Der Einwohnergemeinderat stellte an seiner letzten Sitzung die Weichen für den Kauf des Raiffeisen-Gebäudes an der Dorfstrasse 70. Dieser soll mit Blick auf die angespannte finanzielle Situation nun doch durch die Bürgergemeinde erfolgen. Die Aussicht auf eine mögliche Rendite hatte den Rat dazu bewogen, den Erwerb des Gebäudes durch die Einwohnergemeinde zu prüfen.

Die Raiffeisenbank Gäu-Bipperamt hatte die Liegenschaft der Gemeinde zum Kauf angeboten, um damit die Weiterführung des bis 2015 laufenden Mietvertrags für den Volg-Laden und den Betrieb des dort angebrachten Bancomaten sicherzustellen. Vereinbart wurde ferner, dass die Einwohner- oder die Bürgergemeinde bis Ende März vermelden, ob ein solcher Kauf überhaupt infrage kommt.

Umzug der Verwaltung noch offen

Der Entscheid, den Erwerb der Liegenschaft der Bürgergemeinde zu überlassen, sei am Montagabend nach langer und intensiver Beratung einstimmig gefällt worden, erklärt Gemeindepräsident Rolf Kissling auf Anfrage.

Zu diesem Entscheid geführt hätten vor allem die Erwägungen, dass die Finanzlage der Gemeinde derzeit keine grösseren Investitionen erlaube und das Halten und Verwalten von Immobilienbesitz nicht zu den eigentlichen Aufgaben der Einwohnergemeinde gehöre.

Da die Erhaltung von Dorfladen, Poststelle und Bancomat auch mit einem Liegenschaftserwerb durch die finanzkräftigere Bürgergemeinde gewährleistet wäre, könne die Einwohnergemeinde beruhigt darauf verzichten, führt Kissling weiter aus.

Eine mögliche künftige Unterbringung der Gemeindeverwaltung im Obergeschoss des Raiffeisen-Gebäudes werde weiterhin geprüft, könne aber der Bürgergemeinde im heutigen Zeitpunkt nicht zugesichert werden, betont Kissling.

Dazu müssten zuerst noch Berechnungen zum künftigen Raumbedarf von Primar- und Kreisschule sowie zu den mutmasslichen Umbaukosten am jetzigen Standort der Gemeindeverwaltung vorliegen. Dieses Gebäude könnte bei einer allfälligen Umgestaltung des Erdgeschosses insgesamt Platz für maximal acht Schulzimmer bieten.

«Erster wichtiger Schritt»

Vom Entscheid des Gemeinderates in Kenntnis gesetzt wurde inzwischen auch Bürgergemeindepräsident Emil Lämmle. Das sei ein erster wichtiger Schritt, um sicherzustellen, dass das für Neuendorf wichtige Gebäude in Gemeindebesitz gelange.

Lämmle will nun möglichst rasch mit der Raiffeisenbank Gäu-Bipperamt Verhandlungen für den Kauf der Liegenschaft aufnehmen. Am 12. April werde dann der Bürgerrat erstmals über das Geschäft befinden können. Ziel bleibe, den Kauf der für 650 000 Franken angebotenen Liegenschaft an der Bürgergemeindeversammlung vom 22. Juni zur Abstimmung vorzulegen.

Die weitere Planung soll ruhig und mit Bedacht in Angriff genommen werden, wie Lämmle bemerkt. Der Einwohnergemeinde soll genügend Zeit eingeräumt werden, um abzuklären, ob die Installation der Gemeindeverwaltung in dieser Liegenschaft Sinn macht.