Ein spezielles Konzerthighlight unter der Gesamtleitung von Johanna Begert hatte die beiden Musikgesellschaft Matzendorf und Welschenrohr angekündigt. Tatsächlich wurde das Publikum in der ausverkauften Mehrzweckhalle durch ausschliesslich Filmmusik aus James Bond Filmen tief beeindruckt.

Das spektakuläre Projekt reiht sich in eine Perlenkette grossartiger Erfolge, welche die beiden Vereine auf ihrem inzwischen neun Jahre dauernden gemeinsamen Weg bereits ernten durften. Damals fanden die beiden ums Überleben kämpfenden Vereine zusammen. Statt zu resignieren entschieden sie sich glücklicherweise für eine Strategie nach vorn. Mit grossem Enthusiasmus setzten sie sich Jahr für Jahr ein Ziel. Dass sie das jeweils engagiert und mit viel Herzblut umsetzten, beweisen ihre Erfolge etwa an den letzten Kantonalmusikfesten von Solothurn 2009 und Luzern 2010. Dabei verloren sie eines ihrer Ziele nie aus den Augen: Immer war und ist ihnen ein Hauptanliegen, ihre Freude und ihre Motivation für die Musik einem möglichst breiten Publikum zu vermitteln. Stets suchten und fanden die beiden Musikgesellschaften auch neue Wege. Voraussetzung dafür ist die passende musikalische Leitung. Die haben sie in der Person von Johanna Begert.

Grosse Besetzung

Die Konzertreihe wurde diesmal mit dem unter der Leitung von Sarah Basciani stehenden Orchester der Kantonsschule Solothurn fortgesetzt. Damit stand Begert ein imposanter Klangkörper zur Verfügung. Ergänzt wurde dieser durch die Sängerin und Musical-Darstellerin Tanja Baumberger und ihrer Band. Baumberger bewältigte ihre Doppelrolle als Sängerin und Moderatorin ausgezeichnet. Charmant, witzig und zuweilen ironisch schaffte sie es, zwischen den einzelnen, nach Filmen geordneten Werken, allerlei Groteskes und Pikantes zu vermitteln. Gleichzeitig schlüpfte sie mehrfach in die Partien, die im Film von grossen Sängerinnen gesungen wurden. Dabei brauchte sie auch einen Vergleich mit Tina Turner keineswegs zu scheuen.

In der Verbindung von Blas- und Streichorchester stiegen Violinen in Höhen, wie sie vom Pikkolo so fein kaum klingen können; da unterstützten die Celli mit samtener Fülle und singendem Tenor die wichtigen Mitteltöne der Waldhörner; und die Kontrabässe verhalfen den Tuben zu wuchtigen Basstönen – wo das gefragt war. Überzeugt hat auch das ganze Schlagwerk. Immer war es exakt präsent, und gar nie war es zu dominant.

James Bond Theme

Den Anfang machte man logischerweise mit dem von Monty Norman kreierten «James Bond Theme». Dann löste ein Höhepunkt den anderen ab. Immer wieder etwa durfte ein Saxofon mit einem gelungenen Einwurf glänzen. Ganz toll wirkten die Flöten mit der Stimme zum dezenten Grund in «Diamonds Are Forever». Beeindruckt hat auch das hohe Flirren der Violinen in «Goldfinger».

Was bei Bond-Musik nicht fehlen darf, sind die brutal gespielten Blech-Einwürfe, die so richtig Gewaltbereitschaft ausdrücken und fast Angst auszulösen vermögen. Genau das lieferten das Projektorchester in «The Man with the Golden Gun» perfekt ab, ein brutales Blech-Fortissimo über einen sanften Holzklang.

Der grosse Live-Klangkörper hielt einem Vergleich mit den im akustischen Gedächtnis gespeicherten, von Studiomusikern eingespielten Originalen durchaus stand. Weil die durchgehende Lichtschau gedanklich weniger absorbierte als die inexistente Filmhandlung wurde die Musik eindeutig intensiver wahrgenommen als im Kino. Dabei offenbarte sich die musikalische Qualität der Kompositionen besonders deutlich, insbesondere derjenigen von John Barry Prendergast (1933–2011), aber auch von Monty Norman und Bill Conti. Da verwundert es nicht, dass die Kompositionen auch immer wieder Arrangeure locken und so den Weg in Konzertlokale finden. Für den aus Blasorchester und Streicher bestehenden Klangkörper auf der vergrösserten Bühne in Welschenrohr musste sich aber auch Johanna Begert nochmals in die Arrangements vertiefen. Natürlich gab es auch Zugaben. Dabei den gefürchteten Stilbruch zu vermeiden war diesmal wirklich recht einfach.