Der Ornithologische Verein Mümliswil-Ramiswil (OVM) wurde am 3. April 1959 von 18 Idealisten gegründet. Kürzlich wurde mit der Jubiläumsversammlung das 60-jährige Bestehen gefeiert und erfreulicherweise konnten vier junge Mitglieder neu aufgenommen werden.

Ende der 1950er-Jahre wurden im Guldental noch sehr viele Kleintiere wie Geflügel, Tauben, Kaninchen sowie exotische Vögel gehalten.

Oft war die Haltung der Tiere als reine Ergänzung des Speiseplans gedacht und die Ab-stammung und der Zustand der Stallungen entsprechend fragwürdig. «Da in Mümliswil sehr viele Leute Bastard-Kaninchen züchten, wollen wir einen eigenen Verein gründen. Dadurch könnten wir viele dazu bringen, auf Rassetiere umzustellen. Zweck des Vereins sollen die Kleintierzucht sowie der Vogelschutz sein, der es ja in unserer Gemeinde so nötig hat», ist dem Gründungsprotokoll weiter zu entnehmen. Als 1. Präsident wurde Adolf Wiedmann gewählt, der dieses Amt 22 Jahre lang ausübte.

Mit Herzblut und Idealismus

Heute stehen vor allem die Kaninchenzucht sowie der Natur- und Vogelschutz im Vordergrund. Dass die Mitglieder des OVM seit je viel Arbeit und Leidenschaft in ihr anspruchsvolles Hobby steckten, zeigt die Tatsache, dass bis heute nur gerade drei Präsidenten dem Verein vorstanden. Nach Wiedmann folgte Hans Meister, der mit Unter-bruch während nunmehr 33 Jahren den Verein leitet. Dazwischen wirkte fünf Jahre lang Marcel Stalder als Präsident.

Mit der jährlichen Ausstellung im Januar beweisen die «Chüngeler» immer wieder, dass die Kaninchenzucht ein aufwendiges Hobby ist. Es erstaunt auch nicht, dass einige Mitglieder des OVM regional und national immer wie-der in den ersten Rängen zu finden sind. «Die gesetzlichen Vorschriften und der gesellschaftliche Wandel machen unsere Arbeit nicht einfacher», führte Hans Meister aus. Er rief dazu auf, an Ausstellungen auch mal den Mut zu haben, weniger «feine» Tiere zu präsentieren und für die Zucht auch mal stärkere und robustere Exemplare einzusetzen.

Die Abteilung Natur- und Vogelschutz (NVS) hat sich indes ganz dem Schutz und dem Erhalt natürlicher Lebens-räume verschrieben. Der Unterhalt des Feucht- und Schutzgebietes in der Limmern, die Förderung von wilden Orchideen sowie die Wissensvermittlung an Schulkinder sind wichtige Aufgaben, die es jedes Jahr zu bewältigen gilt. «Letzten Sommer machten wir erstmals am Ferienpass mit und jedes Kind konnte für sich ein Insekten-Hotel basteln», erwähnte Obmann Kurt Walter. Er ist übrigens seit 45 Jahren Mitglied des OVM und seit 20 Jahren Obmann NVS. Für seine grossen Verdienste wurde er von Präsident Meister mit einer geschnitzten Ehrentafel beschenkt.

Das Feuer brennt noch

Viele ornithologische Vereine sind in der Zwischenzeit verschwunden. Mangelndes Interesse oder «Vereinsmüdig-keit» werden als Gründe aufgeführt. «Auch wir diskutierten letzten Herbst im Vorstand, wie es weitergehen soll», meinte Meister. Doch ein Aufgeben sei für den Vorstand keine Option. Zumal man bei den verschiedensten Vereinsanlässen immer wieder spüre, dass das «Feuer» noch brenne. Auch die Versammlung bekräftigte diesen Beschluss einstimmig. «Besonders freut es mich, dass wir heute mit Tobias, Annemarie, Marek und Rosmarie Bader vier junge, engagierte Mitglieder neu aufnehmen können», kommentierte Meister.

Gemäss Vorstandsbeschluss wurden abschliessend zum letzten Mal die Wanderpreise an die Kategoriensieger verteilt. Stephan Jeker, Ehrenaktuar und seit 54 Jahren im Amt, hielt einen unterhaltsamen Rückblick auf die vergangenen 60 Jahre und so manchen kuriosen Protokolleintrag.