Matzendorf
Brass Band berührt mit Zigeunerweisen und Balladen

Die Brass Band lud zum Weihnachtskonzert.

Karin Nauer
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Philipp Renggli, Gastsolist auf dem Euphonium, erntete zusammen mit der Brass Band viel Applaus.

Philipp Renggli, Gastsolist auf dem Euphonium, erntete zusammen mit der Brass Band viel Applaus.

REMO FROEHLICHER 0041 79 288817

Konzerte an Weihnachten sind von einem besonderen, ja geheimnisvollen Zauber umgeben. Das Weihnachtskonzert der Brass Band Matzendorf berührte die Herzen der Zuhörer gleich mehrmals, zumal der Gastsolist Philipp Renggli auf dem Euphonium das Publikum vollends zu begeistern vermochte.

Unter der Leitung von Marcel Bossert eröffnete die Brass Band das Konzert mit dem Krönungsmarsch aus der Oper «Der Prophet» von Giacomo Meyerbeer. In der Bearbeitung für Brass Band von Gordon Langford liess das Ensemble den pompösen Marsch in strahlendem und mächtigen Klang ertönen.

Anschliessend hatte der begnadete Euphonist Philipp Renggli seinen ersten Auftritt als Gastsolist. Renggli ist zur Zeit Solo-Euphonist der äusserst erfolgreichen Bürgermusik Luzern.

Mit den in «Zigeunerweisen» verarbeiteten ungarischen volkstümlichen Liedern und Tänzen eroberte er sofort die Herzen der Konzertbesucher. Komponist Pablo de Sarasate wählte in diesem Stück die charakteristische Form des Csardas und entlehnte viele Themen der populären Ungarischen Musikstücke.

Mit viel Energie und äusserst feinfühligem Ausdruck gelang es dem Solisten, die sich mal melancholisch, dann wieder majestätisch und zum Schluss im sehr schnellen «Allegro molto vivace» typische Ungarische Zigeunermusik wiederzugeben.

Das Publikum dankte mit lang anhaltendem und frenetischem Applaus. Als Nächstes interpretierte die Brass Band Matzendorf die abwechslungsreiche dreisätzige Englische Folk Sang Suite, ein sehr erfolgreiches Musikstück des Englischen Komponisten Ralph Vaughan-Williams.

Unter dem Titel «The Girl with the flaxen Hair» folgte typische Musik von Claude Debussy. Die Rede ist von einem jungen Mädchen mit flachsfarbigem oder eben goldenem Haar.

Die sehr einfühlsame Eröffnungsmelodie wurde von Urs Meister auf dem Flügelhorn in gewohnt samtweichem Ton wieder gegeben. Im anschliessenden «Steila da Nadal» erklang ein ruhiges und herzerwärmendes Weihnachtslied aus dem Bündnerland, das vom einheimischen Corsin Tuor für Brass Band arrangiert worden ist.

Die Brass Band Matzendorf verzichtet bei den Weihnachtskonzerten jeweils auf typische liturgisch geprägte Weihnachtslieder. Mit diesem Lied ist es ihr aber gelungen, Weihnachtsgefühle in die bis auf den letzten Platz gefüllte Kirche zu zaubern.

Gefühlvolle Ballade

«You raise me up» oder «du ermutigst mich», eine gefühlvolle Ballade vorgetragen vom Gastsolisten Philipp Renggli wurde dezent begleitet von der Brass Band Matzendorf. Der Norweger Rolf Loveland hat die Melodie eines irischen Traditionsliedes aufgenommen und als Solo verarbeitet.

Die Kombination der emotionalen Musik und die Worte der Moderatorin, Monika Nussbaumer zum Titel «du ermutigest mich» im Zusammenhang mit Weihnachten, der Geburt unseres Retters Jesus Christus, muss beim Publikum wohl tiefgreifende Gefühle ausgelöst haben. Mit lang anhaltendem Applaus wurde eine Zugabe gefordert.

Wie abwechslungsreich die Brass Band Matzendorf ist, bewies sie in der von Gioachino Rossini komponierten Ouvertüre zur Oper «Die diebische Elster». Auf zarte, ja zuckersüsse Melodien folgten lange dynamisch aufbauende Spannungsbögen, die in die wuchtige und sehr schnelle Erkennungsmelodie dieses eingängigen und spritzigen Stücks mündeten. Eine wahrliche Meisterleistung dieses hervorragenden Musikkorps.

Zum Schluss des Konzertes ertönte «Three Kings Swing» der Königsmarsch aus L’Arlesienne von Bizet. Der Arrangeur William Himes schafft es in dieser Bearbeitung mühelos, den Jazz an die Brass Band zu übertragen und das Repiano Cornet durch Benedikt Meister in einem Solo-Spot glänzen zu lassen.

Für den grossen Applaus bedankte sich die Brass Band mit Nimrod aus den Enigma Variationen von Edward Elgar. Traditionsgemäss endete das Weihnachtskonzert mit «Stille Nacht, Heilige Nacht» das die Band zusammen mit dem Publikum bei Kerzenlicht intonierte.