Niederbuchsiten
Chaos total im Hotelzimmer Nr. 9

Die Theatergesellschaft führt die Verwechslungskomödie «Au das no!» auf

Urs Amacher
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Das Ensemble der Theatergesellschaft Niederbuchsiten trifft sich bei den Proben für ein Gruppenbild. Markus Müller

Das Ensemble der Theatergesellschaft Niederbuchsiten trifft sich bei den Proben für ein Gruppenbild. Markus Müller

Markus Müller

Am Samstag, 19. November, heisst es in der Mehrzweckhalle Niederbuchsiten: Vorhang auf! Die Theatergesellschaft Niederbuchsiten (TGN) feiert dann Premiere mit dem Mundartlustspiel «Au das no!» von Ronny Sunters.

Unter der Regie von Bruno Zeltner zieht das Ensemble der TGN in den turbulenten Verwicklungen und Verstrickungen alle Register. Am Anfang schaffen es die Leute im Hotel noch, sich aneinander vorbeizumogeln. Doch als die Situation im dritten Akt eskaliert, hilft auch die Ausrede «ist doch alles nur ein Missverständnis» nicht mehr.

«Tutti kaputti» im Hotel Du Lac

Schauplatz des Theaterstücks ist das Hotel Du Lac im Tessin. Genauer gesagt die Suite Nummer 9, das einzige Zimmer, das einigermassen benutzbar ist. Das «Du Lac» ist nämlich eine regelrechte Bauruine, die Zimmer haben wegen eines Leitungsbruchs Wasserschaden, und auch in Nummer 9 funktioniert die Toilettenspülung nicht richtig.

Wenn also praktisch «tutti kaputti» ist, ist der Hotelportier Alberto Cavallo (Bruno Zeltner) natürlich gefordert. Er behilft sich, indem er das Zimmer Nummer 9 eben mehrfach vermietet. Als erster Gast erscheint Martin Schock (Reto Muggli), ein schlitzohriger Immobilienmakler.

Dieser braucht ohnehin die Absteige nur, um zwielichtige Geschäfte abzuschliessen. Der Geschäftsfrau Luzia Steiner (Monika von Arx), die Schwarzgeld waschen will, verkauft er ein Objekt und wirtschaftet dabei prächtig in die eigene Tasche.

Der zweite Gast, Martin Bleibtreu (Markus von Arx), ist zwar im Nebenzimmer einquartiert. Der schlafmützige Naivling, dem man die «wässrige» Nummer 8 als Wellnessoase andrehte, hat aber via Balkon Zutritt zum Zimmer 9 und kann dort das Bad/WC mitbenutzen. Martin Bleibtreu hat sich unter dem Namen Nägeli in die Gästeliste eingetragen. Somit logieren bereits drei Martin im «Du Lac» – eine Prachtvorlage für Verwechslungen.

Ein wildes Durcheinander

Nägeli hat sich soeben wegen eines Missverständnisses von seiner Freundin Annemarie Keusch (Corinne Uebelhard) getrennt. Er ist der Frauen überdrüssig und plant, in ein Kloster einzutreten. Der Vater von Annemarie, der Immobilienhändler Hans Keusch (Roland Vogt), ist zufällig auch der Chef von Martin Schock.

Auf der Suche nach ihrem Martin Bleibtreu quartiert sich Annemarie Keusch im «Du Lac» ein. Sie erhält ebenfalls das Zimmer 9 zugeteilt, allerdings nur als Umkleidezimmer. Auch Schwester Margrit vom Kloster Maria Hilf (Kathrin Nützi) kommt an, um den gleichen Martin für sich zu gewinnen.

Obwohl die Putzfrau Maria (Vroni Oegerli) hilft, wo sie kann, wird es für den Portier Alberto immer schwieriger, die Gäste aneinander vorbeizulotsen. Als auch noch Miriam (Petra Heim), die Frau von Martin Schock, eintrifft und den Braten riecht, überstürzen sich die Ereignisse.

Ein lustiges Theatervergnügen

Die Personen auf der Bühne versuchen sich mit immer neuen Ausflüchten und Erklärungen aus den peinlichen Situationen zu retten, verwickeln sich aber immer mehr in ihr Lügengespinst. Die zwölf Mitglieder der TGN spielen die Komödie zügig und glaubwürdig. Sie interpretieren ihre Rollen je nachdem mit der nötigen Coolness oder südländischem Charme, was für ein zusätzliches Theatervergnügen sorgt. Die turbulenten Verwechslungen dieses Schwanks garantieren dem Publikum beste lustige Unterhaltung.

Ein Schwank wie «Au das no!» lebt von witzigen Verstrickungen, von sich überstürzenden Ereignissen und klappenden Zimmer-, Balkon-, WC- und Schranktüren. Es gibt auch Szenen von feinerem Humor. Während Martin Schock leichbeschürzt den Besuch einer Dame von der Begleitagentur erwartet, betritt die Klosterschwester Margrit (Kathrin Nützi) das Zimmer und erklärt treuherzig, wie sie sich durchaus liebevoll pfleglich um ihre «Schäfchen» sorgt, was mit entsprechender Fantasie auch auf die Dienste der Agenturdame zutreffen könnte.

Selbstverständlich kommt ein solches Stück nicht ohne kleinere Rollen aus. Im Ensemble, das seine Anfänge vor genau 30 Jahren an einem Musik-Unterhaltungsabend nahm, wirken Doris und Roland Vogt, Angelika Flury und Monika von Arx zum ersten Mal mit. Länger schon dabei ist Ruedi Kissling in der Rolle des Hotelbesitzers.

Aufführungen: Mehrzweckhalle Niederbuchsiten: Samstag, 19. November, sowie 23., 25. und 26. November jeweils um 20 Uhr. Festwirtschaft: Freitag und Samstag ab 18 Uhr offen.

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