Am 18. Januar 2015 waren Simon Niggli und sein österreichischer Kollege Christoph Obmascher von Wolfwil aus aufgebrochen, um zu Fuss in das rund 7000 Kilometer entfernte China zu wandern.

Fast neun Monate später, nämlich am 9. Oktober 2015, hatten es die zwei Abenteurer nach 5500 effektiv zu Fuss zurückgelegten Kilometern geschafft: Sie erreichten über Kirgistan ihr Ziel China.

Das war allerdings nur eine Zwischenstation. Der 39-jährige Wolfwiler Simon Niggli und Christoph Obmascher wollten mit ihrem aussergewöhnlichen Fussmarsch vor allem Projekte in einer abgelegenen Bergregion in Vietnam unterstützen.

Quer durch Asien gereist

Deshalb brachen die beiden nach einer kurzen Verschnaufpause in der chinesischen Stadt Kashgar im Oktober 2015 in Richtung Vietnam auf. Der grösste Teil der Reise quer durch Asien erfolgte diesmal per Bus, Bahn oder Flugzeug.

Via Xian reisten die beiden nach Lhasa und konnten dort die tibetische Hauptstadt besuchen. Danach ging es weiter per Flugzeug über den Himalaja nach Nepal, wo ein Trekking um das Annapurna Massiv bis auf 5416 Meter über Meer auf dem Programm stand. Via Thailand erfolgte schliesslich der Grenzübertritt nach Vietnam.

Im Reisebericht der beiden ist nachzulesen, wie sie rund 200 Kilometer vor der Hauptstadt Hanoi das Land wahrnahmen: Die Strasse in Richtung Tram Tau im Nordwesten von Vietnam ist matschig und holprig. «Es hat in den letzten Tagen immer wieder geregnet und vor drei Wochen hatten wir hier in den höher gelegenen Gebieten sogar Schnee», bemerkt Simon Niggli sichtlich überrascht von den frischen Temperaturen in Vietnam. Aufgefallen sind ihm auch die terrassenartig angelegten Reiskulturen beidseits der Strasse. «Sie sehen aus wie endlose Treppen in den Himmel und wurden alle in mühevoller Handarbeit den Bauern errichtet», weiss Niggli.

Hilfsprojekt für arme Volksstämme

Danach begegnen die zwei Reisenden ersten farbig angezogenen Hmong- und Thai-Frauen. Diese Volksstämme leben zum Teil noch in rechter Armut und haben vom wirtschaftlichen Aufschwung Vietnams bis jetzt nichts gespürt. Hier will das Entwicklungsprojekt «Tram Tau» von World Vision, für welches Simon Niggli und Christoph Obmascher seit über einem Jahr unterwegs sind, Hilfe leisten. «An diesem Ort leben unsere Patenkinder und hier ist auch das Ziel unseres ‹walk of our Life›», sagt Niggli.

In den nächsten sieben Tagen hatten Niggli und Obmascher die Gelegenheit, um sich selbst ein Bild vom Entwicklungsprojekt zu machen. Etwa mit Besuchen von Orten, wo die geleistete Hilfe zur Selbsthilfe sichtbar wird, wie zum Beispiel in Schulen. Niggli schenkte bei dieser Gelegenheit seinem Patenkind Le Xuan Khang einen Fussball. Der 9-Jährige strahlte über sein ganzes Gesicht, ob dieses Geschenks. Auch für Simon Niggli war das ein bewegender Moment, wie er im Rückblick erwähnt. «Ich bin glücklich, dass wir Le Xuan Khang und seiner Gemeinde helfen können.»

Öfen anstelle von Feuerstellen

«Ein Projekt, dass ebenfalls mit unseren Spendengeldern verwirklicht wird, ist der Bau von Holzöfen», bemerkt Niggli. Derzeit verfügten die Häuser im Dorf lediglich über offene Feuerstellen, welche den ganzen Raum in Rauch hüllten. Auch komme es immer wieder vor, dass Kinder sich verbrennen, wenn sie zu nahe ans Feuer zu nahe kämen. Mit den neuen Öfen werde nicht nur Holz gespart auch die Wärme besser genutzt, sondern und die Verletzungsgefahr für die Bewohner vermindert.

Nach einer Woche in Nordvietnam und nach vielen schönen Begegnungen und Kontakten mit den Menschen, war es an der Zeit, Abschied zu nehmen. Niggli und Obmascher befinden sich inzwischen wieder auf dem Weg in Richtung Schweiz. Ankommen wollen die beiden hier etwa im Mai. Und was ist von der Reise haften geblieben? «Sie hat uns verändert», sagt Simon Niggli dazu. Und: «Uns geht es im Vergleich mit diesen Menschen so gut, da wird einem richtig bewusst.»

Niggli und Obmascher berichten unter www.thewalkofourlife.com über ihre Reise.