Die Geschäftsführung der Oensingen-Balsthal-Bahn (OeBB) ist ab 1. Januar 2017 in neuen Händen. Übernehmen wird das Ruder Markus Schindelholz, der die Nachfolge von Siegfried Flury antreten wird.

Schindelholz könne eine bestens auf die Zukunft ausgerichtete Unternehmung übernehmen, wurde bei der letzte Woche vollzogenen Amtsübergabe erwähnt. Die Weichen dafür gestellt hat Siegfried Flury. Der 51-jährige hatte im August für Aufsehen gesorgt, als er nach nur gerade acht Monaten als Geschäftsführer seinen Rücktritt per Ende Jahr bekannt gab.

«Meine Arbeit bei der OeBB ist getan»

Er sei zu jenem Zeitpunkt zum Schluss gelangt, dass er seine Aufgabe bei der OeBB erfüllt und die richtigen Weichenstellungen eingeleitet habe, bemerkt Flury. Diese Erkenntnis sei damals auch für ihn überraschend gekommen. Bei seinem Stellenantritt sei er überzeugt gewesen, dass dies die richtige Herausforderung für ihn sei.

Ihn habe vor allem der Gedanke gereizt, ein Bahnunternehmen als Ganzes zu leiten. Flury arbeitete seit 1983 in verschiedenen Bereichen bei der SBB, zuletzt hatte er bei SBB Cargo 1200 Leute unter sich. «Meine Aufgabe als OeBB-Geschäftsführer hat mir Spass gemacht und faszinierte mich bis zum letzten Arbeitstag», sagt Flury.

Letztlich sei er aber zum Schluss gelangt, dass ihn ein Unternehmen wie die OeBB mit einem 4,1 Kilometer langen Schienennetz und 15 Angestellten nicht auszufüllen vermöge. Technische Herausforderungen, die bei der OeBB anstünden, hätten ihm den Entscheid erleichtert. «Das ist eher die Stärke meines Nachfolgers Markus Schindelholz.»

Auch wenn Flury die OeBB verlässt, ist seine Begeisterung für das Unternehmen spürbar. Mit derselben Begeisterung verfolgte er in seiner Amtszeit das gemeinsam mit dem Verwaltungsrat gesteckte Ziel, eine Vision für eine nachhaltige Zukunft der OeBB zu erarbeiten.

Dieser Turnaround ist offenbar Flury gelungen. So wurden unter Flurys Regie die Informatik der OeBB neu aufgesetzt und eine interne Vernetzung der Arbeitsplätze realisiert. Dieser Wechsel vom Papier auf die elektronische Geschäftsabwicklung ist in Bezug auf die innerbetriebliche Transparenz von grosser Bedeutung.

Alle wichtigen Zahlen können jederzeit abgerufen, ausgewertet und wenn nötig Massnahmen eingeleitet werden. Für die Geschäftsführung ein wichtiges Instrument, um die wirtschaftlich richtigen Entscheidungen zu treffen.

Etwa im Personalbereich, um Doppelspurigkeiten zu vermeiden oder die Auslastung zu verbessern. Zu diesem Zweck wurde auch die Zusammenarbeit mit Dritten, wie etwa mit der Aare Seeland mobil AG oder mit dem Naturpark Thal gesucht, mit dem Ziel, Personal auszumieten. So geschehen beim Naturpark Thal, wo OeBB-Leute in der Informationsstelle eingesetzt wurden.

Zahlreiche Projekte realisiert

Nicht ohne Stolz erwähnt Flury die Weiterentwicklung des Sicherheitsmanagements. Dieses umfasst sämtliche Massnahmen zur systematischen Erkennung, Analyse, Bewertung, Überwachung und Kontrolle von Risiken.

Ein Mitte Oktober vom Bundesamt für Verkehr durchgeführtes Audit habe ohne jegliche Auflage abgeschlossen werden können. Für die OeBB sei das ein grosser Erfolg. In Flurys Ära fallen ferner die Erneuerung des 750 Meter langen Gleisteilstücks zwischen der Dünnernbrücke und dem Maiacker, die Einführung des neuen Personalreglements, die Angebotsverbesserung mit PostAuto AG in den Hauptverkehrszeiten zwischen Oensingen und Balsthal sowie die Inbetriebnahme des Domino-Pendelzuges.

Diese Komposition ist ein weiterer Meilenstein in der Geschichte der 1899 gegründeten Oensingen-Balsthal-Bahn.

Die Tradition des Unternehmens fortsetzen will nun Markus Schindelholz, welcher per 1. Januar 2017 die Leitung der OeBB übernehmen wird. Schindelholz arbeitete seit 2005 für SBB Cargo und ab 2008 für SBB Infrastruktur in leitenden Funktionen. Zuletzt war er verantwortlich für die Inbetriebnahme der Sicherungsanlagen der neuen Gotthard-Basislinie.

Respekt vor der Aufgabe

Mit der OeBB ist Markus Schindelholz strategisch, operativ und personell bestens vertraut. Seit 2009 amtet er als Mitglied und seit 2013 als Vizepräsident des Verwaltungsrates. Schindelholz freut sich auf seine neue Herausforderung.

Nun gelte es die von Flury geschaffen Strukturen umzusetzen und zu festigen. «Eine Aufgabe, vor der ich Respekt habe», so der neue OeBB-Geschäftsführer.