Oensingen
Bürger investieren 6 Millionen Franken für die Sanierung des Berggasthofes Roggen

Bürgergemeinde Oensingen will endlich den Berggasthof Roggen sanieren und umbauen.

Bruno W. Heiniger
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Der Berggasthof Roggen soll ab Februar 2021 ein gutes Jahr lang saniert werden.

Der Berggasthof Roggen soll ab Februar 2021 ein gutes Jahr lang saniert werden.

Bruno Kissling

«Freude herrscht», so könnte man den Verlauf der jüngsten Rechnungsgemeinde der Bürgergemeinde Oensingen übertiteln. Nebst der genehmigten Jahresrechnung 2019 fand auch das gewichtige Traktandum «Sanierung Berggasthof Roggen» absolute Zustimmung.

Hauptaugenmerk der Versammlung galt dem traktandierten Baukredit von über sechs Millionen – aussergewöhnlich für eine Bürgergemeinde. Mehrmals wurde schon ein Anlauf genommen, um die Liegenschaft Roggen auf Vordermann zu bringen, doch: «Was lange währt, wird endlich gut.» Dieses Sprichwort passt somit bestens zur Geschichte «Sanierung Roggen». Bürgerpräsident Remo Liechti zeigte sich erleichtert, dass alle 58 Stimmberechtigten im Saal des Berggasthof Roggen diesem Millionen-Projekt zustimmten.

Bauen unter besonderen Auflagen

Das von Martina Zurmühle, Architekturbüro ZSB, in Oensingen vorgestellte Projekt wurde mit grossem Interesse verfolgt. Seit dieser nun dritte Anlauf zu einer Sanierung auf dem Roggen in Angriff genommen wurde, sind nunmehr fast zwei Jahre vergangen. Viele Abklärungen bei verschiedenen Amtsstellen und Fachstellen oder Fachpersonen sowie eine grössere Anzahl an Sitzungen haben in den vergangenen Monaten dazu beigetragen, dass ein gutes Projekt gereift ist.

Wichtig war bei dieser Ausarbeitung, dass die «Grundform des bisherigen Roggens» beibehalten werden konnte. Das heisst, die Grundrisse erfahren praktisch keine Veränderung, denn der «Roggen» liegt bekanntlich in der Juraschutzzone, und da sind grössere Veränderungen stark eingeschränkt. Vor Ort sind bekanntlich drei Bauteile vorzufinden: das Mutterhaus in der Mitte sowie der Saalbau auf der Ostseite und das Ökonomiegebäude westseits. Es ist geplant, den Saalbau neu zu erstellen und auf das gleiche Niveau wie die Gaststube zu setzen. Zudem werden die beiden Aussenflügel in Holz ausgeführt.

Und wie soll das alles finanziert werden?

Das entworfene Projekt ist der eine, der finanzielle Aspekt jedoch ein anderer Punkt. Hiezu war es Finanzverwalter Reto Bobst, welcher sachlich über die Finanzierung dieses Umbaus beziehungsweise über die Sanierung Auskunft geben konnte. Einerseits wurde aufgezeigt, welche Investitionen in den Jahren 2021 bis 2025 geplant sind (zehn Mio. Franken mit Roggensanierung), anderseits verhilft der vorgesehene Geldfluss auf der Einnahmenseite in der gleichen Zeitspanne für entsprechende Beruhigung, ein solches Projekt in Angriff zu nehmen. Diese detaillierte Aufklärung liess in der Folge keine grossen Diskussionen mehr aufkommen. In der Abstimmung stellten die 58 anwesenden Bürgerinnen und Bürger mit klarem Entscheid die Ampel auf Grün.

Nachdem der Kanton vor wenigen Tagen die Zustimmung für den Umbau und die Sanierung erteilt hatte, darf im Verlauf des Monats Oktober von Seiten der Einwohnergemeinde die offizielle Baubewilligung erwartet werden, wurde gesagt. Mit dem Umbau soll ungefähr im Februar 2021 begonnen werden; die Wiedereröffnung ist für Ostern 2022 vorgesehen.

Für die Monate dazwischen ist ein reduzierter Wirtschaftsbetrieb im Bürgerhaus (oberhalb des jetzigen Berggasthofes), verständlicherweise mit einem reduzierten Angebot, vorgesehen. Damit steht einem Ausflug auf den Oensinger Hausberg weiterhin nichts im Wege.

In allen Bereichen eine erfreuliche Rechnung 2019

An der wegen Corona um rund drei Monate hinausgeschobenen Bürgergemeindeversammlung von Oensingen wurde auch über die Jahresrechnung 2019 berichtet. In dieser Sache konnte Verwalter Reto Bobst einmal mehr über erfreuliche Zahlen berichten.
Satte 1'566'658 Mio. Franken beträgt der Ertragsüberschuss, dies nachdem im vergangenen Jahr nur noch 105'299 Franken abgeschrieben werden konnten. Der Grubenfonds und das Energiezentrum (Fernwärme) sind dabei sichere Überschussbereiche. Mit einem Plus schloss zudem der Werkhof ab und neu ist auch die Inerstoffdeponie mit dabei, Ertragsüberschuss beizusteuern. Einmal mehr erfreulich ist der Forstbetrieb, der einen Ertragsüberschuss von 126 892 Franken ausweisen kann. Dazu gab’s den Hinweis, dass alles Holz aus dem Sturm Burglind zwischenzeitlich verkauft worden ist.
Bürgerpräsident Remo Liechti hatte einiges an Dienstjubiläen mitzuteilen: Lydia Bader, für fünf Jahre Bürgerschreiberin, fünf Jahre Aktuarin Roggenberg-Kommission und auch fünf Jahre Aktuarin der Forst-Kommission; Reto Bobst für zehn Jahre als Bürgerfondsverwalter; Roland Bobst für 15 Jahre Mitglied der Forst-Kommission; Hansjörg Bobst für 15 Jahre Mitglied in der Roggenberg-Kommission. 19 Personen wurde das Oensinger Bürgerrecht zugesprochen. (bho)