Ramiswil

Brauchtum ist bei der Viehschau nicht nur Show, es zeigt auch, wie die Bauern leben

Sieben Bauernfamilien vom Viehzuchtverein Passwang präsentierten an der Viehschau in Ramiswil über 100 Kühe.

Auch wenn man es schon so oft miterlebt hat. Jeden Herbst bekommt man an der Viehschau auf dem Mittler Passwang Gänsehaut. Geschmückt mit Blumen, Treicheln und Glocken kommen die Kühe nacheinander auf dem Schauplatz an: Familie Walser, Obere Wechten, Familie Lisser vom Unter Schilt, Familie Kamber vom Ober Passwang, Walsers von der Unteren Wechten, Lissers vom Mittler Passwang und zum Schluss Familie Zemp, Unter Passwang. Bereits auf dem Schauplatz warten die Kühe von Familie Kamber. Zu weit wäre für sie wäre der Marsch von der Schwenglen auf den Mittler Passwang.

Besucherandrang ist gross

Sind alle Kühe angebunden, der Blumenschmuck und Geläut abgenommen, beginnt das grosse Putzen, Bürsten, Schamponieren und Pudern – die Kühe stehen parat und warten wie Modells auf ihren Einsatz auf dem Catwalk. Trotz der ungewohnten Umgebung und den vielen Leuten, das Zupfen hier, das Bürsten da, bleiben die rund 100 Kühe ruhig und geduldig. Sie kennen es, von Menschen angefasst zu werden. Jeden ersten Mittwoch im Oktober lädt der Viehzuchtverein Passwang an die wohl grösste Herbstschau im Kanton Solothurn ein. Der Einladung folgt jeweils viel Publikum, oder wie Bäuerin Ursula Zemp lacht «immer wie mehr» Familien, Grosseltern, Bekannte und Verwandte lassen sich von den Viehzüchtern begeistern. Dieses Jahr ist sogar Regierungsrat Remo Ankli nach Ramiswil gekommen und hat der Viehschau beigewohnt.

Brauchtum reflektiert Leben

Geboten wird den interessierten Besuchern Brauchtum, wie man es in der Region nirgends mehr findet. Dass die Bauernfamilien das Brauchtum nicht nur zu Showzwecken nutzen, sondern auch Leben, zeigt sich auf dem Schauplatz. Lange im Voraus sind die Züchter mit den Vorbereitungen für die Herbstschau beschäftigt. Im Anschluss an das Punktieren werden auserlesene Tiere im Ring präsentiert. Keine leichte Aufgabe ist es für das Richter-Duo, die Schönsten zu erkoren. Die Richter beurteilen die vorgeführten Tiere anhand verschiedener Merkmale wie Rahmen (Körperbau), Fundament (Beine), sowie Euter und Zitzen. Die Tiere präsentieren sich an der Spitze einheitlich auf hohem Niveau und bestechen mit perfekten, hohen Euern. Oft entscheiden Nuancen, welche Kuh ihre Kategorie anführt. Auch müssen die Experten die verschiedenen Rassenziele berücksichtigen. So bestechen die aufgestellten Holstein und Redholstein, Swissfleckvieh und Simmentaler mit unterschiedlichen Vorzügen.

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