Neuendorf
Budget auf eine schwarze Null korrigiert – dafür müssen Investitionen aber auf ein Minimum reduziert werden

Die Gemeindeversammlung Neuendorf genehmigte das Budget 2018, welches einen Ertragsüberschuss von 3010 Franken vorsieht.

Erwin von Arb
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Gemeindeverwaltung Behörden Gemeinderat Neuendorf

Gemeindeverwaltung Behörden Gemeinderat Neuendorf

Bruno Kissling

«Der Gemeinderat hat das Budget, das anfänglich ein Defizit von mehreren 100'000 Franken aufwies, in drei Sitzungen auf eine schwarze Null herunter korrigiert», erklärte Gemeindepräsident Rolf Kissling den 38 zur Gemeindeversammlung erschienenen Stimmberechtigten. Dies sei im Bewusstsein geschehen, dass es vorläufig keinen Spielraum für grössere Investitionen gebe, zumal bei den juristischen Personen gegenüber früheren Jahren weiterhin mit einem Minderertrag von 1 Mio. Franken gerechnet werden müsse. Um das Ziel einer ausgeglichenen Rechnung zu erreichen, seien deshalb die Investitionen auf ein Minimum reduziert worden. Dies auch mit Blick auf das geringe Eigenkapital von 1,6 Mio. Franken. Zurückgestellt wurde aus diesem Grund unter anderem die Sanierung der Nasszellen in der Mehrzweckhalle, wofür Kissling um Verständnis warb.

Beatrice Wüthrich von der KMU Treuhand AG stellte das Budget 2018 vor, welches bei Ausgaben von 10,63 Mio. und Ausgaben von 10'634 Mio. Franken einen kleinen Ertragsüberschuss von 3010 Franken ausweist. Stark belastet werde die Erfolgsrechnung insbesondere durch die hohen Abschreibungen aus früheren Investitionen. Deshalb habe die Gemeinde von der vom Kanton für solche Fälle gewährten Härtefallregelung Gebrauch gemacht. Mit Inanspruchnahme der maximalen Laufzeit von 18 Jahren könne die Belastung etwas gemildert werden, so Wüthrich.

Investitionen nochmals halbiert

Gegenüber dem Vorjahr praktisch halbiert haben sich wegen des rigiden Sparkurses die Nettoinvestitionen mit 313'200 Franken. 48'200 Franken davon sind für die Sanierung der Dorfstrasse, 220'000 für den Ersatz der Wasserleitungen an der Dorfstrasse sowie 45'000 Franken für die Ortsplanungsrevision vorgesehen. Der Gemeinderat hat die Planungskommission in einer ersten Phase mit der Erstellung eines Leitbildes beauftragt.

Rote Zahlen schreiben die drei Spezialfinanzierungen. Bei der Wasserversorgung beträgt das Defizit 124'000 Franken, bei der Abwasserbeseitigung 33'000 Franken und bei der Abfallbeseitigung 9000 Franken. Alle Spezialfinanzierungen verfügen über genug Eigenkapital, um die Defizite abzudecken.

Budget 2018 und Investitionsrechnung sowie die Beibehaltung des Steuerfusses auf 118 Prozent wurden von der Versammlung einstimmig genehmigt.

Verabschiedet wurden auch die auf sechs Personen verteilten 485 Stellenprozente für die Gemeindeverwaltung. 340 Prozent davon entfallen auf die allgemeine Verwaltung, 80 Prozent auf die Bauverwaltung und 65 Prozent auf die Schulleitung. Auf Antrag aus der Versammlung wurde das Pensum für die Bauverwaltung auf ein Jahr befristet bewilligt. Dies mit Blick auf eine mögliche Abnahme der Bautätigkeit, welche eine Neubeurteilung des Pensums nötig machen könnte.

Strompreise bleiben stabil

Die rege Bautätigkeit im Dorf hat der Elektra Neuendorf Einnahmen in der Höhe von rund 370'000 Franken bei den Nutzungsgebühren beschert, wie Geschäftsführer Linus von Arx der Versammlung ausführte. Gemäss Budget 2018 soll die Hälfte dieses Betrags, also 185'000 Franken, mittels einer Senkung der Netznutzungskosten von 6,2 auf 4,8 Rappen pro Kilowattstunde an die privaten Strombezüger rückvergütet werden. Das Budget 2018 der Elektra Neuendorf sieht bei Ausgaben von 3,241 Mio. und einem Ertrag vom 3,215 ein Defizit von 26'138 Franken vor. Eine Erhöhung der Tarife von aktuell 5,3 Rappen je Kilowattstunde im Hochtarif und 4,1 Rappen im Niedertarif sei derzeit trotz steigenden Preisen auf dem Markt kein Thema.

Von Arx kündige ferner einen Versuch mit LED-Strassenlaternen mit Dimmerfunktion in drei Quartierstrassen an. Dies mit Blick auf die bald anstehende Umrüstung der total 378 Leuchten im Dorf.

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