Asyl
«Bundesbern schickt so viele Flüchtlinge, weil es hier wenig Widerstand gibt»

Für Silvio Jeker, Präsident der SVP Kanton Solothurn, steht fest: Solothurn verhätschelt die Flüchtlinge, indem diese in so gute Unterkünfte wie die Villa Marti in Oensingen untergebracht werden. Eine Zivilschutzanlage würde völlig ausreichen.

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Silvio Jeker stört sich daran, dass 20'000 Franken in die Villa Marti gesteckt werden. In einer Zivilschutzanlage sei bereits alles vorhanden.

Silvio Jeker stört sich daran, dass 20'000 Franken in die Villa Marti gesteckt werden. In einer Zivilschutzanlage sei bereits alles vorhanden.

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«Für die Flüchtlinge aus Syrien dürfte das Gratishaus mit Umschwung, kostenloser Verpflegung und kostenloser medizinischer Versorgung das Paradies auf Erden sein», meint Silvio Jeker auf Anfrage. Seiner Meinung nach reicht eine Zivilschutzanlage aus. Diese komme günstiger als ein leerstehendes Haus, das abgerissen werden soll. In einer Anlage sei bereits alles vorhanden, so Jeker. In die Villa Marti würden aber noch 20'000 Franken hineingesteckt.

Zudem könnten in Zivilschutzanlagen Asylbewerber in grösserer Anzahl gebündelt und kostengünstiger betreut werden.

Das Signal sei auch einfach «völlig falsch», betont Jeker, wenn Ausländer in Villen gesteckt würden, und Schweizer Familien in kleineren Wohnungen leben würden.

«Das Ganze ignorieren»

Laut dem Präsidenten der Kantonalen SVP würde SP-Regierungsrat Peter Gomm, der derselben Partei angehört wie die fürs Asylwesen zuständige Bundesrätin Simmonetta Sommaruga, die Flüchtlinge «verhätscheln». Jeker ist überzeugt, dass Bundesbern dem Kanton Solothurn nur so viele Flüchtlinge schickt, weil hier wenig Widerstand herrscht. «Klar gibt es gesetzliche Vorgaben. Aber der Bund hat auch Spielraum.»

Parteikollege Nationalrat Walter Wobmann empfiehlt im «Blick» Gemeinden, die Aufnahmevorgaben der Kantone eiskalt zu ignorieren und niemanden aufzunehmen. Jeker pflichtet dem bei: «Wenn man vom Kanton gezwungen wird, Sachen zu machen, von denen man weiss, dass sie nicht funktionieren, ist die letzte Konsequenz, das Ganze zu ignorieren und nicht anzunehmen.»

Der Erschwiler findet nicht, dass die Schweiz solidarischer mit den Menschen in Syrien sein sollte. «Es gibt viele Regionen der Welt, in denen sich menschliche Tragödien abspielen. Wir können nicht die ganze Welt bei uns aufnehmen.»

Er vertraue dem Asylwesen nicht mehr. «Die Schweizer glauben nicht mehr daran, dass die Asylanten je zurückgeschickt werden.» (lfl/ldu)