Balsthal
Cessotto und Müller ziehen ihre Kandidaturen zurück

Nach der Gemeinderatswahl in Balsthal schielen nur noch Pierino Menna und die SVP auf das Gemeindepräsidium.

Erwin von Arb
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Unzählige Wahl-, Abstimmungs- und Veranstaltungsplakate buhlen beim Ortseingang von Balsthal um Aufmerksamkeit.

Unzählige Wahl-, Abstimmungs- und Veranstaltungsplakate buhlen beim Ortseingang von Balsthal um Aufmerksamkeit.

Bruno Kissling

Lange hatte es in Balsthal danach ausgesehen, als würde es für die Nachfolge des nicht mehr antretenden Gemeindepräsidenten Roland Stampfli zu einer Kampfwahl kommen. Zuletzt hatten Pierino Menna von der CVP, Enzo Cessotto von der FDP und Fabian Müller von der SP eine Kandidatur in Aussicht gestellt. Nach ihrer Wahl in den Kantonsrat brachte sich Mitte März auch noch Christine Rütti von der SVP ins Gespräch als mögliche Kandidatin.

Nach Sichtung der Resultate bei den Gemeinderatswahlen vom vergangenen Sonntag bleibt von diesem Kandidatenfeld nur gerade noch Pierino Menna übrig. Der CVP-Parteipräsident wurde mit 737 Stimmen als Gemeinderat bestätigt. Mit seinem persönlichen Resultat sei er zufrieden, auch wenn das von der Partei angestrebte Ziel, einen dritten Sitz zu holen, nicht erreicht worden sei. Obwohl die CVP mit einem Wähleranteil von 24,6 Prozent klar hinter der mit 33,2 Prozent am stärksten abschneidenden FDP liegt, will Menna an seiner Kandidatur für das Gemeindepräsidium festhalten. Wenn die CVP zur Auffassung gelange, dass seine Kandidatur Chancen auf Erfolg habe und ihn nominiere, werde er antreten.

FDP stellt keinen Kandidaten

Sein wohl stärkster Kontrahent Enzo Cessotto von er FDP nahm sich am Sonntagnachmittag trotz Wiederwahl in den Gemeinderat selbst aus dem Rennen. Zu gering war offenbar das Votum der Wählerschaft, welche 721 Stimmen für den seit 20 Jahren im Gemeinderat sitzenden Architekten abgab. Der ebenfalls wieder gewählte FDP-Kandidat Fabian Spring liegt im Vergleich nur gerade eine Stimme hinter Cessotto. Die FDP, die ihre drei Sitze im Rat verteidigen konnte, muss zudem die Abwahl von Gemeindevizepräsident und Parteipräsident André Schaad zur Kenntnis nehmen, der lediglich auf 632 Stimmen kam.

Überflügelt wurde er von Neueinsteiger Freddy Kreuchi, der 710 Stimmen auf sich vereinigen konnte. Schaad bedauert seine eigene Abwahl, freut sich aber im Gegenzug über das Abschneiden der Partei insgesamt. «Wir hatten eine sehr gute Liste, dass es nun gerade mich erwischt, war nicht vorhersehbar.» Verständnis habe er für Enzo Cessottos Entscheid, nicht als Gemeindepräsident zu kandidieren. Schade sei natürlich, dass die FDP damit ohne Kandidat dastehe.

Enzo Cessotto bezeichnet sein Resultat bei der Gemeinderatswahl als gut, will es aber nicht weiter kommentieren. Einen dritten Wahlkampf nach Willy Hafner vor acht Jahren und Roland Stampfli vor vier Jahren will sich der 58-jährige FDP-Gemeinderat nicht mehr antun. Das sei ihm zu aufreibend. Seine Mandate als Kantonsrat und Präsident der ARA-Falkenstein und insbesondere sein Geschäft füllten ihn vollends aus, sagte der Inhaber eines Architekturbüros. Der Entscheid, nicht als Gemeindepräsident anzutreten, sei schon länger in ihm gereift, am Wahlsonntag habe er diesen Schlussstrich nun gezogen. Seine Arbeit im Gemeinderat werde er aber weiter mit viel Freude machen.

Dies will auch Fabian Müller von der SP, der mit 691 Stimmen als Gemeinderat bestätigt wurde. Das Gemeindepräsidium sei für ihn kein Thema mehr. «Die innere Überzeugung, die es für ein solches Amt braucht, spüre ich bei mir im Moment einfach nicht», bemerkte Müller.

SVP will Kandidaten bringen

Feuer gefangen hat hingegen offenbar die SVP, deren Kandidaten Georg Rütti und René Zihler mit 874 respektive 745 Stimmen mit Abstand am meisten Stimmen auf sich vereinigen konnten. «Einer von beiden wird für das Gemeindepräsidium kandidieren», kündigte Parteipräsidentin Christine Rütti auf Anfrage an. Sie selbst werde nicht antreten. «Ich werde doch meinem Mann Georg nicht die Hosen absägen.»

Am Sonntag kam es übrigens zu einer Premiere in der Balsthaler Politlandschaft: Clemens Hellstern von der neu gegründeten Partei Kritisch-konstruktive Bauschtler (kkB) holte auf Anhieb einen Sitz im Gemeinderat. Damit holt die kkB jenen Sitz, welchen die CVP vor vier Jahren abgeben musste, nachdem Roland Stampfli als Parteiloser zum Gemeindepräsident von Balsthal gewählt wurde.