Triathlon
Bruderduell – Max und Felix Studer wollen in die Triathlon-Elite

Max (20) und Felix Studer (18) aus dem Gäu zählen zu den grössten Schweizer Nachwuchshoffnungen. Die beiden sind ein eingespieltes Team: «Ich bin motivierter, wenn wir zusammen trainieren. Dann können wir uns gegenseitig pushen und fordern», sagt Felix.

Raphael Wermelinger
Merken
Drucken
Teilen
Ordnen alles dem Sport unter: die Brüder Felix (links) und Max Studer.

Ordnen alles dem Sport unter: die Brüder Felix (links) und Max Studer.

Bruno Kissling

Der 20-jährige Max Studer aus Kestenholz war 2014 und 2015 Schweizer Junioren-Meister im Triathlon. Mit dem 7. Platz an der Junioren-EM in Genf, dem 14. Rang an der Junioren-WM in Chicago sowie mehreren Siegen im Europacup sorgte er im letzten Jahr auch auf internationalem Parkett für Aufsehen.

Jetzt ist Max Studer bereit für den Schritt zu den Grossen: «Ich will in diesem Jahr in der Elite Fuss fassen. Wettkampf-Luft schnuppern an den Europacups und möglichst viele wertvolle Erfahrungen mitnehmen: Das sind meine Ziele, bevor ich im September die Sportler-RS beginne.»

Sein zwei Jahre jüngerer Bruder Felix steht ihm in Sachen Erfolgen in Nichts nach. Er ist amtierender Schweizer Meister auf der Stufe Jugend. An der Europameisterschaft im Mai sicherte er sich den 15. Platz und damit verbunden das Ticket für die WM im September in Mexiko. «Ich möchte mich in allen drei Disziplinen stetig verbessern und meine Mitgliedschaft im nationalen Nachwuchskader von Swiss Triathlon bestätigen, um in zwei Jahren in die Elite-Nationalmannschaft aufzurücken», formuliert Felix Studer seine Erwartungen für die kommenden Monate.

Max und Felix Studer haben ihre Karrieren beim Oensinger TriTeam lanciert, mittlerweile starten beide für das Team TFT (Talentförderung Triathlon). Unterschiedlich sind dagegen die aktuellen Trainingspensen der beiden Brüder. Seit dem Abschluss seiner Lehre als Logistiker im letzten Sommer hat Max Studer viel Zeit für den Sport. «Während meiner Lehre konnte ich rund 15 Stunden pro Woche trainieren, im Moment sind es je nach Belastung durch Wettkämpfe zwischen 20 und 30.» Er trainiert vorwiegend in Wallisellen im Stützpunkt von Swiss Triathlon unter der Leitung von Nationaltrainer Steffen Grosse. «Er stellt mir wöchentlich einen Trainingsplan zusammen», erklärt Max Studer.

Noch mitten in der Ausbildung steckt Felix Studer. Er absolviert gerade sein viertes von fünf Jahren in der Sonderklasse Sport und Kultur an der Kantonsschule Solothurn. Dadurch hat er etwas weniger Zeit zum Trainieren als sein älterer Bruder. Zu kurz kommt der Sport aber definitiv nicht: «Der Stundeplan beinhaltet genügend Zeitfenster für Trainings und Wettkämpfe.» Rund zehn Einheiten stehen pro Woche auf dem Programm, wie er schildert: «Vier Schwimm-, zwei Lauf- und zwei Wechseltrainings mit dem Team, dazu noch zwei, drei separate Einheiten auf dem Velo.»

Traum und Ziel: Olympische Spiele

Am meisten Trainingsstunden investieren die Studer-Brüder fürs Schwimmen. «Man braucht im Wasser einfach die richtige Technik und Grundlagen, das ist entscheidend für die Wettkämpfe», begründet Felix Studer. «Schnelle Läufer waren wir schon immer, nur schon vom Körperbau her», wirft Max lachend ein.

Die beiden sind ein eingespieltes Team, das wird im Gespräch offensichtlich. Keine Überraschung ist deshalb, dass sie, wenn immer möglich, gemeinsam trainieren. Unter dem Motto: grosser Bruder gegen kleiner Bruder. «Ich bin motivierter, wenn wir zusammen trainieren. Dann können wir uns gegenseitig pushen und fordern», sagt Felix. «Manchmal muss ich schon kräftig in den Lenker beissen, damit ich nicht vom jüngeren Bruder überholt werde», fügt Max an. So weit sei es dann doch noch nicht, korrigiert Felix: «Es reicht, um ihn in den Trainings ein bisschen zu reizen, aber an den Wettkämpfen sieht man schon, dass er auf einem anderen Level ist.»

Felix Studers Fokus in der zweiten Jahreshälfte liegt auf der Verteidigung seines Schweizer Meistertitels, sein Ziel für die Junioren-WM im September in Mexiko wollte er noch nicht genau definieren. Auf Max Studers Terminplan stehen mehrere Europacup-Wettkämpfe. Nächste Woche startet er in Holland. «Nach der Sportler-RS will ich im nächsten Jahr bei der Elite voll angreifen und bei der U23-EM und -WM in die Top 10 fahren», blickt er voraus. Das langfristige Ziel ist ebenfalls klar: «Mein Fahrplan ist auf Tokio 2020 ausgelegt. Die Olympischen Spiele sind im Moment zugleich mein grösstes Ziel und mein grösster Traum.»

Steckbriefe

Max Studer

Geburtsdatum: 16.1.1996

Ausbildung: Primarschule Kestenholz, Nationale Elite-Sportschule in Thurgau, 10. Schuljahr an der Sprachschule Didac in Lausanne

Beruf: Triathlon-Profi, Logistiker EFZ

Hobbys: Sport, Gamen, Freunde

Lieblingsessen: Flammkuchen

Lieblingsgetränk: Milch

Grösste Erfolge: Schweizer Junioren-Meister 2014 und 2015, 7. Platz Junioren-EM, 14. Platz Junioren-WM, Europacupsiege

Felix Studer

Geburtsdatum: 4.2.1998

Ausbildung: Primarschule Kestenholz, Nationale Elite-Sportschule Thurgau, seit August 2012 in der Sonderklasse Sport und Kultur an der Kantonsschule Solothurn

Hobbys: Musik hören, Freunde

Lieblingsessen: Fondue Chinoise

Lieblingsgetränk: Rivella

Grösste Erfolge: Schweizer Jugend-Meister, 15. Platz Junioren-EM 2016, mehrfacher Schweizer Meister im Crosslauf