberg. Diese soll statt wie bisher durch die Quartiere an der Steinbruchstrasse und an der Domherrenstrasse neu von Westen her erfolgen. Die von den Betreibern vorgeschlagene Erschliessung von der Solothurnerstrasse kommend über die Müslenstrasse, Sandackerstrasse via Sandacker und die Steinbruchstrasse sei vom Kanton als machbar und bewilligungsfähig eingestuft worden, bemerkte Bartholdi.

Auflage des Gestaltungsplans muss bis 30. Juni 2019 erfolgen

Die Aussicht auf eine Entlastung des Lastwagenverkehrs für das Dorf hat die Bürgergemeindeversammlung Mitte Juni 2017 dazu bewogen, einer Verlängerung des Pachtvertrages mit der STAG Steinbruch AG für vier weitere Jahre zuzustimmen. Allerdings verbunden mit der Auflage, dass die neue Erschliessung bis zum 30. Juni 2019 öffentlich aufgelegt wird. Gelingt dies nicht oder die neue Erschliessung ist nicht realisierbar, wird der Pachtvertrag gekündigt.

Ab diesem Datum darf der Steinbruch noch vier Jahre weiter betrieben werden. Anschliessend würden während 10 bis 20 Jahren eine Revitalisierung, Sicherung und Auffüllung des Steinbruchs erfolgen. Eine Auffüllung wird vor allem notwendig, weil seit Ende 2017 – nach der provisorischen Betriebsbewilligung bis 31. Dezember 2021 durch den Kanton – nun auch unter der Sohle des bestehenden Steinbruchs Kalkstein abgebaut werden darf.

In Bezug auf den Zeitplan sieht Bartholdi allerdings keine Anzeichen für dieses Szenario. Nach der Initialisierung des «Gestaltungsplans Steinbruch» durch die STAG Steinbruch AG und ersten informellen Gesprächen mit dem Kanton seien die Voraussetzungen für die Einleitung des Plangenehmigungsverfahrens erfüllt. In der Pflicht sei allerdings die Einwohnergemeinde, welche nun die nötigen Schritte unternehmen werde. Dazu gehöre unter anderem die Bewilligung eines Planungskredits von 46 000 Franken. Erste Gespräche mit den Anwohnern und Grundeigentümern im Sinne einer konstruktiven Meinungsbildung würden bereits Ende nächster Woche aufgenommen. Dies mit dem Ziel, technisch machbare Varianten zu erarbeiten und diese in den Auflageplan zu integrieren.

Vorkommen im Steinbruch Vorberg ist bis 2040 ausgeschöpft

Die kantonale Vorprüfung des Gestaltungsplans inklusive öffentliche Mitwirkung soll etwa im November 2018 erfolgen, der Mitwirkungsbericht im Februar 2019 vorliegen. Die öffentliche Auflage ist gemäss Zeitplan im Mai-Juni 2019 vorgesehen. Wenn diese Erschliessung zustande kommt, könnten die rund 650 000 Kubikmeter Kalkgestein unter der Sole des Steinbruchs noch bis im Dezember 2040 abgebaut werden. Danach würde die rund 10 bis 20 Jahre dauernde Revitalisierung, Auffüllung und Sicherung des Steinbruchs erfolgen.

Schätzungen zufolge wird die neue Erschliessungsstrasse auf 1 bis 1,2 Mio. Franken zu stehen kommen. 20 Prozent davon werden von der Einwohnergemeinde übernommen, für den Rest kommen die Grubenbetreiber auf. Aus der Versammlung wurden keine kritischen Stimmen zum Projekt laut.

Gleiches galt für die Bürgerrechnung und die Forstrechnung der Bürgergemeinde, welche ohne Wortmeldung genehmigt wurden. Die Bürgerrechnung schliesst bei Einnahmen von 26 167 Franken und Ausgaben von 36 060 Franken mit einem Defizit von 9893 Franken. Die Forstrechnung weist bei Einnahmen von 279 167 Franken und Ausgaben von 253 957 Franken einen Ertragsüberschuss von 25 705 Franken aus.