Klus-Balsthal

Bürgerinitiative «Läbigi Klus» lässt nicht locker

Die Bürgerinitiative «Läbigi Klus» wurde 2005 gegründet.

Die Bürgerinitiative «Läbigi Klus» wurde 2005 gegründet.

Diesen Sommer blickt die Bürgerinitiative «Läbigi Klus» auf ihr zehnjähriges Bestehen zurück. Was wurde bisher erreicht? Was nimmt man sich vor?

Es war im Juli 2005, als sich eine Gruppe von engagierten Personen dazu entschloss, sich einerseits mit einer Bürgerinitiative gegen die geplante Umfahrung des Städtchens Klus zu wehren. Anderseits, um Vorschläge zur Verbesserung der Mobilität in der Klus und im Thal allgemein einzubringen und den öffentlichen Verkehr zu stärken.

Die Gruppe gründete die Bürgerinitiative «Läbigi Klus», ein Verein mit Sitz in Balsthal, bei dem – noch heute – private und juristische Personen Mitglied werden können. Als Präsident gewählt wurde Fabian Müller, der damals seit einem Jahr für die SP im Gemeinderat Balsthal mitwirkte. Er ist mittlerweile auch Mitglied des Kantonsrats und noch immer Präsident des Vereins. Er und Patrick Bachmann sowie Fritz Dietiker sind die hauptsächlichen Akteure.

Erster Anlass brachte Mitglieder

Gut ein Jahr nach der Gründung organisierte der Verein zusammen mit der Alpeninitiative einen grossen Event, das Open-Air-Konzert «Stopp LKW-Transit durchs Thal» in Balsthal. «Das hat gewirkt», berichtet Müller. «Wir konnten den Mitgliederbestand auf gegen vierzig Personen aufstocken, und es liessen sich etwa sechzig Sympathisanten eintragen.» Heute zähle der Verein rund 40 Mitglieder und gut 120 Sympathisanten.

Die Bürgerinitiative dürfe mit Stolz auf Erfolge hinweisen. So sei es durch Engagement und kontinuierliche Arbeit gelungen, dass der öffentliche Verkehr im Thal verbessert wurde. «Und der Kanton konnte davon überzeugt werden, eine Mobilitätsstrategie für das ganz Thal zu erarbeiten», sagt Müller. Als weiteren Erfolg erwähnt er, dass das frühere Umfahrungsprojekt Klus vom Regierungsrat abgebrochen wurde. Man hatte Mängel aufgedeckt.

Auch gegen das neue Projekt

«Leider habe die Mehrheit des Balsthaler Gemeinderats und der Regierungsrat auch nach 25 Jahren Diskussionen zur Thematik Umfahrung Klus immer noch nicht erkannt», erklärt Müller. «Es sind neue Ideen und Vorschläge nötig.» Das neue, jüngst vorgestellte Projekt Verkehrsentlastung Klus habe man enttäuscht zur Kenntnis genommen.

In ihrer Mitwirkungsantwort an den Kanton kritisiert «Läbigi Klus», dass auch im neuen Projekt wie bis anhin alle Autos auf einen Kreisel bei der Thalbrücke geführt werden. Stossend sei ferner, «dass die Gemeinde Balsthal zwar eine sehr hohe Summe beisteuern muss, ohne im Dorfzentrum überhaupt von einer Verkehrsentlastung profitieren zu können.»

Noch genügend Gründe

Die Bürgerinitiative «Läbigi Klus» bezweifelt zudem die Annahmen zur Verkehrsentwicklung innerhalb des Thals, die dem Projekt zugrunde liegen. Da werde mit einem Anstieg bis zum Jahr 2032 von 12 bis 20 Prozent gerechnet. «Die Pendlerströme werden nicht in diesem Masse wachsen, denn im Thal ist der Stand der Wohnbevölkerung seit längerem stabil», betont Müller.

Möglichkeiten für eine nachhaltige Optimierung der Verkehrssituation in der Klus seien bis heute nicht geprüft und nicht umgesetzt worden. Die vom Kanton erarbeitete Mobilitätsstrategie verfüge keine umfassende Sichtweise.

Es gebe also nach wie vor Gründe genug dafür, dass es die Bürgerinitiative gibt, betont Fabian Müller. Und man werde nicht locker lassen. (wak)

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