Förster Robert Graber informierte die Teilnehmer, alles Vertreter der Bürgergemeinde Oensingen, auf einem rund drei Kilometer langen Rundgang über verschiedene Aktivitäten und Massnahmen in diesem Waldgebiet und gab interessante Information weiter. An sechs unterschiedlichen Stationen befasste er sich intensiver unterschiedlichen Themen, die den Wald betreffen.

So stehen in nächster Zeit gleich zwei Wiederherstellungsprojekte auf dem Arbeitsprogramm des Forstwerkhofs. Als Folge von Burglind im Januar 2018 ist geplant, rund 2500 Pflanzen zu setzen, einen Teil in Nesterpflanzung mit etwa neun Pflanzen zusammen, einen anderen Teil einzeln, die übrigen in zwei bis drei kleinere Zäunen. Dabei sind Baumarten wie Traubeneiche, Linde, Buche oder Nussbaum vorgesehen. Der Förster wies auch darauf hin, dass die Verjüngung teils sehr gut vorankommt und dabei auch vielfältig ausfällt. «Die Natur ist eben stärker als wir», meinte er.

Strassenabschnitte wieder instand stellen

Bei den Räumungsarbeiten nach Burglind, habe auch die Revierstrasse teilweise gelitten, die saniert werden muss. Insgesamt 2160 Laufmeter sollen dabei wieder instand gestellt werden. Allerdings werden im Waldgebiet des Aebisholz nur Strassenabschnitte saniert, die in den nächsten zehn Jahren noch bestehen werden. Bei beiden vorerwähnten Projekten werden 70 Prozent der Kosten vom Kanton getragen, den Rest hat die Forst zu übernehmen.

Interessant waren auch die Lattenzäune, welche als Alternative von Drahtzäunen im Wald eingesetzt werden sollen. Sie werden aus Fichten und Käferholz vom Werkhof der Bürgergemeinde selbst produziert und können im Wald aufgestellt werden. Besonders für das Wild bringe diese neue Art von Zaun Vorteile: Es sieht den Zaun rechtzeitig, rennt nicht hinein und kann sich auch nicht strangulieren. Die Lattenzäune haben eine ungefähre Lebensdauer von vier bis fünf Jahren. Auch ein späterer Rückbau fällt einfacher aus. Die Kosten eines Drahtzauns sind im Vergleich zur neuen Variante ungefähr gleich hoch.

Noch kein Mittel gegen das Eschensterben

Seit 2008 beobachtet man in der Schweiz absterbende Eschen in Jungbeständen, die Eschenwelke. Diese wird durch einen Pilz verursacht, der als «falsches, weisses Stängelbecherchen» bezeichnet wird. In den 1990er Jahren wurde der Pilz in Polen entdeckt; danach breitete er sich in ganz Europa aus. Symptome sind welkende Blätter, absterbende Triebspitzen, gleichzeitig zerstört der Pilz die Wasserversorgung des Triebs.

Wirksame Massnahmen gegen den Pilz gibt es noch nicht. Der Pilz überwintert in Bodenstreu in abgefallenen Blattstielen, ab Juni bilden sich dort 2 bis 5mm grosse, weisse Becherchen. Daraus entwickeln sich die Pilzsporen, die wiederum durch den Wind verbreitet werden. Auch im befallenen Holz kann der Pilz überwintern.