Balsthal

Büsche von rosa-weissen Problempflanzen entfernt

Einsatz am Augstbach in Balsthal unter der Leitung von Hugo Roth (3.v.l.), daneben Theodor Fluri.

Einsatz am Augstbach in Balsthal unter der Leitung von Hugo Roth (3.v.l.), daneben Theodor Fluri.

Das Drüsige Springkraut macht vielen einheimischen Pflanzen den Platz streitig. Auch in Balsthal hat das Problemkraut die Bachufer streckenweise in Beschlag genommen.

Schön und exotisch sind die rosa-weissen Blüten des Drüsigen Springkrautes anzuschauen. Zurzeit können sie an den Bachufern der Thaler Gewässer, aber auch andernorts, in Hülle und Fülle beobachtet werden. Aber in den vergangenen Jahren hat sich diese aus dem Himalaja eingeführte Pflanze in einem unglaublichen Tempo vermehrt und vielen einheimischen Arten den Platz streitig gemacht.

Dabei steht das Drüsige Springkraut auf einer Liste von verbotenen Pflanzen. Die eidgenössische Freisetzungsverordnung regelt nämlich den Umgang mit verbotenen Pflanzen. Das heisst: Solche Pflanzen dürfen weder eingeführt, verschenkt, verkauft, transportiert, vermehrt, angepflanzt noch gepflegt werden. Bisher nicht bekannt war offenbar, dass die Pflanze als Nahrungsmittel dient.

Vor allem an den Bachufern

Doch das Drüsige Springkraut hat es trotzdem geschafft, auf unser Gebiet zu «springen».

Weitere häufig vorkommende Problempflanzen, sogenannte Neophyten, sind der Riesenbärenklau, die Amerikanischen Goldruten, Ambrosia, der Japanische Knöterich und der Essigbaum.

Auf dem Gemeindegebiet von Balsthal sind vor allem die Bachufer der Dünnern, des Augstbaches, des Mümliswilerbaches und des Moosbächlis stark von den rosa-weissen Neophyten befallen. Der Natur- und Vogelschutzverein Balsthal hat das Problem erkannt und vier Mitglieder an einen Kurs geschickt, bei dem es um die Bekämpfung der Neophyten ging.

Auch der Werkhofangestellte Theodor Fluri hat diesen Kurs besucht und ist seither der Gemeindeverantwortliche und Ansprechpartner in Sachen Neophyten. Die Ornithologen, unterstützt durch die Gemeinde, führten bereits im Sommer zwei Ausrottungs-Aktionen durch. Eine weitere Aktion gegen das Drüsige Springkraut und andere «Invasoren» fand während der vergangenen Woche statt. Theodor Fluri, Hugo Roth (Präsident des Natur- und Vogelschutzvereins) und vier Asylbewerber gingen den Problempflanzen an den Kragen.

Asylbewerber leisteten Einsatz

Theodor Fluri ist sich der Sisyphusarbeit bewusst: «Wir müssen jedes Jahr wieder an die Arbeit. Es kann sieben bis zehn Jahre dauern, bis wir die Pflanzen zum grössten Teil beseitigt haben.» Dabei können die Pflanzen zum jetzigen Zeitpunkt nicht einfach ausgerissen und etwa auf Haufen geschichtet werden. Das Material mit Blüten muss der Kehrichtverbrennungsanlage zugeführt werden. Hat die Samenreife aber einmal eingesetzt, sollte das Mähgut wegen der Verbreitungsgefahr nicht mehr abgeführt werden. Die Samen keimen bereits im kommenden Frühjahr und haben eine Keimfähigkeit von bis zu sieben Jahren.

«Es dürften gegen fünf Tonnen Pflanzenmaterial zusammengekommen sein», zog Hugo Roth Bilanz. Weil sich die Pflanzensamen durch Schleuderkapseln, aber auch durch den Weitertransport im Wasser sehr schnell verbreiten können, mache die Aktion eigentlich nur Sinn, wenn die angrenzenden Gemeinden ähnliche Aktionen planen, meinte Hugo Roth. Dabei geh es nicht nur um Bachläufe, sondern auch um Deponien, Gärten, Feuchtgebiete und Waldlichtungen. Mit dem Einsatz und der Arbeit der Asylbewerber zeigten sich Roth und Fluri sehr zufrieden.

Quelle Praxishilfe Neophyten, Kanton Solothurn, Herausgeber BZ Wallierhof.

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