Brigitte Honauer ist traurig. Am Samstag musste sie ihr Cabaret «Löwen» in Balsthal schliessen. Nach 25 Jahren. Das Rentenalter hat die wohl bekannteste Erotikunternehmerin der Region bald erreicht, aber auch aus wirtschaftlichen Gründen war es Zeit: «Es hat nicht mehr gepasst», sagt sie in der Sendung «TalkTäglich» am Dienstagabend zu Moderator Stefan Schmid.

Grosse Konkurrenz sind laut Honauer Kontaktbars und Saunaclubs. «Und durch die vielen Mediensachen ist das Cabaret irgendwie entzaubert worden», sagt sie. Und meint damit die Berichterstattung über Schwarzarbeit. Doch zumindest beim Cabaret sei das ein «Schmarrn», sagt die langjährige Cabaret-Betreiberin. «Wir haben Mädchen, die kommen über Agenturen rein und nicht mit einem Schlepper.»

Wegen eines kriminiellen Vorfalls anderer Art machte aber auch der «Löwen» Schlagzeilen: Tänzerinnen fassten eigenhändig einen Dieb, der sich mit einem Teil der Einnahmen davon machen wollte. Dabei verletzte der Mann eine der Tänzerinnen mit einem Messer.

Die «Model»-Agentin und der Ferrari-Fahrer

Die Deutsche Brigitte Honauer rutschte nicht ganz freiwillig ins Millieu. Sie folgte einer Frau nach, die «Models» suchte, nach Italien. Doch dort erwartete sie etwas anderes: «Wir mussten die Frau auf einer Senfte ins Cabaret tragen und und dort um die Bühne tanzen.»

Was dann geschah, mutet schon fast filmreif an: Ein reicher Gast holte sie «da raus». «Das war ein Ferrari-Fahrer und so», erinnert sich Honauer. Sie lernte einen Choreografen kennen und die beiden gingen zusammen auf Tournee – «Athen und Istanbul und so». Später folgten glamouröse Auftritte in Teheran, Beirut oder Singapur.

«Wiviele Männer hatten Sie denn insgesamt?»

Ob sie auch mal ein Mann angewidert hätte?, fragt der Moderator. «Phu, das könnt ich nicht genau sagen», sagt Honauer erst. Und dann: «Als man angefangen hat, etwas Taschengeld zu machen, da waren wahrscheinlich welche dabei, die man nicht unbedingt genommen hätte, wenn sie nicht bezahlt hätten, sagen wir mal so.» Sie lacht.

«Wie viele Männer hatten sie denn insgesamt?», will Schmid weiter wissen. «Sie stellen vielleicht Fragen, heieiei», kontert Honauer. Und lacht wieder, als der Moderator zu schätzen beginnt: «Tausend vielleicht, oder mehr?»

«So im Laufe der Jahre wird sich schon etwas zusammengeläppert haben. Daneben ein privates Liebesleben zu führen, sei aber «kein Problem», versichert sie. «Viele machen da ein riesen Getue daraus, aber ich hab ein paar sehr gute Beziehungen gehabt.»

Monogamie? Langweilig.

Zahlreiche verheiratete Frauen hätten ja einen Liebhaber nebenbei. «Und das funktioniert tadellos. Manchmal sogar besser – man hat etwas Abwechslung.» Monogamie findet sie sowieso «nicht natürlich», die Vorstellung, 20 Jahre lang mit demselben Mann ins Bett zu steigen, «langweilig». Zweimal war Honauer verheiratet, wenn auch jeweils nicht so lange, wie sie selbst sagt.

Der nächste grosse Traum von Brigitte Honauer ist jetzt ein Buch. Damit hat sie sogar schon angefangen. «Ich bin schon ziemlich weit vorwärts», verrät sie. Der «Löwen» indes feiert am 9. April seine Wiedergeburt als Tanzbar. Ohne Mädchen. (smo)

Das Rotlicht-Milieu ist ihre Welt. Im TalkTäglich erzählt Brigitte Honauer, was sie alles erlebt hat und weshalb die Zeiten des Cabarets vorbei sind. Sehen Sie hier die ganze Sendung.

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